Die Rieter-Aktien lagen zwischenzeitlich bei 403 Franken und damit 7,9 Prozent im Plus. Der Titel hat danach einen Teil seiner Gewinne aber bereits wieder abgebaut. Der Winterthurer Konzern hat die Aufteilung in zwei separate Einheiten (Textile, Automotive) bekannt gegeben. WΓ€hrend das TextilmaschinengeschΓ€ft unter dem traditionsreichen Namen Rieter weitergefΓΌhrt wird, soll schon Mitte Mai aus der in den 1980er Jahren erworbenen Autozulieferer-Sparte das neue bΓΆrsenkotierte Unternehmen Autoneum entstehen.
Die Aufteilung werde keinen Stellenabbau verursachen, teilte der Rieter-Konzern mit. Die Generalversammlung vom 13. April muss den Schritt genehmigen. Die GrossaktionΓ€re und Rieter-VerwaltungsrΓ€te Peter Spuhler und Michael Pieper sind dafΓΌr. Alle AktionΓ€re erhalten durch die Aufteilung eine Sonderdividende. Spuhler und Pieper gewΓ€hren der neuen Autoneum ihrerseits ein Darlehen von 12,5 Millionen Franken. Das Unternehmen wird wie bisher als Teil des Rieter-Konzerns LΓ€rm- und Hitzeschutztechnologien fΓΌr Autos entwickeln und herstellen.
Derweil ist Rieter im vergangenen Jahr in die schwarzen Zahlen zurΓΌckgekehrt. Das Unternehmen hat 41,6 Millionen Franken verdient und ΓΌbertrifft damit die Erwartungen der Experten. Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten im Schnitt ein Ergebnis von gut 26 Millionen Franken vorausgesagt. Eine Dividende fΓΌr 2010 schΓΌttet Rieter aber nicht aus.
Damit sind die schweren Folgen der Wirtschaftskrise fΓΌr das Traditionshaus ΓΌberstanden. Rieter war schon 2008 von der Krise erfasst worden und schrieb in jenem Jahr 397 Millionen Franken Verlust. Obwohl Tausende von Stellen abgebaut wurden, wartete der Konzern auch 2009 noch mit einem Minus von 218 Millionen Franken auf. Das Betriebsergebnis fΓΌr 2010 betrΓ€gt 98 Millionen Franken, nach einem Verlust von 186,6 Millonen im Vorjahr.
Die bessere Konsumentenstimmung in Europa und Nordamerika, aber vor allem auch die boomenden asiatischen MΓ€rkte haben Rieter vorangezogen. ErwartungsgemΓ€ss spΓΌrte der Konzern aber den starken Franken. Zahlen, welche seine Erholung belegen, hat das Unternehmen schon im Februar bekannt gegeben: So kletterte der Auftragseingang um fast zwei Drittel auf 3,17 Milliarden Franken. Der Umsatz stieg um knapp ein Drittel auf 2,59 Milliarden.