Axel Weber war in seinem Element. Das International Institute of Finance (IIF) hatte nach Tokio geladen, und mehr als 1000 hochkarätige Finanzleute hatten sich Anfang Juni im «Grand Hyatt» eingefunden. Für den UBS-Präsidenten ein Termin auf der geliebten grossen Bühne: Vor drei Jahren hatte er auch das Präsidium des globalen Verbandes übernommen, der als beste Networking-Plattform der Finanzbranche gilt. Erst eröffnete er die Konferenz mit einem Panel zum «Global Outlook», dann parlierte er mit dem britischen Notenbankchef Mark Carney so geschliffen, dass sich die Zuhörer fragten: Wer ist eigentlich der bessere Notenbanker? Die UBS war kein Thema, der Ex-Bundesbank-Chef glänzte einmal mehr in der Rolle des Weltenerklärers – als bester Chef, den die Europäische Zentralbank nie hatte.