Jon Gales liebt Google. Aber nicht aus jenem Grund, der zunΓ€chst auf der Hand liegt. Klar, Google ist eine tolle Suchmaschine, das findet auch der Jungunternehmer aus Tampa in Florida. Aber was Gales besonders gut an Google gefΓ€llt, ist, dass ihm der Laden derzeit eine Menge Geld einbringt. Gales betreibt die Webseite Mobiletracker.net, ein Sammelsurium von Nachrichten und Testberichten rund ums Handy, das anderthalb Jahre nach seiner GrΓΌndung rund 200 000 Benutzer pro Monat anzieht. Google liefert die Anzeigen fΓΌr die Site, und dank der Beliebtheit von Galesβ Angebot und der hohen Durchklickquote seiner Fans auf die zugeschaltete Werbung schickt Google ihm monatlich einen Check von rund 5000 Dollar. FΓΌr Gales ist der Geldsegen geradezu unfassbar; der Bursche ist eben mal 19 Jahre und lebt immer noch bei seinen Eltern.
Wie fΓΌr Jon Gales ist Google derzeit fΓΌr viele Leute ein ausgesprochen lukratives GeschΓ€ft, ob sie nun kleine Website-Klitschen betreiben, mΓ€chtige Unternehmen wie New York Times Co. sind oder zu den Legionen von AktionΓ€ren gehΓΆren, die sich ΓΌber eine Verdoppelung des Kurses innerhalb weniger Monate freuen kΓΆnnen. Von den bescheidenen AnfΓ€ngen in Larry Pages und Sergey Brins Studentenbude an der Stanford University hat sich Google zum neuen Mekka fΓΌr Weltklasse-Programmierer entwickelt, und die Wall Street jubelt von atemberaubenden Wachstumsraten. Googles UmsΓ€tze und Ebitda verdoppelten sich in den letzten zwei Jahren jeweils. Und die Profitmarge von ΓΌber 60 Prozent ΓΌbertrifft gar jene Microsofts zu ihren besten Zeiten. Angesichts derart beeindruckender Zahlen konnte es nicht verwundern, dass der BΓΆrsengang von Google im August 2004 zum Spektakel wurde.
Doch notorische Zweifler β von denen gibt es eine ganze Menge β sehen dunkle Wolken am Horizont. Was ist mit Googles unbekΓΌmmertem, an die chaotischen VerhΓ€ltnisse der Dotcom-Γra gemahnendem FΓΌhrungsstil? Wie wird die Firma mit dem rapiden Wachstum fertig? Warum haben Insider und GrossaktionΓ€re wie Time Warner das Papier zuletzt massenhaft auf den Markt geworfen? Und auf welche Weise will Google den Druck von Rivalen wie Microsoft oder Yahoo kontern, die das Kind am liebsten in seiner Krippe zerquetschen wΓΌrden? FΓΌr die NΓΆrgler kΓΆnnte Google schnell enden wie viele abgestΓΌrzte Senkrechtstarter in der an Γbertreibungen nicht eben armen Dotcom-Γra. Wer hat Recht: die Optimisten oder die Skeptiker?
Wer mit heutigen und einstigen Angestellten spricht β der derzeitige Chief Executive Eric Schmidt war als Einziger bereit, sich offiziell zitieren zu lassen β und die Meinung von Analysten, Kunden und Rivalen einholt, dem wird schnell eines klar: NatΓΌrlich ist die Firma noch extrem jung und die Frage nach der Bewertung tΓΌckisch. Aber bei aller Kritik scheint Google doch das Zeug zu einem Powerhouse im Internet zu haben. Dann nΓ€mlich, wenn es Google auch in Zukunft schafft, in ihrer Kernkompetenz, der Suchtechnologie, immer einen Tick besser zu sein als die Rivalen. Wenn es gelingt, ein erfahrenes Management zu installieren. Und wenn es Google schafft, ein dominierender Player in der Online-Werbung zu bleiben. Selbst wenn Google nicht in die SphΓ€ren Microsofts aufsteigt, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie als nΓ€chste Netscape endet. Die Internetanalystin Mary Meeker jedenfalls hat Google schon vor drei Jahren als Β«Ebay fΓΌr InformationΒ» bezeichnet.
