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Zum 16. Mal hat BILANZ im Mystery Shopping das beste Angebot im Schweizer Private Banking gefunden.
Die Gesamtsieger: Maerki Baumann.
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Die ersten Bioläden machten in den 1970er Jahren auf. In den folgenden Jahrzehnten erlebte nachhaltige Landwirtschaft einen Boom. Inzwischen sind Bioprodukte aus den Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken. Der Hauptdarsteller des diesjährigen BILANZ-Private-Banking-Ratings setzte früh auf biodynamische Produkte – und profitierte. Im Vorjahr verkaufte der Unternehmer sein Lebenswerk, und nun sitzt der 70-Jährige auf einem Berg von Geld. Der Deutsche mit Schweizer Pass hat seinen Wohnsitz in Graubünden. Die meiste Zeit verbringt er jedoch auf seiner Yacht im Mittelmeer, gerne in der Ägäis, wo er frühere Lieferanten besucht. Sorgen bereitet ihm die Inflation. Dass diese an seinem Geldberg knabbert, ist für den Firmengründer ein beunruhigendes Gefühl. Die Kaufkraft zu erhalten und den Ruhestand weiter in vollen Zügen zu geniessen, ist sein Ziel.
Über seinen Treuhänder wandte sich der Unternehmer anonym an BILANZ, um da Unterstützung bei der Suche nach den besten Angeboten im Schweizer Private Banking zu erhalten. Der Jury des Private-Banking-Ratings gefiel der Fall.
Vergangenen Herbst startete der umfangreiche Test. Hinter einem Treuhänder versteckt, wurden im Namen des Kunden bei über 100 Schweizer Banken Anlagevorschläge eingeholt. Die Jury des Ratings unter Leitung von Finanzprofessor Thorsten Hens wählte die hochwertigsten Offerten aus. Das Institut für Vermögensaufbau (IVA) unterzog diese Vorschläge einer Detailanalyse. Auf Basis der Ergebnisse kürte die Jury drei Finalisten. Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB), Maerki Baumann und Valiant wurden ins Sorell Hotel Zürichberg eingeladen. Dort mussten die Berater ihre Vorschläge dem Kunden präsentieren. Dass BILANZ anwesend war, erfuhren sie erst dort. Die Zürcher Privatbank Maerki Baumann setzte sich als Gesamtsiegerin durch.
Die Jury lockte die Banken 2024 mit einem besonders schmackhaften Köder: Insgesamt hingen 40 Millionen Franken am Haken. Weil der Unternehmer die Leistungen der Banken im Realbetrieb vergleichen will, möchte er die 40 Millionen auf drei gleich grosse Mandate verteilen. Die Vermögenswerte hält er in einer Holding. Das Ziel für die nächsten zehn Jahre: eine Kapitalrendite deutlich über der hiesigen Inflation. Bevorzugt werden Direktanlagen in Aktien und Immobilien. Obwohl der Gründer bereits Immobilien im Wert von über 100 Millionen Franken besitzt, würde er das Betongoldportfolio um Opportunitäten ausbauen. Von den Banken erwartet er Vorschläge. Und sie sollen auch gleich das Fremdkapital zur Verfügung stellen. Da der Gründer beträchtliches Vermögen im Euroraum besitzt, will er die Fremdwährungsrisiken in den ausgeschriebenen Depots klein halten. Selber mit biodynamischen Produkten reich geworden, legt er auch in der Geldanlage Wert auf Nachhaltigkeit, insbesondere den Umweltschutz. Für unvorhergesehene Ausgaben sollen die Banken zwei Millionen liquid halten. «Er ist ein spontaner Käufer, es kann passieren, dass ihm eine Yacht oder ein Luxussportwagen gefällt», sagt Thorsten Hens.
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Obwohl der Unternehmer in der Geldanlage wenig Erfahrung mitbringt, will er die Zügel nicht aus der Hand geben, und wünscht ein Beratungsmandat. Habe er Vertrauen gefasst, könne dieses später in ein Verwaltungsmandat übergehen.
