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Hochkonjunktur der Nein-Sager an Schweizer GVs

Unter den Aktionären werden kritische Stimmen immer mehr. Besonders viel Gegenwind kommt von den Shareholdern kleinerer Unternehmen. Verwaltungsräte wünschten sich wohl manchmal, sie wären in den USA.

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Aktionäre: Hierzulande sind sie deutlich ungnädiger als etwa in den USA.  Keystone RMS

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Den Verwaltungsräten der Schweizer Unternehmen sehen sich bei Vergütungsanträgen zunehmendem Gegenwind ausgesetzt. So ist an den Generalversammlungen in diesem Jahr der Anteil der ablehnenden Stimmen weiter angestiegen.
An den Generalversammlungen 2017 der 100 grössten Unternehmen des Aktienindex SPI lehnten 14,6 Prozent der Aktionäre im Median den Vergütungsbericht ab. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 2,3 Prozentpunkte, wie der Stimmrechtsberater Swipra am Freitag mitteilte.

Mangelnde Transparenz

Besonders kritisch zeigten sich die Aktionäre bei den Unternehmen, die nicht zu den ganz grossen zählen. So wurden die Vergütungsberichte bei Nicht-SMI-Unternehmen im Median von 16,3 Prozent der Aktionärsstimmen abgelehnt.
Swipra erklärt sich die Entwicklung vor allem mit der steigenden Unzufriedenheit der Aktionäre mit der Information über die Vergütungsberichte. «Aus Sicht der Investoren fehlt es vor allem bei kleineren Unternehmen an Transparenz und Offenlegung», sagte Swipra-Geschäftsführerin Barbara Heller an einer Medienkonferenz in Zürich.

Gnädigere US-Aktionäre

Gleichzeitig stellt Heller in der Entwicklung markante Unterschiede zum Ausland fest. In den USA oder in Grossbritannien stimmten 2017 lediglich 4,7 Prozent respektive 3,2 Prozent der Aktionäre gegen die Vergütungsberichte. In der Schweiz sind demnach die Investoren besonders kritisch. Gründe dafür sieht Heller bei der Kommunikation und der Standardisierung der Berichte.

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So sei im angelsächsischen Raum der Austausch zwischen Investoren und Unternehmen reger als in der Schweiz, sagte sie. Schweizer Unternehmen hätten da ein Nachholbedarf. Gleichzeitig sei die Offenlegung in den USA und in Grossbritannien standardisierter als in der Schweiz, was eine Prüfung einfacher mache.
Heller ortet in diesem Zusammenhang aber auch eine nur «limitierte» Bereitschaft der grossen Aktionäre zur eingehenden Prüfung der Vergütungsberichte. So habe zum Beispiel ohne ersichtliche Gründe ein einzelner grosser internationaler Investor – es handelt sich um die britische Fondsgesellschaft Fidelity – in der Schweiz bis zu 75 Prozent der Vergütungsberichte abgelehnt, in Grossbritannien dagegen nur 47 Prozent. Gleich verhalten sich laut Swipra auch einzelne grosse Schweizer Investoren.
Kritik an Stimmrechtsberater
Swipra kritisiert dabei auch die eigene Zunft. «Die gestiegene Ablehnungsraten der Stimmrechtsberater werfen auch Fragen zur verantwortungsvollen Erstellung von Abstimmungsempfehlungen auf», heisst es in der Mitteilung. So hätten einige Stimmrechtsberater bei über der Hälfte aller Vergütungsberichte und -anträge ein Nein empfohlen. Einige Stimmrechtsberater machten sich offenbar nicht die Mühe die Berichte genau anzuschauen, sagte dazu Heller.

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Selbst hat Swipra im laufenden Jahr 6,2 Prozent der Anträge zur Ablehnung empfohlen (2016: 3,6 Prozent). Der grosse internationale Stimmrechtsberater ISS tat dies bei 15,3 Prozent (2016: 10,5 Prozent), Ethos bei 18,5 Prozent (13,8 Prozent).
Give-aways: Was die Aktionäre an den GVs abstauben können:
(sda/jfr)
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