Wer den Optimismus von Meeker nicht teilt, dem sei ein Blick auf das Tempo empfohlen, mit dem Google Innovationen ausspuckt, so wie andere US-Ikonen: Intel steigert seit Jahren bestΓ€ndig die Geschwindigkeit von Mikroprozessoren; Dell feilt unaufhΓΆrlich an den Produktionsprozessen ihrer Computer. Google versucht Γhnliches, indem sie die FunktionstΓΌchtigkeit ihrer Suchmaschine im Internet stΓ€ndig verbessert, und das mit mΓΆglichst unerreichbarer Geschwindigkeit. Denn tatsΓ€chlich hat Google nicht jene markanten Alleinstellungsmerkmale wie Ebay etwa mit ihrem Netzwerkeffekt oder Microsoft mit ihrem Quasimonopol bei Betriebssystemen. Gerade deshalb ist es fΓΌr Google essentiell, die Innovation der Suchfunktion permanent voranzutreiben und die Surfer durch einzigartige Angebote dazu zu bewegen, immer wieder zurΓΌckzukommen.
Allein letztes Jahr hat die Firma rund ein Dutzend Neuerungen lanciert. So stellt der Gmail Service registrierten Benutzern eine E-Mail-Adresse plus ein Gigabyte kostenlosen Online-Speicher zur VerfΓΌgung, um alte Mails und Dateien bequem abzulegen und zu ordnen. Eine neue Suchfunktion ermΓΆglicht die sekundenschnelle Recherche auf der eigenen Festplatte. Google SMS erlaubt in den USA beschrΓ€nkte Online-Suche vom Handy aus, egal, ob das GerΓ€t ΓΌber einen Internetzugang verfΓΌgt oder nicht.
Bei allen Innovationen geht es Google nicht darum, dass verschrobene Computergenies ihre Muskeln spielen lassen kΓΆnnen β es geht fΓΌr das Unternehmen ums Γberleben. Yahoo, Amazon und Microsoft haben letztes Jahr mit der Lancierung neuer Suchfunktionen zur Jagd auf den MarktfΓΌhrer geblasen: Yahoo lΓ€sst Benutzer nicht nur das Internet durchforsten, sondern ermΓΆglicht auch lokales Suchen, etwa nach einer netten Bar in der Nachbarschaft. Amazon erlaubt ihren Benutzern, in BΓΌchern zu stΓΆbern, und ermΓΆglicht so den Zugang zu einem ganzen Universum urheberrechtlich geschΓΌtzten Materials. Die Suche bei Microsofts MSN Search kombiniert Webrecherche mit dem Zugriff auf die Microsoft-Encarta-EnzyklopΓ€die und andere gut gefΓΌllte Datenbanken, und das sogar auch via Spracherkennung. Microsoft macht kein Geheimnis aus dem Wunsch, Google als KΓΆnig der Suchmaschinen vom Thron zu stossen.
Bislang hat es Google freilich geschafft, jeden Herausforderer abzuwehren. Vor einem Jahr prophezeiten einige Analysten, Yahoos neue Search-Engine kΓΆnne Google den Schneid abkaufen, weil Yahoo mit 157 Millionen registrierten Benutzern aufwarten kann. Das KalkΓΌl: Da Yahoo mehr ΓΌber ihre Kunden weiss, kann niemand sonst zielgerichtetere Werbung schalten. TatsΓ€chlich aber konnte Google gegenΓΌber Yahoo dieses Jahr mΓ€chtig aufholen, sagt Safa Rashtchy, Analyst der Investment-Bank Piper Jaffray. Sein Fazit: Β«In den letzten zwΓΆlf Monaten hat Google stΓ€rker zugelegt als jeder ihrer Konkurrenten.Β» Yahoos Angriff erwies sich fΓΌr Google als nΓΌtzlicher Warnschuss: Das Unternehmen setzt heute alles daran, kΓΌnftig ein persΓΆnlicheres VerhΓ€ltnis zu den Benutzern aufzubauen. Ein Beispiel ist Gmail: Mit dem E-Mail-Dienst hat Google nicht nur einen Weg gefunden, Millionen Nutzer zu registrieren. Das Unternehmen durchforstet seither auch die elektronischen BriefkΓ€sten seiner Nutzer, um dann personalisierte Werbesendungen masszuschneidern. Wenn Benutzer etwa den Nachrichtendienst von Google abonniert haben β ein ebenfalls im vergangenen Jahr lanciertes Feature β, werden Nachrichten zu besonders interessanten Themen automatisch in den jeweiligen E-Mail-Briefkasten geliefert. Usern von Picassa, dem neuen Datenbankprogramm fΓΌr das private Fotoalbum, hilft Google bei der Verwaltung und lΓ€sst sie Fotos an Familienmitglieder und Freunde schicken.