Im Dezember trudelten die ersten Angebote ein. Im ersten Schritt sortierte die Jury die Nieten aus. Davon gab es einige. Obwohl der Kunde möglichst wenig Währungsrisiken eingehen will, packte ein Anbieter aus dem angrenzenden Ausland US-Firmenanleihen im Wert von 1,5 Millionen ins Depot. Eine Bank aus einem Gebirgskanton reichte ihren Vorschlag zwar pünktlich ein – doch der Rest war laut Jurymitglied Alex Hinder «eine Katastrophe»: ein Angebot für Peter Muster und die Peter Muster Holding. Der Kundenberater wurde nicht genannt, die Bank nicht vorgestellt und keine Kosten ausgewiesen.
Eine renommierte Genfer Privatbank verschenkte einfach zu holende Punkte. «Das ESG-Bedürfnis wurde erfasst, wie die Umsetzung funktioniert, hat die Bank aber nicht gezeigt. Die Begründung für ein bankeigenes Produkt fehlte», kritisiert Jurymitglied Nadja Bleuler.
Einen Vorschlag einer US-Bank fand Jurymitglied Peter Wüthrich «erschreckend». Rückfragen wurden keine gestellt, die Bedürfnisse des Kunden nicht erkannt. Den Anlageprozess haben die Profis nicht beschrieben. «Herausragend» war die All-in-Fee von 1,03 Prozent – für ein Beratungsmandat dieser Grösse viel zu hoch.
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Mit einem ungleich besseren Vorschlag schaffte es die BLKB ins Finale. «Die Basellandschaftliche Kantonalbank hat sich mit den langfristigen Zielsetzungen des Kunden auseinandergesetzt, das gefällt mir», sagt Jurymitglied Stephanie Feigt. Zur Präsentation vor dem potenziellen Kunden wurden hochrangige Mitarbeiter nach Zürich geschickt. Bei traumhaftem Frühlingswetter erschien im Sorell Hotel mit Michele Citino sogar ein Mitglied der Direktion. Begleitet wurde er von Portfoliomanager Jan von Burg und dem Leiter Private Banking Basel & Binningen, Ivan Krattiger.
Um die Vor- und Nachteile einer höheren Aktienquote darzulegen, hatten die Experten zwei Strategien mittels Backtest «durchgerechnet». Eine mit einer Aktienquote von 60 und eine mit 80 Prozent. Riskiert werden maximal 20 Prozent. In der Simulation erreichte die Strategie mit dem 80-prozentigen Aktienanteil die Zielrendite von vier bis fünf Prozent über der Inflation mit Leichtigkeit, die 60-Prozent-Aktien-Strategie gerade so eben. Dabei wies die 80-Prozent-Aktien-Strategie so eine bessere Sharpe Ratio aus, erzielte die höhere Rendite also mit verhältnismässig geringerem Risiko. Auch hätte sich die 80-Prozent-Strategie in grossen Krisen wie dem Covid-Crash weit schneller erholt. Die 80er-Strategie wurde dem Kunden dann auch nahegelegt. Weil dieser Währungsrisiken scheut, würde die BLKB 70 der 80 Prozent in Schweizer Einzeltitel investieren.
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Jurymitglied Nadja Bleuler findet den bei allen Banken verbreiteten überdurchschnittlichen Home Bias weniger ideal. Zwar habe der Schweizer Aktienmarkt auf 20-Jahres-Sicht outperformt, in den letzten zehn Jahren hätte ein Anleger mit dem US-lastigen MSCI World Index jedoch 50 Prozent mehr verdient. Den Unterschied machen vor allem Technologieaktien, die wie auch Energietitel in der Schweiz kaum vertreten sind.
