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Rohner-Nachfolge: Die Suche geht jetzt in die entscheidende Phase

Der Druck auf Urs Rohner vor der GV ist verpufft. 2021 ist aber definitiv Schluss – die Suche nach einem neuen Präsidenten wird beschleunigt.

Erik Nolmans

Urs Rohner, president of the board, on his way to the a press conference of the Observation of Iqbal Khan in Zurich, Switzerland, Tuesday, October 1, 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Für die Wiederwahl dürfte es reichen: Urs Rohner, Präsident der Credit Suisse.

keystone-sda.ch

Der 30. April wird für Urs Rohner ein ungewöhnlicher Tag werden: Erstmals in seiner neunjährigen Amtszeit als Präsident der Credit Suisse wird er sich nicht wie gewohnt im proppenvollen Hallenstadion den versammelten Eigentümern stellen, sondern die Traktanden virtuell und im kleinen Kreis abarbeiten – das Coronavirus hat der Aktionärspräsenz an der Generalversammlung den Garaus gemacht.

Verschieben, wie andere Konzerne das machen, will die Bank den Event nicht, heisst es seitens der Credit Suisse. Dies obwohl die physisch abgehaltene GV eine willkommene Plattform für den Dialog mit Kleinaktionären sei. Aber das Ende der Corona-Krise lasse sich zeitlich nicht vorhersagen, was de facto eine Verschiebung mit unbekanntem Datum bedeutet hätte. Technisch sei die Durchführung kein Problem – schon heute würden über 98 Prozent der Stimmen im Voraus per Vollmacht über die unabhängigen Stimmrechtsvertreter eingegeben.

Leicht wäre der persönliche Auftritt vor den Aktionären dieses Jahr für Rohner kaum geworden: Nach dem Beschattungsskandal um das ehemalige Konzernleitungsmitglied Iqbal Khan, der im Rausschmiss von CEO Tidjane Thiam am 7. Februar seinen Höhepunkt fand, stellte man sich auf eine Unzahl von kritischen Voten seitens der Aktionäre ein.

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