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Baselworld: Unsichere Zeiten am Handgelenk

Die Baselworld öffnet ihre Tore unter schwierigen Vorzeichen: Hat die Schweizer Uhrenindustrie den Franken-Schock noch nicht ganz verdaut, preschen nun die Smartwatches vor und sorgen für Unsicherheit

Die Baselworld steht vor der Tür. Wir zeigen vorab die Messeneuheiten.Die Schweizer Uhrenmanufaktur Blancpain bietet erstmals in der Kollektion Villeret eine Uhr mit einem Grossdatum an. Mit dem flachen Drei-Zeiger-Modell bekennt man sich auch zur stilsicheren Gehäusegrösse von 40 Millimetern. Blancpain
Bei der Bird Repeater Geneva von Jaquet Droz besteht das Zifferblatt aus Rotgold, Onyx und Perlmutt, die Vögel sind handbemalt und graviert, gefasst in einem 47 Millimeter exaltiertes Rotgold-Gehäuse. Nur acht Exemplare werden gefertigt.Jaquet Droz
Bei der Baselworld wird Omega die Seamaster Aqua Terra James Bond Limited Edition vorstellen. Die 41,5 Millimeter grosse Herrenuhr im Edelstahlgehäuse ist ausgestattet mit dem Omega-Automatikkaliber 8507. Das Uhrwerk ist vollkommen unempfindlich gegenüber Magnetfeldern von weit mehr als 15.000 Gauss und gilt zudem als extrem stosssicher – genau das richtige für einen Geheimagenten im Einsatz.Omega
Breitling präsentiert bei der Baselworld seinen neuen Transocean Chronograph. Ein Chronometer in Edelstahl mit 43 Millimeter Diagonale und auf 1915 Exemplare limitiert. 70 Stunden Gangreserve.Breitling
Mit dem neuen Timemaster GMT stellt Chronoswiss den jüngsten Zuwachs in der Sportlinie vor, der die praktische Funktion einer zweiten Zeitzone mit einem kernigen Äusseren kombiniert. Automatikwerk, Saphirglasboden, eingelassen im Edelstahlgehäuse.Chronoswiss
Die Academy Christophe Colomb Hurricane Grand Voyage II von Zenith ist lediglich auf zehn Exemplare limitiert. Stunden und Minuten sind in einem dezentrierten Zifferblatt bei der 12, ein selbstnivellierendes Gravity-Control-Modul bei der 6. Die Uhr wird von Hand aufgezogen. Zenith
Die neue Conquest Classic Moonphase von Longines zeigt das Datum, den Wochentag, den Monat und die Mondphasen an. Der neue Chronograph mit seinem Durchmesser von 42 mm beherbergt das automatische Chronographenwerk L678. Das Gehäuse ist in Edelstahl, in Edelstahl mit Roségoldkappe oder aus 18-karätigem Roségold erhältlich.Longines
Stabförmige Indices, blattförmige Zeiger und ein Gehäuse aus Roségold: Girard-Perregaux präsentiert auf der Baselworld für Damen und Herren ein neues Modell aus der Kollektion 1966. Das Zifferblatt besteht aus massivem Silber und ist aufwendig guillochiert. Das Modell erscheint bislang nur in Rotgol. Das feminines Pendant steht dem mit 30 Millimeter Diagonale und Brillantlünette zur Seite. Girard-Perregaux
Bei Jeanrichard kommt die Kollektion Terrascope in verkleinerter Form auf 39 Millimeter. Die lässige Version für den Tag besitzt ein Edelstahlgehäuse, ein blaues Straussenlederarmband und ein grob strukturiertes Zifferblatt. Zusätzlich gibt es noch eine elegantere Ausführung mit einem mattweissen Zifferblatt, das mit blauen Indexen versehen ist, einer mit 54 Diamanten besetzten Lünette und einem Edelstahlarmband.Jeanrichard
Zur Feier des 10. Geburtstages der Big Bang stellt Hublot die Big Bang Unico Full Magic Gold vor. Eigenen Angaben zufolge ist sie die kratzfesteste Uhr aus Massivgold, die bisher entwickelt wurde.Hublot
Girard-Perregaux zeigt bei der Baselworld eine neue Version der Damenuhr Vintage 1945 Lady: Das Zifferblatt in Taupe und Schokobraun ist untergebracht in einem gewölbten Stahlgehäuse, das betont wird von zwei Diamantlinien aus 30 Diamanten. Das Zifferblatt ist im Zentrum dekoriert mit einem Rechteck aus 42 Diamanten im Brillantschliff.Girard-Perregaux
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Die Aufhebung des Franken-Euro-Mindestkurses überschattet auch das jährliche Grossereignis der Uhrenindustrie, die Baselworld. An der Messe, die nächste Woche ihre Tore öffnet, werden zudem die ersten Smart-Uhren präsentiert.