Die Gesamtsieger: Maerki Baumann
★ Nicole Trachsel, Konstantinos Ntefeloudis und Mirielle Wyss (v.r.) holten für die Zürcher Privatbank im 16. Private-Banking-Rating den Gesamtsieg. Als einzige Teilnehmer setzten die Geldmanager Kryptoanlagen ein. Zwei Prozent Ethereum im Portfolio haben in den drei Monaten seit der Einreichung im Dezember zu einer Überrendite von 4,4 Prozent geführt. Besonders positiv fiel neben den tiefen Gesamtkosten die Konsolidierungsplattform für sämtliche Vermögenswerte auf. Dort findet selbst die Yacht des Kunden Platz.
Suse Heinz für BILANZDie Kostenführer: Valiant
★ Die grösste Regionalbank der Schweiz schickte Renato Flückiger, Dominik Kaufmann und Daniel Gasser (v.r.) in den Kampf um die Kundengelder. Als einzige Bank brachte Valiant zur Freude des Kunden Put- und Call-Optionen ins Spiel. Auch der Einsatz von ESG-Produkten kam gut an. Selbst ein Exposé für eine voll vermietete Gewerbeliegenschaft hatten die Berater im Angebot. Bei der Interaktion, der Ganzheitlichkeit und der Transparenz erreichten sie Bestnoten. Lediglich bei der Riskoanalyse räumte die Bank nicht ganz ab, aber auch hier gehört sie zu den Besten.
Suse Heinz für BILANZDie Strategen: BLKB
★ Die Jury fand den Vorschlag der Basellandschaftlichen Kantonalbank am strategischsten. Michele Citino, Ivan Krattiger und Jan von Burg (v.r.) haben sich glaubwürdig mit den langfristigen Zielen des Kunden auseinandergesetzt. Im Backtest erreichte die vorgeschlagene Strategie mit 80 Prozent Aktien die Zielrendite mit Leichtigkeit. Bestnoten gab es für die Interaktion mit dem Kunden und die Transparenz. Für den Sieg reichte es jedoch nicht. Wie bei vielen Anbietern gibt es bei der Risikoanalyse noch Luft nach oben.
Suse Heinz für BILANZ80 Prozent Aktien klingen nach viel, sind aber durchschnittlich. Im Schnitt wiesen die 19 vom IVA durchleuchteten Anlagevorschläge eine Aktienquote von 81 Prozent aus. Das ist der zweithöchste Wert in der 16-jährigen Testgeschichte. Die Spannbreite reicht von 45,8 Prozent (LGT) bis 100 Prozent (ZKB). Auf Obligationen und Alternative Anlagen verzichten 8 der 19 IVA-geprüften Banken. Im Durchschnitt beträgt der Obligationenanteil neun Prozent, die Liquidität fünf Prozent. Die restlichen fünf Prozent verteilen sich auf Immobilien, Edelmetalle und Alternatives.
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Krypto gilt seit der Zulassung der Bitcoin-ETFs in den USA zwar als Anlageklasse, wurde aber nur von Maerki Baumann eingesetzt. Die Zürcher Privatbank ist im Kryptouniversum bereits fünf Jahre aktiv. Hans Syz und Dr. Carole Schmied-Syz sind Eigentümer der Bank, die mit 83 Mitarbeitern über neun Milliarden verwaltet. Beraterin und Direktionsmitglied Nicole Trachsel, ESG-Expertin Mirielle Wyss und Investment-Management-Chef Konstantinos Ntefeloudis wurden auf den Zürichberg entsandt.
Vor der Jury versuchte Ntefeloudis dem potenziellen Kunden die Vorteile einer Beimischung von Kryptoanlagen schmackhaft zu machen. Zwei Prozent Ethereum im Portfolio hätten in den drei Monaten seit der Einreichung im Dezember zu einer Überrendite von 4,4 Prozent geführt. Während der Index um 5,6 Prozent zulegte, wies der Anlagevorschlag dank Krypto zehn Prozent Gewinn aus – laut Ntefeloudis ohne die Risiken zu erhöhen. Eine für die Jury etwas verharmlosende Darstellung. «Es kommt ja immer darauf an, welche Zeiträume man anschaut», sagt Bleuler.
