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Bundesrat beschliesst Atomausstieg

Historische Wende: Der Bundesrat hat beschlossen, in Zukunft nicht mehr auf Kernkraft zu setzen. Die bestehenden AKW sollen so lange am Netz bleiben, wie sie sicher sind. Deshalb wird auch kein verbindliches Datum fΓΌr den Atomausstieg festgelegt.

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Das AKW Leibstadt soll 2034 vom Netz. (Bild: Keystone) RMS

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Die Schweiz soll aus der Atomenergie aussteigen. So will es der Bundesrat. Er hat sich dafΓΌr ausgesprochen, dass die bestehenden Atomkraftwerke am Ende ihrer Betriebsdauer nicht ersetzt werden.
Durch einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie stehe nach Ansicht des Bundesrates die erforderliche Zeit fΓΌr die Umsetzung der neuen Energiepolitik und den Umbau des Energiesystems zur VerfΓΌgung.
Aus Sicht des Bundesrates ist ein solcher Ausstieg  "technisch mΓΆglich und wirtschaftlich tragbar". Die volkswirtschaftlichen Kosten fΓΌr den Umbau und fΓΌr Massnahmen zur Reduktion der Stromnachfrage belaufen sich nach ersten Berechnungen des Bundes auf 0,4 bis 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts.
BundesrΓ€tin und Energieministerin Doris Leuthard strebt fΓΌr den Ausstieg aus der Kernenergie keinen konkreten Zeitpunkt an. Ausschlaggebend sei die Sicherheit. "Die bestehende Reaktoren laufen so lange, wie sie sicher sind", sagte sie am Mittwoch vor den Medien in Bern.
Kein verbindlicher Zeitplan
FΓΌr den Ausstieg gebe es "keine Jahreszahl, kein Datum", sagte Leuthard nach der Klausur der Regierung. Es gebe auch keine fixe Lebensdauer fΓΌr die Kernanlagen. Hypothetisch nehme der Bundesrat heute eine Lebensdauer der AKW von 50 Jahren an. Das wΓΌrde bedeuten, dass das letzte AKW 2034 vom Netz ginge.

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Das erste Atomkraftwerk wΓΌrde demnach 2019 vom Netz gehen, das letzte 2034. 2019 wΓΌrde Beznau I abgeschaltet. Beznau II und MΓΌhleberg wΓΌrden gemΓ€ss der 50-Jahre-Regel 2022 folgen, GΓΆsgen 2029 und Leibstadt 2034.
Wenn es die Sicherheit erfordere, kΓΆnne die Lebensdauer fΓΌr ein AKW aber auch unter 50 Jahren liegen, sagte Leuthard. "Es kΓΆnnen aber auch 60 Jahre sein." Nicht die Politik soll ΓΌber die Lebensdauer entscheiden, sondern die Sicherheit. Niemand kΓΆnne heute sagen, wie lange die Anlagen sicher betrieben werden kΓΆnnten.
"Historischer Tag"
Der Bundesrat habe sich fΓΌr seinen Grundsatzentscheid zur Stromzukunft der Schweiz wΓ€hrend rund vier Stunden durch das Stromdossier gearbeitet, sagte Leuthard. Dabei sei die Regierung zum Schluss gekommen, dass es ein klares Zeichen des Bundesrats brauche. "Deshalb ist heute durchaus ein historischer Tag", ordnete sie den Ausstiegsentscheid des Bundesrates ein.
"Es geht nicht zum Nulltarif", sagte Leuthard zu den Auswirkungen auf die Gesellschaft und Wirtschaft. Sie sei aber ΓΌberzeugt, dass sich der Weg des Bundesrates langfristig lohne. Es wΓΌrden neue ArbeitsplΓ€tze geschaffen und die Schweiz kΓΆnne sich international gut in Position bringen.
Ein sofortiger Ausstieg sei kein Zukunftsszenario gewesen fΓΌr den Bundesrat, sagte Leuthard. "Unsere Reaktoren sind sicher." Bei einem sofortigen Abschalten der Anlagen wΓΌrde zudem das Netz geschwΓ€cht und die KapazitΓ€ten kΓΆnnten nicht ersetzt werden.

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Kein leichter Entscheid
Der Bundesrat habe sich den Entscheid nicht leicht gemacht, sagte die Energieministerin. Das gelte besonders auch fΓΌr sie selbst mit ihrem Hintergrund. Leuthard wird immer wieder als AtombefΓΌrworterin dargestellt, weil sie vor ihrer Zeit in der Regierung auch bei einem Stromkonzern engagiert war.
Viele Fragen seien noch offen, sagte Leuthard. Es gebe eine Liste mit zahlreichen AktionsplΓ€nen und noch auszuarbeitenden Detailstrategien. Dazu gelte es nun viel Feinarbeit zu leisten.
Ziel des Bundesrats sei es, nach den ausserordentlichen Parlamentsdebatten zur Atomfrage in der kommenden Sommersession die Verwaltung bis im Herbst mit der Ausarbeitung von Gesetzesvorlagen zu beauftragen. Eine Vernehmlassungsvorlage mΓΆchte der Bundesrat im Jahr 2012 unterbreiten.
(cms/laf/tno/sda)
Die grΓΌnen Markierungen auf der Karte zeigen die Schweizer Atomkraftwerke. Durch den Klick auf eine Markierung sehen Sie Name, Betriebsbeginn und Leistung des jeweiligen AKW. Sollten nicht alle Standorte im Bild sein, vergrΓΆssern Sie bitte den Kartenausschnitt.

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