Abo
Martullo-Blocher

Fünf Mal so reich wie alle Parlamentarier zusammen

Sie begann mit Schulden, heute ist sie etwa 4 Milliarden Franken schwer: Magdalena Martullo-Blocher hat die Ems-Chemie zu einer Geldmaschine geformt. Ihr Rezept: Disziplin und ein spendabler Vater.

Dirk Schütz
Dirk Schütz ,

Florence Vuichard

Sie ist mit Abstand die reichste Parlamentarierin: Die Ems-Chefin und Grossaktionärin Magdalena Martullo–Blocher besitzt rund 4 Milliarden Franken. Ein Rückblick auf ihre Karriere:
1993 absolvierte Martullo-Blocher an der HSG St. Gallen ihr Studium der Betriebswirtschaft.
Ab 1994 war sie Product Managerin bei Johnson & Johnson...
...ehe sie 1996 Marketing-Leiterin bei Rivella wurde. Sie war verantwortlich für Rivella grün.
2001 folgte der Eintritt bei Ems-Chemie.
Im Jahr 2002 wurde Martullo-Blocher Vizepräsidentin des Verwaltungsrates. Das Bild zeigt die damals neue Spitze der Ems Chemie: Albert Reich, Mitglied des Verwaltungsrates, Dieter Klug, Praesident, Magdalena Martullo-Blocher, Vizepraesientin und Deligierte des Verwaltungsrates, und Albert Sommerauer, Mitglied des Verwaltungsrates (v.l.n.r.)
Schwere Zeiten: In der Finanzkrise 2008 halbierte sich der Aktienkurs. Doch die Firma erholt sich wieder.
2011 stockt Martullo-Blocher ihren Anteil auf und hält jetzt 30,1 Prozent.
Im Jahr 2015 zieht sie für die SVP als Vertreterin von Graubünden in den Nationalrat ein.
Mit 12,5 Milliarden erreicht die Ems-Marktkapitalisierung im Jahr 2016 einen Höchstwert, Martullo-Blochers Anteil ist 3,75 Milliarden Franken wert.Bilder: Keystone
1 / 10
Sie ist mit Abstand die reichste Parlamentarierin: Die Ems-Chefin und Grossaktionärin Magdalena Martullo–Blocher besitzt rund 4 Milliarden Franken. Ein Rückblick auf ihre Karriere: RMS

Werbung

Magdalena Martullo-Blocher hat die EMS-Chemie zu einer Geldmaschine geformt: 730 Millionen Franken hat sie in den letzten 13 Jahren laut «Bilanz»-Berechnungen an Dividenden eingestrichen, 3,5 Milliarden ist ihre 30-Prozent-Beteiligung an der EMS wert. Mit einem Vermögen von mehr als 4 Milliarden Franken ist Martullo-Blocher damit laut «Bilanz»-Schätzungen mindestens fünf Mal reicher als alle anderen 245 Parlamentarier zusammen.

Spendabler Vater

Fundament des Vermögens ist der spendable Vater. Erstmals nennt Christoph Blocher die Details der Vermögensübertragung an seine Kinder. Ende 2003 habe er «ein Drittel» seiner Firmenbeteiligung von 73 Prozent – der Rest war an der Börse – an seine vier Kinder verschenkt. Dann folgte die zweite Etappe: Seine Frau und er hätten «drei Jahre nach der Amtsübernahme als Bundesrat per Erbvertrag ein Fünftel unseres Vermögens für uns behalten und den Kindern je ein Fünftel vererbt.»
Von den 470 Millionen, die ihr Ems-Anteil bei der Übernahme Ende 2003 wert war, musste Martullo also insgesamt nur etwa 120 Millionen selbst bezahlen. Die SVP-Nationalrätin kämpft für die Unternehmenssteuerreform III und hat angekündigt, ihr Vermögen auch für Kampagnen einzusetzen. Zur SVP-Karriere sagt Christoph Blocher: «Wenn sie will, hat sie eine grosse Zukunft.»