Abseits von Krypto präsentiert Maerki Baumann ein recht klassisches Depot, bestehend aus 75 Prozent Aktien, 15 Prozent Oblis und 5 Prozent Rohstoffen in Form von zwölf Kilo Gold. Anfang Jahr machte Maerki Baumann auf der taktischen – also kurzfristigen – Seite Anpassungen. Die Empfehlung für das Beratungsmandat: das Übergewicht von Schweizer Aktien um 5 Prozentpunkte auf 55 Prozent zu reduzieren und den Anteil globaler Titel um 5 Punkte auf 20 Prozent auszubauen.
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Hintergrund: Die Privatbank prognostiziert, dass die US-Wirtschaft weiterhin besser läuft als die europäische. Die Schweiz komme wegen der engen Verbindung zu Europa nicht so richtig in Fahrt. Konkret hätte Maerki Baumann im vorgeschlagenen Portfolio am 10. Januar Qualitätsaktien wie Coca-Cola, Accenture oder Anheuser-Busch gekauft und Nestlé und Roche reduziert. Gewinne hätten die Experten bei Lindt & Sprüngli mitgenommen. Julius Bär wäre mit Caterpillar wegen ESG-Bedenken aus den Portfolios geflogen, wie Sustainability Officer Mirielle Wyss erklärt.
ESG ist bei den Banken ein grosses Thema. Am Ziel ist man laut der Jury aber noch nicht. «Bei der Nachhaltigkeit haben alle enttäuscht. Da hätte man viel weiter sein können», so Peter Wüthrich.
Mit 5500 Verwaltungsmandaten, 18 Anlagefonds und 11 Strategiefonds verwaltet Valiant 33 Milliarden an Kundengeld. Der Leiter der Vermögensberatung in der Zentralschweiz, Dominik Kaufmann, Chefökonom Renato Flückiger und der Leiter Advisory, Daniel Gasser, nahmen sich vor, die Assets um die Millionen des Unternehmers zu vergrössern. Mit der Empfehlung, das Holding- ins Privatvermögen zu transferieren, um Steuern auf Kapitalgewinne zu vermeiden, traten sie zu Beginn in ein Fettnäpfchen: Der anwesende Treuhänder hatte die Holding eigens konstruiert, um Steuern auf Dividenden zu vermeiden.
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Besser kam das Depot an. 64 Prozent würde Valiant in Schweizer Aktien investieren, aufgeteilt auf 22 Einzeltitel, 34 Prozent in ausländische Aktien – mittels sieben ETFs. Um einen Glättungseffekt zu erzielen, empfehlen die Profis, das Kapital über drei, vier Quartale zu investieren. Die Erträge des Depots würden sie mit Call- und Put-Optionen optimieren. Eine Idee, die dem Kunden sehr gut gefiel. Selbst ein Angebot für eine Gewerbeimmobilie in Inwil hatte Valiant dabei.
Die Geldmanager berechneten, welche Rendite mit dieser Strategie über zehn Jahre möglich wäre. Läuft es besonders gut, werden aus 10 Millionen 37 Millionen, im Worst Case ginge der Depotwert von 10 auf 7 Millionen zurück. Wie der historische Stresstest zeigt, hätte der Anlagevorschlag in der Finanzkrise 45 Prozent und beim Covid-Abverkauf 12,4 Prozent eingebüsst.
Eine Risikoaufklärung gehört bei seriösen Anbietern heute zum Standard. Das IVA stellt den geprüften Banken auch ein gutes Zeugnis aus. Zum ersten Mal seit vier Jahren war in allen ausgewerteten Vorschlägen zumindest einfache klassische Risikomasse vorhanden – bei gut der Hälfte davon in guter oder sogar sehr guter Form.
