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Schweiz weit vorn bei sauberen Technologien

Sonnenkollektoren gehören zu den beliebtesten Clean-Tech-Investitionen (Bild: Keystone)

Schweizer Unternehmen investieren laut "Swiss Cleantech Report" vermehrt in umweltfreundliche und energieeffiziente Technologien. Und bei der Entwicklung von sauberen Technologien belegt die Schweiz einen Spitzenplatz.

Veröffentlicht 28.03.2011

Im Durchschnitt wenden Schweizer Unternehmen zwischen fünf und sieben Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für energieeffiziente Technologien auf. Die wichtigsten Investitionsmotive sind dabei die hohen Energiepreise sowie umweltpolitische Faktoren, wie der "Swiss Cleantech Report" der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) belegt.

Mit mehr als zwölf Prozent ist der Anteil der umweltfreundlichen Investitionen in der Papier- und in der Elektrotechnik-Industrie besonders hoch. Stromversorger erreichen sogar einen Anteil von 48 Prozent.

Auf eine Million Einwohner heruntergerechnet wurden in den letzten Jahren in der Schweiz jeweils etwa 20 Patente beantragt - Tendenz stark ansteigend. Mit einigem Abstand auf die Schweiz folgt Japan mit zwischen 15 und 20 Patent-Anmeldungen pro Million Einwohner.

Nur die Deutschen sind innovativer

Innovativer als die Schweizer waren nur die Deutschen mit etwa 23 Patent-Anmeldungen. Auf dem vierten Platz, weit hinter Japan, landen die USA mit etwa sieben bis acht Anmeldungen. Dies zeigt der erste Cleantech-Report, eine Bestandesaufnahme dieser Branche, die unter anderem vom Bund, der ETH, der Osec, der EMPA und der Schweizer Börse angefertigt wurde.

Rund die Hälfte der beantragten Patente würden jeweils bewilligt, sagte Heinz Müller vom Institut für Geistiges Eigentum vor den Medien in Zürich. Die Patent-Anmeldungen seien deshalb ein guter Indikator dafür, aus welchen Ländern wie viele Innovationen dann tatsächlich auf den Markt kommen würden.

Die Cleantech-Branche, also die Entwicklung und Herstellung von umweltfreundlichen Technologien wie etwa Solaranlagen oder Wärmepumpen, wächst in der Schweiz momentan schneller als alle anderen Technologie-Branchen.

Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viele Schweizer Unternehmen beträchtliche Beträge in Cleantech-Anlagen investieren. Elektrotechnik-Firmen beispielsweise geben heute etwa 13 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für energieeffiziente Technologien aus.

Umweltschutz aus Spargründen

Hauptgrund dafür sind jedoch nicht hehre Umweltschutzgründe, sondern vor allem die gestiegenen Energiepreise, wie aus dem Cleantech-Bericht hervorgeht. Am meisten investieren Unternehmen in Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen und Wärmeerzeugung mit Solaranlagen.

Gegenwärtig sind in der Schweiz rund 160'000 Personen in der Cleantech-Branche angestellt. Diese erreichte gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im Jahr 2008 eine Bruttowertschöpfung von 20 Milliarden Franken. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Der Exportanteil dieser Branche steigt stark an. Mittlerweile exportieren rund 40 Prozent der Schweizer Cleantech-Firmen ihre Produkte ins Ausland. Die Hersteller von Solarzellen beispielsweise erreichten mit der Ausfuhr ihrer Produkte im letzten Jahr einen Umsatz von zwei Milliarden Franken.

(cms/laf/sda)

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