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Rekord-Quartal: Apple nicht zu bremsen

Apple-Chef Steve Jobs - hier im September in San Fransisco - ist begeistert über das Rekord-Quartal (Bild: Keystone)

Soviel hat Apple noch nie verdient: Im dritten Quartal haben iPhone, iPad und Mac den Umsatz um mehr als 80 Prozent nach oben schnellen lassen, den Gewinn sogar um 125 Prozent. Nur ein Gerät verkaufte sich schlechter als zuletzt.

Veröffentlicht 20.07.2011

Die Kunden reissen Apple die Geräte weiter aus den Händen. Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni wurde Apple mehr als 20,3 Millionen iPhone-Handys los, fast 9,3 Millionen iPad-Tabletcomputer und annähernd 4 Millionen Mac-Rechner.

«Wir sind begeistert darüber, dass wir das beste Quartal aller Zeiten abliefern konnten», sagte Konzernchef Steve Jobs im kalifornischen Cupertino.

Der Umsatz schoss angesichts der blendenden Verkäufe um 82 Prozent auf 28,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 125 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Soviel hatte Apple (Aktienkurs Apple) noch nie verdient.

iPhone macht iPod überflüssig

Einziger Wermutstropfen waren die iPod-Musikspieler, deren Absatz weiter fiel auf zuletzt 7,5 Millionen Stück. Viele Apple-Fans hören ihre Songs inzwischen lieber über das iPhone.

Apple ist derzeit so erfolgreich unterwegs wie kaum ein zweites Unternehmen. Zuletzt wirbelte der kalifornische Elektronikkonzern mit dem iPad den gesamten Markt durcheinander, nachdem ihm dies schon zuvor mit dem iPhone und dem iPod gelungen war.

Nächstes Grossprojekt ist iCloud - bei diesem Dienst liegen etwa Musikstücke zentral auf grossen Internet-Rechnern und können vom Nutzer von überall aus abgerufen werden.

Spekulationen um Jobs' Nachfolge

Die krankheitsbedingte Auszeit von Steve Jobs lässt derweil wieder einmal die Nachfolgediskussion hochkochen. Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» haben sich einzelne Apple-Verwaltungsräte mit Personalvermittlern getroffen, um auszuloten, welcher Manager in Jobs' Fussstapfen treten könnte. In mindestens einem Fall sei auch der Chef eines namhaften anderen Technologiekonzerns angesprochen worden.

Jobs selbst schrieb in einer E-Mail an das Blatt: «Ich glaube, das ist Quatsch.» Die Zeitung berief sich auf eingeweihte Personen. Demnach handelte es sich bei dem Vorstoss der Verwaltungsräte wahrscheinlich um Alleingänge. Die Gespräche hätten auch mehr dem allgemeinen Ziel gedient, die Möglichkeiten von Apple abzustecken, als konkret einen neuen Chef zu finden.

Jobs hat sein Arbeitspensum seit Januar reduziert, um seine Gesundheit zu schonen. Es ist unklar, was ihm fehlt. Der 56-Jährige kämpft seit Jahren mit schweren Krankheiten. 2004 hatte er wegen Krebs behandelt werden müssen; 2009 bekam er eine neue Leber. Bei öffentlichen Auftritten wirkte er zuletzt dünn.

Aktionäre hatten immer wieder verlangt, dass Apple einen Nachfolgeplan vorlegt.

(tno/laf/sda/awp)

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