Valiant punktet mit den tiefsten Gebühren unter allen geprüften Angeboten. Die Bank begnügt sich mit 0,28 Prozent für das Beratungsmandat. Die höchste geschätzte Gesamtkostenquote ist mit 0,79 Prozent mehr als doppelt so hoch. Im Durchschnitt liegen die Gesamtkosten bei 0,47 Prozent. Ein Beratungsmandat ist günstiger, obwohl es wegen des ständigen Austauschs aufwendiger ist. Die inneren Kosten liegen im Mittel bei 0,05 Prozent, was für ein sehr hohes Mass an Kostenbewusstsein bei der Umsetzung der Vorschläge spricht. Der Unternehmer ist in guten Händen.
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Baloise: «59% des Portfolios sind in 28 Schweizer Einzelaktien investiert. Trotz dieser hohen Konzentration ist das Portfolio international und sektoral schön diversifiziert. Durch die Beimischung von Renten und Gold wird das Portfolio noch robuster. Hinzu kommen Schweizer Immobilienaktien als ETF und ein Fonds, der in nachhaltige Schweizer Neubauprojekte investiert. Die 7% Renten enthalten zwei Einzelanleihen à 2%. Das ist etwas unkonventionell.»
BEKB: «55% des Portfolios der BEKB sind in 23 Schweizer Aktien investiert. Vier internationale ETFs ermöglichen die globale Diversifikation. Dem Kundenwunsch nach wenig Währungsrisiko wurde durch Währungssicherung entsprochen. Noch schöner wäre das Portfolio mit Positionen in den Schwellenländern, Obligationen und Alternatives.»
BKB: «Das Portfolio der BKB besteht nur aus 27 Schweizer Einzelaktien und 12 internationalen Aktien. In jede der Schweizer Aktien sind mindestens 2,8% investiert, was ein hohes Vertrauen des Portfoliomanagers in alle Einzeltitel widerspiegelt. Auf Kollektivanlagen und andere Assetklassen wurde gänzlich verzichtet. Sie könnten das Portfolio bereichern.»
BLKB: «Das BLKB-Portfolio besteht aus 15 Einzelobligationen mit je 0,64%, die Hälfte davon Hypothekenbanken. Die Durationsstruktur setzt auf fallende Zinsen. 30 Schweizer Einzelaktien bilden den Kern des Portfolios; sie sind nach Überzeugung gewichtet. Ein nachhaltiger internationaler Aktienfonds sorgt für regionale Diversifikation. Die Schweizer Big-3-Aktien bilden mit zusammen 36% des Aktienanteils ein Klumpenrisiko.»
Globalance: «Globalance hat 27 internationale Einzelaktien ausgewählt und mit jeweils 3,26% gleich gewichtet. Zwei der Aktiengesellschaften kommen aus der Schweiz, sieben aus dem restlichen Europa und drei aus Japan. Nur Titel, von denen das Fondsmanagement sehr überzeugt ist, haben es ins Portfolio geschafft. Das Währungsrisiko kann der Kunde auf Wunsch absichern lassen. Hinzu kommen 10% in einem Fonds. Die Kehrseite des fokussierten Portfolios sind ungenutzte Chancen der Diversifikation, etwa in Emerging Markets oder andere Anlageklassen.»
LGT: «LGT hat 14 Unternehmensobligationen mit jeweils gut 3% gewichtet, vier davon lauten auf US-Dollar. Hinzu kommen zwölf Schweizer Aktien mit je 2,5%, 16% sind in Kollektivanlagen investiert, davon zwei Themenfonds. Trotz des konzentrierten Portfolios liegt eine sehr gute sektorale Diversifikation vor.»
LUKB: «Die LUKB hat ein Portfolio aus 82% Einzelaktien und 18% Barmitteln vorgeschlagen. Die 23 Schweizer Aktien bilden den Kern des Portfolios, ergänzt um sieben europäische und sieben amerikanische Titel. Auf Kollektivanlagen und andere Assetklassen wurde verzichtet, das Währungsrisiko gering gehalten. Aktien aus Asien würden das Portfolio noch bereichern.