Der Effekt fΓΌr Google ist offensichtlich, nΓ€mlich mehr ΓΌber die Nutzer zu erfahren, um ihnen dann massgeschneiderte Angebote zu offerieren. Dieses Prinzip gilt als heiliger Gral des Internethandels. Je mehr Yahoo, Microsoft, Google & Co. ΓΌber ihre User wissen, desto gezielter und wertvoller kΓΆnnen sie deren Suche steuern und relevante Werbung vor ihren Augen platzieren. In der Tat ist es ausschliesslich Googles Position in der Online-Werbung, die das Unternehmen laut Insidern irgendwann in die SphΓ€ren etwa von Ebay katapultieren kΓΆnnte. Schon heute versucht jeder grosse Finanzdienstleister, jede Fluglinie oder jeder Autohersteller, die Waren und Dienstleistungen via Google zu bewerben. Das Prinzip ist so einfach wie genial: Wenn Sie nach Informationen ΓΌber Ihre Lieblingsinsel in der Karibik suchen, stellt Google sicher, dass Sie nur Reiseanzeigen sehen, nicht etwa Werbung fΓΌr Tapetenkleister. Und Inserenten werden nur dann zur Kasse gebeten, wenn Nutzer auf deren Werbebanner klicken. Das freilich ist etwas, was Google-Benutzer bemerkenswert hΓ€ufig tun. Auf Google entfallen rund 1,9 Milliarden Dollar des auf rund zehn Milliarden Dollar geschΓ€tzten Werbekuchens, der heute fΓΌr Online-Ads vergeben wird.
Kaum verwunderlich, dass Google auch im Bereich des virtuellen WerbegeschΓ€fts um hΓΆchste Innovation bemΓΌht ist. Google verkauft Online-Ads vornehmlich ΓΌber zwei Wege. Einerseits via direkte Links, die auf den jeweiligen Suchseiten erscheinen. Diese liefern heute den Hauptteil der Werbeeinnahmen von 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr. Zugleich lizenziert Google ihre personalisierte Schaltfunktion fΓΌr Anzeigen auch an andere Webseiten. Surfer, die sich bei AOL, der Β«New York TimesΒ» oder bei der Β«Washington PostΒ» einloggen, benutzen bei ihrer Webrecherche Technologie von Google und sehen von Google generierte Werbebotschaften.
