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Kräuterimperium im Wandel

Bei Ricola übernimmt die neue Generation – und bringt frischen Wind

Die verschwiegene ­Familienfirma öffnet sich – und kämpft wegen Trump mit ­Turbulenzen im wichtigsten Markt.

BIL Stehsatz / Redaktionsmitarbeiter / Erich Buergler BA 1/4rgler

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Mit Raphael Richterich, dem neuen VR-Präsidenten, übernimmt die jüngere Generation. Er kennt das operative Geschäft von der Pike auf. Lea Meienberg für BILANZ
Bei Ricola sind die Kräuterzucker im Rampenlicht – die Besitzerfamilie Richterich und das Management bleiben diskret im Hintergrund. So lautete seit Jahrzehnten die Devise des Schweizer Unternehmens. Doch nun kündigt sich ein Wandel an: Mit Raphael Richterich als neuem Präsidenten und Eva Richterich als Vizepräsidentin übernimmt eine jüngere Generation, die für mehr Offenheit steht. Der Wechsel fällt in eine Zeit, in der vermeintliche Gewissheiten ins Wanken geraten. Die protektionistische US-Handelspolitik zwingt Ricola, Notfallszenarien zu entwerfen. Denn die Vereinigten Staaten sind mit über 40  Prozent Umsatzanteil der mit Abstand wichtigste Markt für das traditionsreiche Schweizer Familienunternehmen.
Während US-Präsident Donald Trump zwischenzeitlich für dicke Luft bei vielen vom Export abhängigen Firmen sorgt, lädt die Kräuterproduktion in Laufen am Ricola-Hauptsitz im Baselbiet zum tiefen Durchatmen ein. Der intensive süsslich-herbe Duft der Alpenkräuter durchdringt das ganze Gebäude – einen Lehmbau der Basler Architekten Herzog  &  de Meuron. Die beiden Unternehmen verbindet eine lange Geschichte. Ricola hatte das noch wenig bekannte Büro von zwei aufstrebenden Architekten Anfang der 1980er-Jahre mit der Renovation des Firmensitzes beauftragt – lange bevor Herzog & de Meuron zu einem weltweit renommierten Namen wurde. Später kamen sechs weitere Gebäude hinzu – unter anderem das Lagerhaus, das Verpackungs- und Vertriebsgebäude und eben das Kräuterzentrum. Im grössten Lehmbau Europas werden die Kräuter verarbeitet und gelagert.
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