Mit einem mehrstufigen Test bringt BILANZ grössere Transparenz ins verschlossene Private Banking. Der Vergleich wurde anonym als Mystery Shopping durchgeführt.
1. Anschreiben: Die ersten Treffen mit dem Testkunden fanden im Herbst statt. Die Ziele des Unternehmers wurden festgehalten und in einem detaillierten Anschreiben erklärt. Es wurde von einem zwischengeschalteten Treuhänder an mehr als 100 Banken verschickt. Diese hatten bis zum 18. Dezember Zeit, einen ausführlichen Anlagevorschlag einzusenden.
2. Vorselektion: Schriftliche Rückfragen waren möglich. Die Antworten wurden standardisiert, um Fairness zu gewährleisten. Die Jury wählte die 19 hochwertigsten Vorschläge aus.
3. Analyse: Diese 19 Vorschläge wurden im nächsten Schritt durch das unabhängige Institut für Vermögensaufbau (IVA) einer umfangreichen Analyse unterzogen. Bewertet wurden Interaktion, Kosten, Ganzheitlichkeit, Transparenz, Risikoaufklärung und Portfoliostruktur.
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4. Kundenpräsentation: Aus den vom IVA am besten bewerteten Banken wählte die Jury drei Finalisten aus. Diese wurden für den 14. März ins Sorell Hotel Zürichberg geladen. Dass BILANZ hinter dem Fall steckt, wurde erst dort kommuniziert. Die Bankenteams präsentierten ihre Vorschläge vor dem Kunden und der Jury.
5. Auszeichnung: Auf Basis der IVA-Ergebnisse und der Qualität der Präsentationen vergab die Jury die Auszeichnungen (siehe Seite 110). Langjährige Qualitätsleader sind Banken, die mindestens viermal getestet und bei ihren letzten drei Tests jeweils mit «gut» bewertet wurden.
Für unseren kommenden Test suchen wir wieder Testkunden. Bei Interesse: redaktion@bilanz.ch


1: Jurypräsident Thorsten Hens ist Finanzprofessor an der Universität Zürich, Vizedirektor des Department of Finance an der Uni Zürich und Gründungspartner der Firma Behavioral Finance Solutions, die Konzepte entwickelt, um das Anlageverhalten zu verbessern.
2: Stephanie Feigt ist Gründerin und CEO von 3rd-eyes Analytics, einem Fintech für digitale Vermögensplanung. Zuvor war sie u.a. CIO und Co-CEO von RobecoSAM und Chefin der Investmentstrategie der Bank Leu.
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3: Dirk Rathjen ist Vorstand beim Münchner Institut für Vermögensaufbau (IVA). Zuvor arbeitete er für internationale Konzerne und war für Fondsresearch, Portfolio- und Risikomanagement zuständig.
4: Ueli Etzweiler ist geschäftsführender Partner beim Berner Vermögensverwalter Legato. Zuvor arbeitete er bei Valiant als Mitglied der Direktion und leitete ein Team im Private Banking.
5: Nadja Bleuler ist Chefökonomin, Nachhaltigkeitsverantwortliche und Partnerin beim Marcuard Family Office, einem unabhängigen Multi-Family Office aus Zürich.
6: Erich Gerbl leitet bei BILANZ die Finanzredaktion.
7: Alex Hinder ist Gründer von Hinder Asset Management. Zuvor war er Geschäftsleitungsmitglied bei der Bank Leu und Vontobel AM. Hinder war während neun Jahren Präsident des Anlageausschusses der Publica.
8: Peter Wüthrich ist Impact-Investor und berät Vermögenseigentümer bei der Gehrenholz GmbH. Zuvor war er Analyst und Portfoliomanager bei verschiedenen Banken und Vermögensverwaltern, zuletzt als Geschäftsleitungsmitglied der Rothschild Bank Zürich.
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