Die Strategie ist klar: Google ist interessiert daran, sich so eng wie mΓΆglich mit sΓ€mtlichen Kunden zu vernetzen. So verwaltet die Suchmaschine bereits die Werbeschaltung der meisten Β«Fortune 100Β»-Firmen. Die Ambitionen von Google gehen aber weiter. Die Onliner wollen irgendwann jedes Produkt und jeden Service von mΓΆglichst jeder grΓΆsseren Firma katalogisieren, um diese dann gezielt und mit grΓΆsstmΓΆglicher PrΓ€zision bewerben zu kΓΆnnen. Die Vision ist bestechend: Sollte etwa Wal-Mart kΓΌnftig in einer Filiale zu viele Deckenventilatoren lagern, kΓΆnnte deren Warenbewirtschaftungsprogramm den Γberschuss an Googles Zentralrechner melden β im Gegenzug wΓΌrde Google dann versuchen, durch automatische Schaltungen Kunden in den bestimmten Regionen per Werbung fΓΌr dieses Produkt zu interessieren. Klingt zu weit hergeholt? Google hat schon heute die Technologie und die Computerpower, um die Vision umzusetzen, glaubt Chief Executive Schmidt: Β«Ein grosser, weltweit operierender KonsumgΓΌterhersteller hat heute Millionen verschiedener Produkte im Angebot. Wir wollen, dass jedes einzelne Produkt in Zukunft in jedem passenden Markt jedem potenziellen Kunden nahe gebracht wird.Β»
Es ist unbestritten, dass Google fantastische Technologie zu bieten hat. Andererseits kann sich keine Firma nur auf Grund technischer Meriten im Olymp der Grossen etablieren. Γberdurchschnittliche Firmen brauchen ΓΌberdurchschnittliches Management, um das Niveau auf Dauer auch halten zu kΓΆnnen. Die Frage lautet: VerfΓΌgt Google ΓΌber die nΓΆtige FΓΌhrungspower? Das Triumvirat an der Spitze β die Firma wird von Eric Schmidt (49) sowie den GrΓΌndern Larry Page und Sergey Brin (beide 31) geleitet β ist fΓΌr Zweifler ein rotes Tuch. Denn Google verstrΓΆmt auch nach dem BΓΆrsengang eher die AtmosphΓ€re eines Start-ups der Dotcom-Γra. Es gibt nur wenige BΓΌros bei Google, die heute 2700 Leute beschΓ€ftigt. Page und Brin teilen sich ein BΓΌro, nur wenige Schritte entfernt von Schmidts winzigem Office. Das BΓΌrogebΓ€ude erinnert eher an ein Studentenwohnheim, Rollschuhe und SportausrΓΌstung liegen verstreut auf dem Boden herum, zwischen zwei Tischen und einer Couch ruht ein lΓ€diertes Modellflugzeug.
Doch der Wahnsinn scheint irgendwie Methode zu haben. Die Mehrzahl der Mitarbeiter kommt frisch von der UniversitΓ€t. Das Unternehmen setzt alles daran, ihnen eine mΓΆglichst vertraute Umgebung zu bieten. Schmidt erklΓ€rt den tieferen Grund: Β«Wenn Sie sich einmal das GebΓ€ude fΓΌr Computerwissenschaften an der Stanford University anschauen, teilen sich dort meist auch drei oder vier Leute ein BΓΌro. Die rΓ€umliche NΓ€he ist uns allen somit ΓΌberaus vertraut. Wir sind schliesslich alle in diesen oder Γ€hnlichen BΓΌros gehockt. FΓΌr uns ist das irgendwie ein sehr produktives und stimulierendes Ambiente.Β» Die Firma offeriert einen kostenlosen WΓ€schedienst und eine eigene Bankfiliale im GebΓ€ude. Man kΓΆnnte geneigt sein, sich bei Google hΓ€uslich einzurichten β was einige Mitarbeiter letztes Jahr, als die Firma den neuen Hauptsitz im kalifornischen Mountain View bezog, tatsΓ€chlich auch versuchten. Schmidt musste ihnen aber erklΓ€ren, dass dies nicht mit den feuerpolizeilichen Auflagen in Einklang zu bringen sei. Die Herrschaften fahren seither abends wieder nach Hause.
Weniger lΓ€ssig geht Google indes mit der Auswahl der Mitarbeiter um. Im Gegenteil: Die Personalpolitik gilt zuweilen fast als elitΓ€r. Rund 25 Mitarbeiter werden heute pro Woche bei Google neu eingestellt. Ein Team von fast 50 Personalfachleuten durchkΓ€mmt Tag fΓΌr Tag je nach Spezialgebiet ganze Berge von Bewerbungsunterlagen, die potenzielle Kandidaten zuvor online eingereicht haben. Ein spezielles Computerprogramm unternimmt eine Vorsortierung, ehe die hoffnungsvollsten Kandidaten zu einem rigorosen Test und langwierigen VorstellungsgesprΓ€chen eingeladen werden. Ein Prozess, der sich ΓΌber Monate hinziehen kann. Der harsche Auswahlprozess hat seinen Grund: Im Hightech-Bereich ist es vor allem die Intelligenz der Mitarbeiter, die dem Business den kritischen Wettbewerbsvorteil bringt.