Die stark exportabhängige Schweizer Uhrenindustrie hat den von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Mitte Januar ausgelösten Schock noch nicht ganz verdaut. Die Geschäftsaussichten haben sich dadurch deutlich verschlechtert.

Für dieses Jahr rechnet der Präsident des Schweizerischen Uhrenverbandes (FH), Jean-Daniel Pasche, nach dem Rekordergebnis von 2014 mit einer Stabilisierung auf hohen Niveau. Im vergangenen Jahr waren die Uhrenexporte auf 22,2 Milliarden Franken angestiegen. Ins Geschäftsjahr 2015 ist die Uhrenindustrie allerdings mit einem Exportwachstum von 3,7 Prozent auf 1,64 Milliarden Franken im Monat Januar gestartet.



Druck auf Margen

Im Januar hätten sich die Folgen der Aufhebung des Mindestkurses nur teilweise abgebildet, erklärt Pasche. Inzwischen sei aber ein zunehmender Druck auf Budgets und Margen der Unternehmen festzustellen. Es werde auch vorsichtiger investiert und die Unternehmen seien zurückhaltender bei Anstellungen.

Mehrere Marken hätten zudem ihre Preise der Frankenstärke angepasst. Einige hätten diese in der Eurozone erhöht, andere hätten sie in der Schweiz gesenkt und wieder andere hätten sogar beides gemacht, stellt Pasche fest. Es gebe kein Patentrezept.

Als Folge der Ukrainekrise kämpft die Uhrenindustrie nach Angaben ihres Verbandes derzeit in Deutschland, Frankreich und Russland mit Problemen. Umgekehrt wird die Entwicklung in den USA, Japan, Südkorea und im Mittleren Osten als vorteilhaft bezeichnet.



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Unsicherheit nimmt zu

Der Präsident des Uhrenverbandes kommt daher zum Schluss, dass die Schweizer Uhrenindustrie nicht in der Krise stecke, aber die Unsicherheit über die Geschäftsaussichten zugenommen habe. Pasche gibt sich dennoch optimistisch für die Zukunft der Branche.

Künftig für Schwung sorgen dürften die intelligenten Uhren: An der diesjährigen Baselworld werden einige Schweizer Uhrenhersteller ihre Smart-Uhren vorstellen. Die Uhrenhersteller stürzen sich in das Abenteuer, obwohl die von Apple lancierte intelligente Uhr bereits in der zweiten April-Hälfte auf den Markt kommt.

Die Aussichten sind zu verlockend: Der weltweite Markt für Smart-Uhren wird sich gemäss einer Studie des deutschen Marktforschungsinstituts GfK in diesem Jahr mehr als versechsfachen. Die Umsätze dürften von 4 Millionen im Jahr 2014 auf 26,1 Millionen Einheiten 2015 steigen.



Smart-Uhren mit Potenzial

Swatch hatte bereits am Donnerstag seine Smartwatch vorgestellt. Die Swatch Touch Zero One soll im Sommer auf den Markt kommen und weniger als 150 Franken kosten. Mit der Uhr können ihre Träger zwar nicht telefonieren, dafür bargeldlos bezahlen. Zudem kann sie im Sport eingesetzt werden.

Ebenfalls aus der Deckung heraus wagen wird sich in Basel, wie bereits angekündigt, das Genfer Unternehmen Frédérique Constant mit dem Vorstellen von fünf Modellen. Auch Tag Heuer, das zum französischen Konzern LVMH gehört, arbeitet emsig an seiner ersten Smartwatch und dürfte in Kürze seine Entwicklungspartner bekannt geben.

Die 43. Ausgabe der Baselworld dauert vom 19. bis 26. März. Rund 150'000 Teilnehmer und 4000 Medienvertreter werden nach Basel reisen. Nicht weniger als 1500 Uhrenmarken aus 40 Ländern haben Basel als Ort für die Vorstellung ihren neusten Kreationen gewählt.



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(sda/ccr)

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