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Erdacht für Lastwägeler, jetzt auch beim breiten Publikum beliebt. So wollen Düsseldorfer Quetsch-Hoteliers den Markt aufrollen.
Container-Hotel von Roatel: Erdacht für Lastwägeler, jetzt aber auch bei Gästen ohne Brummi beliebt.
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Ein Schiffscontainer, vier Zimmer auf 7,5 Quadratmetern: Mit diesem Hotelkonzept sorgt das Unternehmen Roatel in Deutschland für Aufsehen. 31 solcher Roatels an 23 Standorten stehen im Nachbarland bereits. Die vier Einzelzimmer in den 45-Fuss-Containern sind mit grossem Fenster, Bett, Tischchen sowie Toilette und Dusche ausgestattet.
Getreu dem minimalistischen Ansatz funktioniere das unbemannte Containerhotel auch bei der Buchung sehr autonom, sagt Roatel-Chef und -Mitgründer Christian Theisen: «Wenn man auf den Link im Reservations-E-Mail drückt, kann man die Tür entriegeln. Das geht auch per Fernzugriff. Sie können beispielsweise in Zürich ein Zimmer in Hamburg öffnen.»
Dass der Roatel-Chef eine Schweizer Stadt in seinen Erklärsatz einbaut, kommt nicht von ungefähr. Das Düsseldorfer Unternehmen nimmt die Schweiz auf den Expansionsradar: «Die Schweiz interessiert uns sehr. Am liebsten möchten wir das Land mit einem strategischen Partner anpacken, der sich mit Markt und Regularien auskennt. Erste Anfragen aus der Schweiz hatten wir bereits», sagt Theisen.
Passende Standorte sieht der Roatel-Chef viele: «Gegenden gleich hinter der Grenze könnten ebenso interessant sein wie solche an Autobahnen und bei Autobahnraststätten. Touristische Hotspots sowieso. Und natürlich könnte man unsere Containerhotels auch auf Parkhausdächer stellen.»
Spannend an diesem Quetschhotel-Start-up, das 2019 gegründet wurde: Zunächst lancierte man die Containerschlafkojen vor allem als Reaktion auf ein neues EU-Gesetz. Dieses beinhaltete ein Übernachtungsverbot für Lastwagenfahrer in der Fahrerkabine. Also waren schnell neue, günstige Übernachtungsmöglichkeiten gefragt. «Wir wollten den LKW-Fahrern beim Übernachten einen Mehrwert bieten, eine saubere Unterkunft und eine persönliche Nasszelle», erinnert sich der Kojenkapitän.
Mittlerweile aber, so Theisen, zeige sich das Gästeaufkommen anders als zu Beginn: «Zwei Drittel unserer Gäste sind Privat- und Geschäftsreisende ohne Lastwagen. Berufskraftfahrer, Handwerker und Monteure machen ebenfalls einen Drittel aus.»
Auch Nichtlastwägeler dürften die günstigen Preise schätzen: Die Roatel-Raten bewegen sich zwischen 49 und 99 Euro pro Nacht, im Durchschnitt seien es meist um die 50 Euro, meldet der Containerchefhotelier aus Düsseldorf, der bereits einen Silberstreif am Horizont sieht: «Wenn wir es schaffen, in den Jahren 2026 und 2027 auf 80 bis 100 Einheiten zu kommen, dann erreichen wir den Break-even-Bereich.»
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Aktuell, so der deutsche Unternehmer, laufe bei Roatel eine Finanzierungsrunde «im achtstelligen Bereich». Auch wenn die Hotelzimmer minimal gehalten seien, brauche es nun einmal eine gewisse Summe, um eine Viererkombi zu erstellen und aufzubauen. Theisen rechnet pro Container mit rund 100’000 Euro Kosten, zuzüglich Infrastruktur und Aufstellaufwand.
Auf längere Frist sieht der Roatel-Chef die Kleinhotels als Markenzeichen, hübsch aufgereiht aneinander: «Wenn alles gut läuft, wird Roatel zu einer Art Motel 2.0, alle 50 Kilometer findet sich eines.» Demnächst auch in Österreich, wo der Markteintritt für 2026 geplant ist.
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