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Zahnarztketten

Das Dentalpotenzial ist ausgeschöpft

Bei Swiss Smile ist die Expansion eingeschlafen. Und Konkurrent Zahnarztzentrum.ch stand kurz vor dem Verkauf.

Philipp Albrecht

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Zahnarzt: Manche Kette muss eine unfreiwillige Expansionspause einlegen. Pixabay RMS

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Sie hatten schon beinahe aufgegeben. Zwölf Jahre und 30 Filialen nach dem Start von Zahnarzt–zentrum.ch wurden Sara und Christoph Hürlimann zum Verkauf gedrängt. Die britische Private-Equity- Gruppe G Square hatte wenige Jahre zuvor ein Drittel der Aktien gekauft. Es war schon alles aufgesetzt, nur die Unterschrift fehlte noch. «Aber es fühlte sich einfach schlecht an», sagt Christoph Hürlimann. Mit der Migros Bank und der UBS im Rücken kauften sie die Anteile zurück.

Wenig getan

Das ist zwei Jahre her. Seither hat sich im Dentalmarkt nichts mehr getan. Der letzte Knall vom Dezember 2015 ist längst verhallt. Damals kaufte die welsche Kette Adent die Swiss Dental Group und ihre fünf Deutschschweizer Standorte. Adent wiederum gehört seit Juli 2014 dem britischen Investor Hesira.
Dass Adent bald wieder verkauft wird, ist für Hürlimann keine Frage. Sollte der Preis stimmen, könnte Zahnarztzentrum.ch, weiterhin die grösste Kette im Land, sogar als Käufer in Frage kommen. Etwas Wachstum wäre nicht schlecht, denn die Hürlimanns, die sich in der Zwischenzeit aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen haben, eröffneten ihre letzte Filiale im Oktober 2015: «Wir werden jetzt erst mal an den bestehenden Standorten mit neuen Kunden wachsen», erklärt Christoph Hürlimann.

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Unfreiwillige Expansionspause bei Swiss Smile

Ähnlich das Bild bei der Konkurrenz. Das exklusivere Pendant Swiss Smile der Schwestern Haleh und Golnar Abivardi kommt nicht mehr vom Fleck. Ihre letzte Neueröffnung datiert vom September 2015. Von der Auslandexpansion in drei Ländern ist nur noch eine Filiale in Moskau übrig, die im Franchise-Modell geführt wird. In der Schweiz verbleiben elf Standorte, fünf davon in Zürich.
Nachdem sich Haleh Abivardi 2015 aus dem operativen Geschäft verabschiedet hatte, übernahm Bernhard Schütz den CEO-Posten. Vor einem Jahr wurde er wiederum von Franz Maier abgelöst.

«Ausgezeichnete» Zahlen

Maier war zuvor in der Geschäftsleitung von Straumann und sass später im Nobel-Biocare-Verwaltungsrat. Die Gründungs-Schwestern glaubten weiterhin an Swiss Smile, betont Maier: «Die Abivardis waren und sind Mehrheitsaktionäre, und daran ändert sich auch nichts.» Die Zahlen seien «ausgezeichnet», und nach einer Phase der Expansion sei die Konsolidierung völlig normal. «Wir haben uns entschlossen, uns auf die bestehenden Praxen zu konzentrieren.»
In der Zwischenzeit sucht Haleh Abivardi noch immer einen Abnehmer für ihre Zwölf-Schlafzimmer-Villa in Zürich Wollishofen. 2008 war sie dort mit ihrem Partner, dem Investment Banker Maximilian Brönner, und vier Kindern eingezogen. Das Haus am See ist seit bald einem Jahr ausgeschrieben.

