Schweizer Unternehmen leiden unter der Frankenstärke: Fast 400 Firmen haben 2015 eine Massententlassung ausgesprochen, eine drastische Zunahme zum Vorjahr. Welche Kantone es besonders schwer trifft.
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Diese Firmen streichen 2016 Stellen:Der Industriekonzern Sulzer will gemäss «Handelszeitung»-Recherchen innert eines Jahres 1200 Jobs abbauen. Auch die Schweiz ist laut internen Quellen vom Abbau betroffen. So sollen in der Sulzer-Division Chemtech 90 Arbeitsplätze weggespart werden, die Produktion in Oberwinterthur wird eingestellt.RMSDer japanische Autobauer Honda streicht 55 von 85 Jobs an seinem Genfer Hauptsitz.RMSDer Schindler-Konzern streicht 120 Stellen am Hauptsitz in Ebikon LU. Der Lifthersteller kann nach eigenen Angaben seine Produktion von Aufzugskomponenten nicht mehr genügend auslasten.RMSDer Luxusgüterkonzern Richemont will in diesem Jahr bis zu 350 Stellen in der Schweiz streichen. Der Genfer Konzern begründet den Abbau mit dem schwierigen Marktumfeld, den starken Franken sowie der Flaute im europäischen Tourismus.Keystone750 Jobs will Zurich wegsparen. Damit wird das Sparprogramm intensiviert, denn beim Versicherungskonzern gingen 2015 Umsatz und Gewinn drastisch zurück.RMSPictet lanciert erstmals in 210 Jahren ein gross angelegte Outsourcing. Rund 100 von knapp über 2000 Genfer Jobs landen in Singapur, Hongkong oder Luxemburg.keine AngabenPetroplastVinora Das Verpackungsunternehmen gibt die Produktion in Andwil SG auf. 90 Stellen gehen verloren. Im Werk in Jona SG sind weitere Jobs gefährdet.RMSDer starke Franken und eine schwache Nachfrage haben Bucher dazu gezwungen, 60 Jobs aus Niederweningen ins Ausland auszulagern.RMSCredit Suisse: Im Vorjahr hat Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam «den grössten Jobabbau des Landes angekündigt»: Nun fallen 4000 Stellen der Umstrukturierung der Grossbank zum Opfer.RMSSwisscom: CEO Urs Schaeppi streicht Hunderte Stellen beim grössten Schweizer Telco. Es würden mehrere hundert Stellen vor allem in den unterstützenden Bereichen gestrichen, teilte die Firma am 4. Februar mit: «Swisscom geht davon aus, dass im laufenden Jahr rund 700 Mitarbeiter als Folge der Reduktionen vor allem bei unterstützenden Bereichen den Sozialplan beanspruchen werden.»RMSDie Sauter-Gruppe will in Basel bis zu 100 Stellen abbauen. Viele Angestellte sollen einen Job in Deutschland angeboten bekommen. Das in der Gebäudeautomatisierung tätige Unternehmen kämpft mit der Frankenstärke.RMSDer Outdoor-Ausrüster Black Diamond zieht von Basel nach Tirol – 35 Mitarbeiter sind von der Sitzverlegung betroffen.RMSDie angespannte Lage im Energiesektor fordert ihren Tribut im Berner Oberland. Das Wasserkraftunternehmen KWO streicht 50 Stellen.RMSAufgrund der anhaltenden Überkapazitäten sowie der ungünstigen Wechselkurssituation stellt die Ziegler Papier AG in Grellingen BL die Produktion ein, wie das Unternehmen am 13. Januar mitteilte. 100 Mitarbeiter sind von der Schliessung betroffen.RMSDie GE-Tochter Alstom wird in der Schweiz 1300 Stellen kürzen. Dies gab das Unternehmen am 13. Januar bekannt.RMSDie Zürcher Filiale des Spielsachenhändlers Pastorini schliesst per 27. Februar. 18 Personen verlieren ihre Jobs.RMSCondair ist ein Hersteller von Luftbefeuchtern mit Sitz in Pfäffikon SZ. Das Unternehmen streicht 41 Stellen und verlegt ein Montagewerk vom Zürichsee in die Nähe von Hamburg. Dort wird die Produktion der Firma konzentriert.RMSDer Jobabbau war im vergangenen Jahr ungewöhnlich gross: Tausende Jobs wurden in der Schweiz abgebaut, vor allem von Unternehmen aus der Industrie. Nach der Aufgabe des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank standen exportorientierte durch den stärkeren Franken unter Druck.
PR/KeystoneRMS
Im Jahr 2015 haben knapp 400 Firmen in der Schweiz eine Massenentlassung angekündigt - rund 45 Prozent mehr als noch 2014. Das zeigt eine Umfrage der Sendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens SRF bei den kantonalen Arbeitsämtern. Die Autoren führen dies auf den starken Franken zurück.
2015 hätten 387 Firmen eine Massenentlassung angekündigt, heisst es in einer Mitteilung zur Sendung vom Montagabend. 2014 - also noch vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank am 15. Januar 2015 - waren es laut dieser Umfrage noch 268 gewesen. Das entspreche einem Plus von rund 45 Prozent.
Um Kosten zu senken
Die Zahlen belegten, dass die Unternehmen vermehrt Arbeitsplätze abbauten, um im Zuge des Frankenschocks die Kosten zu senken, schreiben die Sendungsmacher. Zwar seien in der Statistik alle Firmen enthalten, die im besagten Zeitraum eine Massenentlassung ankündigten. Zahlreiche Firmen hätten den Arbeitsämtern als Grund für die Kündigungen jedoch explizit die Frankenstärke angegeben, teilte die Autorin des Beitrags auf Anfrage mit.
Die meisten Massenentlassungen verzeichneten laut der Umfrage 2015 die Kantone Genf (84 Firmen) und Zürich (67 Firmen). Im Kanton Zürich waren am meisten Arbeitnehmende betroffen (4082 Stellen), gefolgt von Genf (1693 Stellen), Zug (1456 Stellen) und St. Gallen (1344 Stellen). Insgesamt hätten die Firmen letztes Jahr den Abbau von 13‘795 Stellen angekündigt. Zu den Kantonen Graubünden und Tessin liegen keine Zahlen vor.
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Massenentlassung
Als Massenentlassungen gelten gemäss Obligationenrecht Kündigungen einer gewissen Mindestzahl von Arbeitnehmenden, die der Arbeitgeber innert 30 Tagen aus betriebsbedingten Gründen ausspricht. Wann eine Massenentlassung im Sinne des Gesetzes vorliegt, hängt von der Betriebsgrösse ab.
In kleinen Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten müssen mindestens 10 Arbeitnehmer von einer Kündigung betroffen sein. Bei Betrieben mit 100 bis 300 Mitarbeitern liegt eine Massenentlassung vor, wenn mindestens 10 Prozent der Angestellten gehen müssen. Bei Grossbetrieben mit mehr als 300 Mitarbeitern spricht man ab 30 Kündigungen von einer Massenentlassung.
In diesem Fall müssen die Arbeitnehmer konsultiert und das kantonale Arbeitsamt schriftlich orientiert werden.