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Dougans Kapital-Kehrtwende

Noch vor kurzem hat Brady Dougan die Kapitalisierung der Credit Suisse als eine der besten der Welt gelobt - trotzdem stockt die Bank ihr Eigenkapital nun auf. Und der CEO muss das erste Wort PrΓ€sident Urs Rohner ΓΌberlassen.

Timo Nowack

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Wer gibt den Ton an? CS-CEO Brady Dougan und -PrΓ€sident Urs Rohner. (Bild: Keystone) RMS

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Die Kritik kam ΓΌberraschend: Mitte Juni bekrΓ€ftigte die Schweizerische Nationalbank nicht nur ihre Zinspolitik, sondern attackierte auch Credit Suisse (CS) und UBS. Das Niveau des verlustabsorbierenden Kapitals bei den Grossbanken sei gemessen an den Standards von Basel III im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich, insbesondere bei der CS, so die WΓ€hrungshΓΌter.
Credit-Suisse-CEO Brady Dougan entgegnete der Nationalbank damals, seine Bank sei eine der am besten kapitalisierten der Welt. In einem Interview sagte er zwar, dass die CS ΓΌber die nΓ€chsten Jahre zusΓ€tzlich Eigenkapital bilden mΓΌsse. Aber: Β«Wir sind zuversichtlich dass wir dies dank unserer Gewinne bis zum Jahr 2013 schaffen werden.Β» Ausserdem habe man bereits genΓΌgend Eigenkapital, um jederzeit alle Vorgaben zu erfΓΌllen.
Heute gab die CS nun bekannt, durch eine Reihe von Massnahmen noch in diesem Jahr 15,3 Milliarden Franken Kapital zu beschaffen. So wolle man jegliche Zweifel bezΓΌglich der StΓ€rke der Kapitalausstattung beseitigen, sagte Dougan. Β«Die SNB hatte wohl doch rechtΒ», so Sarasin-Analyst Rainer Skierka.
Rohner steht vor Dougan
Β«Das ist ein 180-Grad-SchwenkΒ», sagt auch Banken-Experte Hans Geiger, der im Juni die CS kritisiert hatte. Β«Damals hiess es, die Credit Suisse habe kein Problem, jetzt stockt sie ihr Eigenkapital krΓ€ftig auf.Β» Geiger spricht von einer positiven Reaktion.

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Β«AuffΓ€llig ist allerdings, dass das Communique mit einem Statement des PrΓ€sidenten beginnt, nachdem die unglΓΌckliche Kommunikation zuvor der CEO gefΓΌhrt hatΒ», sagt Geiger. Β«Das ist schon ein Signal.Β»
TatsΓ€chlich startet die Pressemitteilung der Grossbank mit einem Zitat von VerwaltungsratsprΓ€sident Urs Rohner. Ein Zeichen der StΓ€rke des CEO sieht anders aus. Dougan steht schon seit Monaten in der Kritik, bereits im MΓ€rz fragte die BILANZ angesichts miserabler Zahlen, eines gedrΓΌckten Aktienkurses und unklarer Perspektiven: Β«Wie lange noch?Β»
Und die Credit Suisse kommt nicht zur Ruhe: Erst vergangene Woche geriet sie in Deutschland unter Druck, wo es Durchsuchungen bei Kunden der Bank gab - aufgrund von Erkenntnissen ΓΌber Steuerhinterziehung.
Resultat durchzogen
Die Eigenkapitalmassnahmen sollen nun die Anleger beruhigen und tun es zunΓ€chst auch: Die Aktien der Bank legten an der Schweizer BΓΆrse am frΓΌhen Nachmittag um mehr als 4 Prozent zu.
Β«Die Massnahmen zur StΓ€rkung der Eigenkapitalbasis sind zu begrΓΌssen, wenngleich auch der daraus resultierende VerwΓ€sserungseffekt von bis zu 20 Prozent fΓΌr die bestehenden AktionΓ€re nicht unerheblich istΒ», sagt Skierka.
Weniger gΓΌnstig beurteilt er die mitgelieferten Zahlen zum zweiten Quartal: Β«Das Resultat ist durchzogen, besonders im Investmentbanking.Β» Das Spartenergebnis sank dort gegenΓΌber dem Vorquartal um mehr als die HΓ€lfte. Im InlandsgeschΓ€ft des Private Banking sei ausserdem  ΓΌberraschenderweise ein VermΓΆgensabfluss von 2 Milliarden Franken zu verzeichnen.

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Neue Einsparungen, Jobs in Gefahr
Weiter verkΓΌndete die CS zusΓ€tzliche Kosteneinsparungen in HΓΆhe von 1 Milliarde Franken. Wie viele ArbeitsplΓ€tze davon betroffen sind wollten Dougan und Rohner nicht beziffern. In der Vergangenheit sei man jedoch bei Arbeitsplatzabbau unter den AnkΓΌndigungen geblieben, sagte Rohner dem Schweizer Fernsehen. Das werde diesmal sicher nicht anders sein.
Β«Ich wΓΌrde nicht sagen, dass sie zittern mΓΌssenΒ», folgerte Rohner in Bezug auf die Mitarbeiter. FΓΌr diese bleibt zu hoffen, dass die Bank nicht auch in diesem Punkt einen Schwenk vollzieht.

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