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Veränderung

Umbruch in der Luftfahrt: Piloten in der Pflicht?

Die Luftfahrt ist im Wandel: Billigflieger rauben Marktanteile und der Einfluss arabischer Airlines wächst ungebrochen. Und: Der Umbruch in der Branche offenbart sich auch im Lohngefüge der Piloten.

Mathias Ohanian

Airlines und ihre Arbeitsbedingungen: Ryanair-Chef Michael O'Leary fällt oft durch exzentrische Auftritte auf. Zugleich kritisiert eine EU-Studie die Beschäftigungsverhältnisse in seinem Unternehmen. Auch die Lohnunterschiede je nach Airline sind gross, wie der folgende Überblick zeigt.
Rang 12: Das Endgehalt eines Ryanair-Piloten liegt 2014 bei rund 85'000 Euro. Das Einstiegsgehalt ist 53'000 Euro und als Co-Pilot verdient man gerade mal noch 25'000 Euro pro Jahr. (2014)
Rang 11: Bei Etihad liegt der Richtwert eines Co-Piloten bereits bei etwa 62'000 Euro, Das Einstiegsgehalt eines Kapitäns bei 84'000 und kann bis maximal 94'000 Euro steigen.
Rang 10: Ein Emirates Co-Pilot verdient zu Beginn seiner Laufbahn rund 69'000 Euro. Sobald man als Kapitän angestellt ist, gibt es 98'000 Euro.
Rang 9: Bei Air Berlin startet ein Co-Pilot mit einem Salär von 45'000 Euro. Das Einstiegsgehalt eines Kapitäns liegt bei 80'000 und geht hoch bis 115'000 Euro.
Rang 8: Bei der Skandinavischen Airline SAS verdient der Co-Pilot 38'000 Euro im Jahr. Beim Einstieg bekommt ein Kapitän 62'000 Euro. Das Gehalt kann sich bis auf 120'000 erhöhnen während der Laufbahn.
Rang 6 und 7: Das Gehalt eines Co-Piloten bei Easyjet Spanien liegt bei 49'000 Euro (Easyjet Schweiz: 52'000). Das Einstiegssalär des Kapitains ist mit 113'000 Euro ein bisschen tiefer als dasjenige der Spanier (118'000). Das Gehalt eines  Kapitäns bei Easyjet Spanien geht hoch bis 131'000 (Schweiz: 134'000)
Rang 5: Ein Co-Pilot der Swiss verdient laut Airline 74'000 Euro im Jahr. Ein Kapitän beginnt mit einem Salär von 124'000 und kann mit der Zeit bis zu rund 174'000 Euro verdienen. Aeropers-Geschäftsführer Henning Hoffmann verweist indes auf die Rückzahlungsverpflichtungen des Ausbildungsdarlehens junger Piloten über sechs Jahre. Somit betrage das Einsstiegssalär bei der Swiss nur etwa 53'000 Euro.
Rang 4: Ein Co-Pilot der British Airways verdient 61'000 Euro. Beim Start der Kapitäns-Karriere liegt das Salär bei 77'000. Dieses kann sich bis auf 181'000 Euro erhöhen.
Rang 3: Bei TUI Fly bekommt ein Co-Pilot 63'000 Euro Jahresgehalt. Der Einstiegslohn eines Kapitäns liegt bei 106'000 Euro und geht hoch bis auf 204'000 Euro.
Rang 2: Der Co-Pilot verdient bei der Lufthansa 63'000 Euro. Das Anfangsgehalt eines Kapitäns liegt bei 106'000 Euro und kann während der Laufbahn bis auf 225'000 Euro steigen.
Rang 1: Bei Air Fance KLM verdient ein Co-Pilot zwar noch bescheiden (49'000 Euro). Als Kapitän jedoch kommt man anfangs bereits auf 134'000 Euro und schliesslich rund 230'000.Bilder: Keystone, zvg, FacebookBei allen Gehältern handelt es sich um grobe Richtwerte, die auch abhängig sind vom Dienstalter (weitere Zahlungen wie Vorsorgeleistungen und Spesen möglich). Quelle: Mensch Danke
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Airlines und ihre Arbeitsbedingungen: Ryanair-Chef Michael O'Leary fällt oft durch exzentrische Auftritte auf. Zugleich kritisiert eine EU-Studie die Beschäftigungsverhältnisse in seinem Unternehmen. Auch die Lohnunterschiede je nach Airline sind gross, wie der folgende Überblick zeigt. RMS

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Als die Airline-Welt noch in Ordnung war, zehrten Piloten von ihrem glamourösen Image. Sie konnten Vereinbarungen durchsetzen, die ihnen nicht nur einen hohen Lohn, sondern auch den Job sicherten. Doch längst ist der Luftfahrtmarkt ein anderer, der wirtschaftliche Druck enorm.

Billigflieger wie Easyjet und Ryanair rauben Marktanteile, arabische Airlines wie Qatar, Emirates und Etihad bauen ihren Einfluss stetig aus. «Nicht alle Piloten haben den Ernst der Lage erkannt», sagt Swiss-Konzernchef Harry Hohmeister, der in dieser Woche eine neue Konzernstrategie präsentierte.

Schwergewichte der Branche leiden

Die Umwälzungen treffen freilich auch die Schwergewichte der Branche. Bei der Konzernmutter der Swiss fielen seit April in vier Streikwellen insgesamt rund 4300 Flüge aus. Das knabbert am Markenwert der Lufthansa, der laut einer Studie allein im vergangenen halben Jahr um über ein Drittel geschrumpft ist. Die Kosten der Ausstände liegen bei Dutzenden Millionen Euro.

Bei der Nummer Zwei im europäischen Markt hat der zweiwöchige Pilotenstreik gar ein Loch von einer halben Milliarde Euro in die Bilanz gerissen, wie Air France KLM am gestrigen Mittwoch meldete. Das wäre mehr als ein Fünftel des voraussichtlichen Jahresgewinns, der zuletzt wegen der hohen Konkurrenzdrucks ohnehin schon einmal gesenkt werden musste.

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Gehaltsunterschiede bei Piloten gewaltig

Die Airlines verlangen von ihren Piloten, dass sie die Umwälzungen in der Branche mittragen, also flexibler arbeiten – und vor allem auf Gehalt verzichten. Fakt ist: Der Umbruch in der Branche offenbart sich auch im Lohngefüge der Piloten. Die Unterschiede zwischen den Airlines sind teils gewaltig (siehe Bildergalerie oben).

Die Frage steht also im Raum: Sind Piloten eine verwöhnte Spezies, die sich gegen den Wandel stemmt, weil es den Verlust von Geld und Privilegien bedeutet? Die Interessensvertreter der Piloten sehen es freilich nicht so. «Die Strategie des Managements geht nicht auf. Selbst wenn wir Piloten gratis fliegen würden, wäre die Swiss immer noch teurer als die Billig-Airlines», sagte Aeropers-Geschäftsführer Henning Hoffmann der «Handelszeitung».

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