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Umstrittene Digitalbank

Radicants einziger Ertrag sind Steuergutschriften

Bislang hat die Digitalbank nie Zahlen publiziert. Nun zeigen Dokumente erstmals, was die Bank 2024 konkret verdiente.

Michael Heim Handelszeitung

<p>BLKB-Chef John Häfelfinger wollte mit Radicant ein neues Geschäftsfeld für die Kantonalbank eröffnen. Als der politische Druck zu gross wurde, trat er zurück.</p>

BLKB-Chef John Häfelfinger wollte mit Radicant ein neues Geschäftsfeld für die Kantonalbank eröffnen. Als der politische Druck zu gross wurde, trat er zurück.

Handout

Ertrag null, Reinergebnis tief negativ. Dass die Digitalbank Radicant nicht in die Gänge gekommen ist, weiss man spätestens, seit die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) im Juli gut 105 Millionen Franken auf ihrer Tochter abschreiben musste.

Zahlen hat die Bank bisher aber nie offengelegt. Interne Dokumente, die der Handelszeitung vorliegen, zeigen nun Genaueres: 2024 verbuchte Radicant einen Verlust von 25,4 Millionen Franken, der noch deutlich grösser gewesen wäre, hätte die Bank nicht 4,6 Millionen aus Steuergutschriften verbuchen können.

0,0 Millionen Franken Ertrag aus Handel und Kommissionen

Operativ verdient die Bank nichts. Auf 105 Millionen Franken Bareinlagen – komplett bei Banken parkiert – erzielte Radicant ein Zinsergebnis von 0,2 Millionen Franken. Noch magerer sieht es im Kerngeschäft Vermögensverwaltung aus. Radicants Einnahmen aus Handel und Kommissionen beziffert die BLKB jeweils mit 0,0 Millionen Franken. Zu den verwalteten Vermögen macht die Bank keine Angaben. Unterlagen von 2024 legen aber nahe, dass das Wachstum zuletzt eher abnahm.

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