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Ranking

Die zehn grössten Sünder in den USA

Die USA sind weltweit ein begehrter Handelspartner. Doch einige Firmen nehmen es offenbar mit den US-Gesetzen nicht so genau - auch aus der Schweiz. Aus welchen Ländern die grössten Strafzahler kommen

Christian Bütikofer

Rang 10: Schweden Hauptzahler: Volvo. Strafzahlungen ab 2010: 80 Millionen US-Dollar.
Rang 9: Kanada Hauptzahler: Potash Corp. Strafzahlungen ab 2010: 51,9 Millionen US-Dollar.
Rang 8: AustralienHauptzahler: Amcor. Strafzahlungen ab 2010: 91,8 Millionen US-Dollar.
Rang 7: Niederlande Hauptzahler: Royal Dutch Shell. Strafzahlungen ab 2010: 127,4 Millionen US-Dollar
Rang 6: Frankreich Hauptzahler: Saint Gobain. Strafzahlungen ab 2010: 116,9 Millionen US-Dollar.
Rang 5: Südkorea Hauptzahler: Hyundai. Strafzahlungen ab 2010: 221 Millionen US-Dollar.
Rang 4: Indien Hauptzahler: Sun Pharmaceuticals. Strafzahlungen ab 2010: 500 Millionen US-Dollar.
Rang 3: Schweiz Hauptzahler: Novartis. Strafzahlungen ab 2010: 422,5 Millionen Dollar.
Rang 2: JapanHauptzahler: Toyota. Strafzahlungen ab 2010: 1,2 Milliarden US-Dollar.
Rang 1: Grossbritannien Hauptzahler: British Petroleum. Strafzahlungen ab 2010: 25,4 Milliarden US-Dollar. Bilder: Keystone/ZVG
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RMS

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Die Zahlen der Nationalbank sprechen eine deutliche Sprache: Nirgendwo investieren Schweizer mehr als in den USA. Mit 192 Milliarden Schweizer Franken erhielten die USA im Jahr 2014 über 18 Prozent aller Direktinvestitionen. Die Nachbarländer Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich vereinten gerade mal 8,6 Prozent.

Die USA sind mit einer Ausfuhrmenge von 288 Milliarden Franken (10,1 Prozent der Gesamtexporte) nach Deutschland auch der zweiwichtigste Handelspartner der Schweiz. Doch viele Schweizer Firmen nehmen es offenbar mit den Gesetzen in den Vereinigten Staaten oft nicht so genau. Seit 2010 haben zehn Schweizer Firmen fast 643 Millionen Dollar Bussgelder bezahlt (siehe auch Bildergalerie unten).

Briten sündigen am meisten

Dabei sind die Strafzahlungen der Banken noch nicht einmal aufgeführt – und auch die Milliardenstrafe von Transocean nicht, da der Öldienstleister hauptsächlich wegen Steuervorteilen in der Schweiz angesiedelt ist.

Mit der Gesamtsumme von 643 Millionen Dollar an Strafen für die zehn grössten Sünder nimmt die Schweiz im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz ein. In der Datenbank der Nichtregierungsorganisation (NGO) «Good Jobs First» zahlten nur britische und japanische Firmen seit 2010 mehr Strafgelder in den USA.

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Nachbarn sind weit abgeschlagen

Die Briten mussten rekordverdächtige 29 Milliarden Dollar abliefern – den Grossteil mit 25 Milliarden Dollar zahlte der Ölkonzern BP, unter anderem wegen der Ölkatastrohe von Deepwater Horizon. Die Japaner schaffen es auf Platz 2. Deren Gesamtsumme beträgt verglichen dazu bescheidene 1,4 Milliarden Dollar. Danach kommt bereits die Schweiz mit über 642 Millionen Dollar.

Die Nachbarn der Schweiz sind weit abgeschlagen: Frankreich kommt auf Platz 9 (über 186 Millionen Dollar), Italien ist auf Rang 15 (42,7 Millionen), Deutschland liegt auf Platz 17 (31,6 Millionen) und Österreich belegt gar nur Platz 47 (65'000 Dollar).

Hauptsünder Öl und Pharma

Die Organisation berücksichtigt in ihrem Ranking Bussen, die von Regulatoren aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Sicherheit ausgesprochen wurden. Die Branchen, welche für die höchsten Strafgelder sorgten, sind dabei mit grossem Abstand die Öl- und Pharmaindustrie: 31,8 Milliarden beziehungsweise 12,6 Milliarden Strafgelder gehen allein auf deren Konto.
Diese Schweizer Unternehmen zahlen die höchsten Bussen an die USA:
Syngenta-Gebäude
Platz 9: GlencoreDer Rohstoffhändler zahlte 475'677 Dollar.
Platz 8: ABBDer Industriekonzern zahlte bisher 494'410 Dollar Busse.
Platz 7: NyrstarDer weltgrösste Zinkhersteller musste 598'361 Dollar abdrücken.
Platz 6: ClariantDas Unternehmen musst 614'000 Dollar abgeben.
Platz 5: Lindt & SprüngliDie Schokoladenspezialisten stehen mit 629'705 Dollar Strafe zu Buche.
Platz 4: NestléDie Nahrungsprofis zahlten 1,177 Millionen Dollar.
Platz 3: IneosDie Gruppe chemischer Betriebe zahlte bisher 2,7 Millionen Dollar.
Platz 2: LafargeHolcimDer Zementmulti hat ein Bussgeld von 212,4 Millionen Dollar in der Bilanz.
Novartis
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