Ist das freilich genug, um Google zu einer 195-Dollar-Aktie zu machen? Die meisten Analysten an der Wall Street sind optimistisch: 13 der 25 Investment-Banken, die derzeit das Unternehmen bewerten, raten auch auf diesem hohen Niveau zum Einstieg. Die Internetanalystin Mary Meeker von Morgan Stanley zeigt sich fest davon ΓΌberzeugt, dass das Unternehmen auch in den kommenden zehn Jahren seine Einnahmen um jeweils 25 Prozent pro Jahr steigern kann. Ihr Berufskollege Anthony Noto von Goldman Sachs konstatierte vor kurzem, dass das Einkommen wenigstens bis ins Jahr 2009 jΓ€hrlich um durchschnittlich 25 Prozent wachsen kΓΆnne, und rechtfertigte so eine neue Kurserwartung von 215 Dollar.
Geht man von einer 20-prozentigen Rendite aus (aus Sicht der Investoren eine angemessene Erwartung angesichts der gegebenen Risiken) und legt den Kurs von heute 195 Dollar zu Grunde, wΓΌrde die Marktkapitalisierung von Google von heute 53 auf 328 Milliarden Dollar im Jahre 2014 wachsen. Das wΓ€re dann eine gewaltige Hausnummer, mit der sich Google dann in bester Gesellschaft mit Firmen wie etwa General Electric,ExxonMobil oder Microsoft befΓ€nde. Wahnsinn? Ja, natΓΌrlich. Machbar? Nur wenn in den kommenden zehn Jahren alles perfekt lΓ€uft.
So wie bei Microsoft eben, der Β«Google der achtziger JahreΒ», wie viele sagen. Jene glΓΌcklichen Anleger, die 1986 beim BΓΆrsengang von Microsoft einstiegen und an dem Papier festhielten, wurden mit einer zehnjΓ€hrigen Rendite von 6650 Prozent belohnt. Derweil schwoll Microsofts Marktkapitalisierung von einer auf ΓΌber 60 Milliarden Dollar an.
Bei aller eindrucksvollen Technologie verfΓΌgt Google allerdings nicht ΓΌber einen so einzigartigen Wettbewerbsvorteil wie Microsoft. Vielleicht erklΓ€rt das auch das PhΓ€nomen, dass viele Insider so kurz nach dem BΓΆrsengang bereits in Richtung Ausgang gestrΓΆmt sind. Drei Topmanager, Chefingenieur Wayne Rossing, Konzernanwalt David Drummond und Personalchefin Shona Brown, haben laut einer Standardmitteilung bei der Security and Exchange inzwischen Aktienpakete im Wert von Millionen verkauft. Und auch die GrΓΌnder Larry Page und Sergey Brin und Chief Executive Eric Schmidt kΓΌndigten an, massive Anteile ihrer Aktienbeteiligungen in den kommenden 18 Monaten zu versilbern. Brin und Page wollen dabei jeweils 7,2 Millionen Aktien oder rund 19 Prozent ihrer Anteile auf den Markt werfen; Schmidt will sich von ungefΓ€hr 2,2 Millionen Aktien oder 15 Prozent seines Anteils trennen.
Die wilde Geschichte der Dotcom-Γra bietet natΓΌrlich viele Lektionen. Zum Beispiel Amazon: Im Dezember 1999 erreichte der Kurs der Firma, die den Einzelhandel zu revolutionieren versprach, mit 106.69 Dollar seinen HΓΆchststand. FΓΌnf Jahre spΓ€ter steht das Papier bei rund 38 Dollar, nachdem es zwischenzeitlich den Tiefststand von 6 Dollar erreicht hatte. Und dennoch: WΓ€hrend die Aktie Achterbahn fuhr, hat Amazons GrΓΌnder Jeff Bezos seine Firma unbeirrt weitergefΓΌhrt, verbessert und ihr den Feinschliff gegeben. Mit anderen Worten: Er hat Amazon in ein grossartiges Unternehmen verwandelt. Google scheint bestens aufgestellt, Γhnliches zu erreichen oder dies gar zu ΓΌbertreffen. Investoren sollten sich aber davor hΓΌten, ihren letzten Heller darauf zu verwetten, dass die Reise an die Spitze ohne Stolpersteine verlΓ€uft.