Partner-Inhalte

Lesen Sie in der runderneuerten «Bilanz»: Sie begann mit 300 Millionen Franken Schulden, heute ist sie etwa 4 Milliarden schwer: Magdalena Martullo-Blocher hat die Ems-Chemie zu einer gigantischen Geldmaschine geformt. Ihr  Rezept: Disziplin, Dividende- und ein sehr spendabler Erzeuger. Jetzt kämpft sie an vorderster Front für die Unternehmenssteuerreform - und will mehr. Ab Freitag - im aufgefrischten Design, mit neuen Rubriken und erneuerter Blattstruktur - am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.
Sehen Sie in der Bildergalerie unten, die Top Ten der 300 Reichsten der Schweiz:
Die Top Ten der 300 Reichsten:Rang 10: Gérard WertheimerAls Eigentümer der französischen Luxusikone Chanel haben die Gebrüder Gérard (Bild) und Alain Wertheimer mit Parfums, Haute Couture, Taschen und Schmuck Milliarden verdient. Die Branchenkrise hat zwar inzwischen auch Chanel eingeholt, dennoch behauptet sich der in Genf wohnhafte Gérard mit 10 bis 11 Milliarden Franken in den Top Ten.Pierre Suu/Pix4u
alfred-schindler
Rang 8: Charlene de Carvalho-HeinekenDank der Übernahme von SABMiller durch den Branchenprimus AB InBev arbeitet sich Heineken auf den zweiten Platz in der Bierwelt vor. Auch sonst war 2016 ein gutes Jahr für den Bierbrauer – das Premiumbier dürfte die 30-Millionen-Hektoliter-Marke knacken – und die Frau hinter dem Bier: Charlene de Carvalho-Heinekens Vermögen legte neu auf 11 bis 12 Milliarden Franken zu.Keystone
Rang 7: Viktor VekselbergEs war kein gutes Jahr für Viktor Vekselberg. Mal wieder nicht. Seine beiden Schweizer Hauptbeteiligungen Sulzer und OC Oerlikon verloren weiter an Wert. Dennoch stieg das Vermögen des Russen auf 12 bis 13 Milliarden Franken. Erstmals nämlich hat Vekselberg einen Einblick in seine privaten Beteiligungen gegeben, darunter vier russische Regionalflughäfen, Minen und vieles mehr.Flickr/CC
Rang 6: Familie BertarelliAuch nach dem Verkauf des Familienunternehmens Serono sieht sich Ernesto Bertarelli (im Bild mit Ehefrau Kirsty) als Unternehmer. Mit Boston Pharmaceuticals baut er etwa eine 600 Millionen schwere Brücke zwischen Forschung, Produktion und Firmenbeteiligung. Seine Schwester Dona dagegen investiert weiter in edle Gasthäuser. Zusammen besitzen sie 12 bis 13 Milliarden Franken.Keystone
Rang 5: Hansjörg WyssEr steckt Millionen in Demokratieförderung und betätigt sich in der Schweiz als Kunstmäzen, trotzdem wird Hansjörg Wyss reicher und reicher. Das verdankt er vorallem seinem Aktienpaket an Johnson & Johnson, das er seit dem Verkauf von Synthes hält. 13 bis 14 Milliarden Franken Vermögen stehen dieses Jahr zu Buche.Keystone
Rang 4: Familie BrenninkmeijerInternetanbieter à la Amazon machen traditionsreichen Textilfinalisten wie C&A das Leben schwer. Obwohl der Umsatz auf dem wichtigsten Markt Deutschland zuletzt einbrach, hält die weitverzweigte Familie noch immer 15 bis 16 Milliarden Franken. Albert Brenninkmeijer (Bild), seit Sommer 2012 Herr der 100 helvetischen C&A-Verkaufshäuser, und seine Ehefrau wohnen seit kurzem in Hongkong.Keystone
Rang 3: Familien Hoffmann und OeriMit Luc Hoffmann ist im Sommer der letzte Vertreter der dritten Erbengeneration von Roche gestorben. Sein Sohn, André Hoffmann (Bild), übernahm die Rolle des Familiensprechers. Mit Cousin Andreas Oeri vertritt er den Clan im Roche-VR. Dort laufen die Geschäfte durchwachsen. Die Aktien zeigen klar nach unten und das Familienvermögen sank um gut 2 Milliarden Franken auf 23 bis 24 Milliarden Franken.Michele Limina
Jorge Lemann
Kamprad-Söhne-Peter-Jonas-Mathias
1 / 10
Die Top Ten der 300 Reichsten:Rang 10: Gérard WertheimerAls Eigentümer der französischen Luxusikone Chanel haben die Gebrüder Gérard (Bild) und Alain Wertheimer mit Parfums, Haute Couture, Taschen und Schmuck Milliarden verdient. Die Branchenkrise hat zwar inzwischen auch Chanel eingeholt, dennoch behauptet sich der in Genf wohnhafte Gérard mit 10 bis 11 Milliarden Franken in den Top Ten.Pierre Suu/Pix4u RMS
Über die Autoren

Werbung