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Nachtrag: Haleh und Golnar Abivardi haben am 7. Juni 2017 ihre Anteile von Swiss Smile an die Jacobs Holding verkauft. Auch der Investor EQT Mid Market hat seine Swiss-Smile-Aktien an Jacobs veräussert.
Sehen Sie in der Bildergalerie, welche Länder das beste Gesundheitssystem haben:
Das Londoner Legatum Institute hat die Gesundheitssysteme in mehreren Ländern untersucht und miteinander verglichen. Die 16 Länder mit den besten Gesundheistssystemen:
Platz 16: Kanada Kanada etablierte per Gesetz einen kostenlosen Zugang zum Gesundheitswesen, der als staatliche Krankenversicherung bekannt wurde. Kanadas System ist nicht perfekt, weshalb in den vergangenen Jahren viele Kanadier in den Süden zogen, um eine private Versicherung in den USA abzuschliessen.
Platz 15: Katar Den besten Standard im Gesundheitswesen des Mittleren Ostens kann in der reichen Nation Katar gefunden werden. Die Nation hat erst kürzlich Schritte dazu übernommen, ein universelles Gesundheitssystem im Land zu implementieren.
Platz 14: Frankreich Das Land ist berühmt für die Qualität des Gesundheitssystems, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass Frankreich vorne mit dabei ist. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Frankreich liegt bei 82 Jahren.
Platz 13: Norwegen Norwegen und seine skandinavischen Gegenstücke, kommen bei den weltweiten Lebensqualitätsrankings immer ganz gut weg, nicht zuletzt wegen der Gesundheit seiner Einwohner. Das Gesundheitssystem ist für Kinder unter 16 Jahren kostenlos, Erwachsene müssen aber dafür bezahlen. Das Land gibt mehr Geld pro Person für die Gesundheitsversorgung aus, als jedes andere Land auf der Welt.
Platz 12: Neuseeland Neuseeland ist eines der aktivsten Länder auf der Welt, wobei die Nation bei internationalen sportlichen Veranstaltungen stets über seiner Gewichtsklasse antritt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt dort bei etwa 81,6 Jahren.
Platz 11: Belgien Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Belgien bei etwa 81,1 Jahren und verfehlt somit nur knapp die Top 20 der Welt. Das Land hat ein universelles Gesundheitssystem, welches zwingend eine Gesundheitsversicherung für alle Bürger vorsieht.
Platz 10: Deutschland Trotz der Liebe zu Bier und Würstchen, gehören die Menschen in Deutschland zu den gesündesten der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 81 Jahren.
Platz 9: Israel Israel ist das am höchsten bewertete Land des mittleren Ostens des Legatum Institute Subindexes. Israel hat mit 82,5 Jahren die achthöchste Lebenserwartung des Planeten.
Platz 8: Australien Dank grossartigem Wetter und wenig Verschmutzung, überrascht es wenig, dass Australien die gesündeste Nation in der südlichen Hemisphäre ist.
Platz 7: Hong Kong Der kleine Stadtstaat Hong Kong hat 11 private und 42 öffentliche Krankenhäuser, die seinen über 7,2 Millionen Einwohnern zur Verfügung stehen. 2012 hatten die Frauen in Hong Kong die längste Lebenserwartung von allen Ländern der Erde.
Platz 6: Schweden Nordeuropäische Länder wie Schweden, schneiden in der Regel gut ab, wenn es um die Lebensqualität und das Gesundheitssystem geht. Schwedische Männer haben die vierthöchste Lebenserwartung der Welt. Diese liegt im Schnitt bei 80,7 Jahren.
Platz 5: Niederlande Zum Vergleich - 2015 hatte Holland Platz 1 in Europa beim jährlichen Consumer Index erlangt, der die Gesundheitssysteme in Europa vergleicht. Dabei haben die Niederlande 916 von maximal 1000 Punkten erreicht.
Platz 4: Japan Die durchschnittliche Lebenserwartung in Japan liegt bei 83,7 Jahren, was die höchste der Welt ist. Das hat demografische Probleme mit sich gebracht, weil die Bevölkerung enorm altert.
Platz 3: Schweiz Die Schweiz ist reich, schön und unglaublich gesund. Sie hat so ziemlich alles, was man von einem Land erwarten kann. Das Gesundheitssystem ist allumfassend und basiert auf einer verpflichtenden Versicherung aller Bürger.
Platz 2: Singapur Ein weiterer kleiner Stadtstaat hat es auf die Liste geschafft. Singapurs 5,6 Millionen Einwohner haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,1 Jahren.
Platz 1: Luxemburg Das reiche Land zwischen Belgien, Frankreich und Deutschland führt die Liste des Legatum Institutes im Bereich Gesundheitswesen an. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt dort bei 82 Jahren.Bilder: Keystone/ Flickr/CC
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RMS

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