Zuvor hatte er am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern gefrühstückt. «Der Brexit war ein prominentes Thema», sagte der Wirtschaftsminister im Anschluss.
Oberste Priorität
Der angekündigte «harte Brexit» sei dabei nicht als mögliches Vorbild für die Schweiz genannt worden, sagte Schneider-Ammann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Der Bilateralismus werde von den führenden Schweizer Unternehmen ausdrücklich unterstützt, gefordert und gefördert. Von Unternehmensseite sei beim Gespräch die Forderung gestellt geworden, die Schweizer Regierung solle möglichst rasch mit Grossbritannien Kontakt aufnehmen. Ziel sei, die künftigen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Grossbritannien für die Zeit nach einem Austritt aus der EU zu etablieren. Dies habe aus Sicht der Wirtschaft «oberste Priorität».
Diese Forderungen seien nicht nur vonseiten der Banken gefordert worden, fügte Schneider-Amman an. Auch jeder Pharmariese wisse genau, dass er nur dann erfolgreich mit Grossbritannien Geschäfte machen könne, wenn das Finanzierungssystem einwandfrei funktioniere.
Frühstücken mit Topmanagern
Ein gutes Dutzend Schweizer Wirtschaftschefs waren der Einladung des Wirtschaftsministers zum Frühstück gefolgt. Das Meeting wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Prominente Gäste waren etwa UBS-Chef Sergio Ermotti oder der Chef des Versicherungskonzerns Zurich, Mario Greco. Nebst den Banken und Versicherungen waren mit Topmanagern von Novartis, ABB, Swiss oder Schindler auch die anderen wichtigen Schweizer Wirtschaftsbranchen am Tisch vertreten.
Wirtschaft bemängelt Bürokratie
Zur Sprache kamen Themen, bei denen sich die Wirtschaft von der Politik eine aktive Lösungssuche wünscht. Neben der Frage der Offenmarktspolitik wurde laut Schneider-Ammann auch über die Herausforderungen der Digitalisierung und der aus Sicht der Wirtschaft «ausufernden Bürokratie» gesprochen. Er werde seine Tätigkeitsliste hinsichtlich der geäusserten Forderungen prüfen, versprach der Wirtschaftsminister.
Welche Wirtschaftsgrössen und Politiker dem WEF ihre Aufwartutung machen:
Die 47. Ausgabe des Weltwirtschaftsforums in Davos versammelt die Mächtigen der Welt:Für den Nobelpreisträger Juan Manuel Santos hat auch das WEF einen Preis: Klaus Schwab überreicht dem Präsidenten Kolumbiens den «Global Statesman Award». RMS Sheryl Sandberg, COO von Facebook, sprach zum Thema «A Positive Narrative for the Global Community». Keystone Bei Jamie Oliver ging es um eine gesunde und nachhaltige Essensrevolution. RMS Bundesrat Didier Burkhalter überreicht dem scheidenden US-Aussenminister John Kerry ein exklusives Buch. RMS Kämpferisch der Auftritt eines weiteren abtretenden US-Politikers. Vizepräsident Joe Biden verteidigt die liberale Weltordnung und kritisiert Russland in seiner Rede scharf. RMS Den Weg nach Davos hat die IWF-Direktorin Christine Lagarde ebenso gefunden wie... RMS ... die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini. RMS Donald Trump gehört zu den Abwesenden am WEF. Sein Transition Team ist aber etwa durch Anthony Scaramucci vertreten. RMS Microsoft-CEO Satya Nadella ist einer von 836 Teilnehmern aus den USA, das damit die grösste Delegation am WEF stellt. Ebenfalls stark vertreten ist Grossbritannien mit 283 Personen. RMS Mary Barra, CEO von GM, zählt als Frau am WEF zur Minderheit. Nur gerade 21 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen. RMS Joseph Stiglitz vertritt als Professor die akademische Welt in den Bündner Alpen. Damit ist er in guter Gesellschaft, zum Sammelbecken «Öffentlicher Sektor, Zivilgesellschaft, Kunst und akademische Welt» zählen 1087 Personen - über ein Drittel der insgesamt 3000 Teilnehmer. Keystone Blaues Blut nach Davos bringen König Philippe von Belgien und seine Frau Mathilde. Sie treffen dabei auch auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping. RMS Hollywood ist vertreten durch Schauspieler Matt Damon, der am WEF für seine Stiftung Water.org weibelt. Für die Projekte rund um sauberes Wasser benötigen er und sein Team 55 Millionen Dollar an Spendengeldern. RMS Die Sängerin Shakira, die mit einem Preis ausgezeichnet wurde, sprach zum Thema Frühkinderförderung. RMS Bundespräsidentin Doris Leuthard trifft auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping. RMS Die Wirtschaftswelt ist vertreten durch Thomas Jordan (SNB-Präsident) und Axel Weber (UBS-Präsident). RMS Ebenfalls Platz auf der grossen Bühne nimmt CS-CEO Tidjane Thiam. RMS Das WEF bietet den Wirtschaftsgrössen auch die Möglichkeit für persönliche und informelle Treffen - etwa zwischen Adecco-CEO Alain Dehaze und Gewerkschaftsführer Philipp Jennings. RMS Davos ist im Ausnahmezustand: Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erneut erhöht. RMS Auftaktparty: Hollywood-Schauspieler Forest Whitaker (links) und die kolumbianische Sängerin Shakira bei den Crystal Awards am Abend vor der Eröffnung des Weltwirtschaftsforum in Davos. RMS Intensives Gespräch: Der frühere US-Vizepräsident Al Gore (links) und Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, bei den Crystal Awards. RMS Die deutsche Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter (rechts) bekommt einen Crystal Award von Hilde Schwab, der Frau des WEF-Gründers Klaus Schwab. RMS Noch-US-Vizepräsident Joe Biden spricht über die «Cancer Moonshot», eine Initiative der Obama-Regierung, ein Heilmittel für Krebs zu finden. RMS Ein Blick auf das tiefverschneite Dach des WEF-Kongresszentrums in Davos.Bilder: Keystone RMS