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Wahl

Als Bundesrat wäre Res Schmid eine Premiere

Res Schmid bezeichnet sich als Brückenbauer – für einen Bundesrat ein gefragtes Attribut. Schafft Schmid den Sprung von der Kantons- in die Landesregierung, wäre das für Nidwalden eine Premiere.

Diese SVP-Kandidaten haben die erste Vorauswahl der Parteispitze überstanden:Nationalrat Heinz Brand (GR) wird seit Wochen als Kronfavorit gehandelt. Der umgängliche Migrationsexperte gilt im Parlament als mehrheitsfähig, fiel aber zuletzt mit extremen Positionen auf. Der langjährige Chef der Bündner Fremdenpolizei hat seit langem das Image eines Asyl-Hardliners und politisiert auf Parteilinie. Neben der Migration ist das Gesundheitswesen Brands zweites Schwerpunktgebiet.
Der jüngste der elf Kandidaten ist Thomas Aeschi (ZG) mit 36 Jahren. Der Zuger Nationalrat gibt sich weltoffen, intellektuell und dynamisch. 2009 trat er der SVP bei und legte eine Blitzkarriere hin. Aeschi glaubt nicht, dass die EU die bilateralen Verträge kündigen wird, wenn die Schweiz die Personenfreizügigkeit einschränkt. Diese böten der EU zu viele Vorteile.
Die Nidwaldner SVP kann weiter auf einen Bundesrat aus ihren Reihen hoffen. Bildungsdirektor Res Schmid (NW) wäre der erste Bundesrat seines Kantons. Der 57-jährige ehemalige Jet-Pilot gehört zur Nidwaldner SVP der ersten Stunde. Er sieht sich selber nicht als Hardliner, sondern als Brückenbauer. Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative möchte Schmid die bilateralen Verträge so weit wie möglich verteidigen. Noch wichtiger ist für ihn aber die Umsetzung des Volkswillens.
Allseits bekannt ist der polarisierende Walliser Oskar Freysinger (VS). Auch mit der eigenen Partei ging Freysinger schon hart ins Gericht. Freysinger machte zudem als Islamkritiker von sich reden. So setzte er sich sowohl für das Minarettverbot als auch für ein Verschleierungsverbot ein. Sollte er in den Bundesrat gewählt werden, wolle er auch da auf Kollegialität und Zusammenarbeit setzen.
Aus der Westschweiz tritt Nationalrat Guy Parmelin (VD) an. Vor vier Jahren musste er noch seinem Freiburger Parteikollegen Jean-François Rime den Vortritt lassen. Der Waadtländer hat seine Positionen während der bisher zwölf Jahre im Nationalrat verhärtet und liegt heute auf der Blocher-Linie der SVP. Der 56-jährige Nationalrat zeigt sich bereit, das SVP-Programm im Bundesrat «entschlossen zu verteidigen».
Die italienische Schweiz ist seit 1999 nicht mehr im Bundesrat vertreten. Das könnte sich dank Norman Gobbi (TI) ändern. Gobbi ist ein Platz auf dem Ticket beinahe sicher, weil er als einziger Kandidat aus der italienischen Sprachregion angetreten ist. Der zu SVP übergetretene Lega-Politiker machte im Sommer von sich reden, als er wegen der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen eine Schliessung der Tessiner Grenze forderte.Bilder: Keystone
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RMS

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Der Nidwaldner Bildungsdirektor Res Schmid könnte der erste Bundesrat seines Kantons werden. Der 57-jährige einstige Jet-Pilot gehört zu den Nidwaldner SVP-Politikern der ersten Stunde. Er sieht sich nicht als Hardliner, sondern als Brückenbauer.
Er glaube, mit seinem Wissen und seiner Führungserfahrung zur Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen, denen die Schweiz gegenüberstehe, beitragen zu können, begründet Schmid im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda seine Motivation, sich für die Bundesratswahlen zur Verfügung zu stellen. Er betont aber auch, dass er sich nicht selbst ins Spiel gebracht habe. Er sei in der erfreulichen Situation gewesen, dass sein Name genannt worden sei.

Delegieren und den Chef markieren

Diese bedächtig zurückhaltende, aber auch bestimmte Ausdrucksweise ist typisch für Schmid, der im Berner Oberland aufgewachsen ist und viele Berufsjahre im Militär verbracht hat. 1979 wurde er Militärberufspilot, er flog Hunter, Mirage und Tiger F-5, war Mitglied der Patrouille Suisse, flog den F/A-18 ein und war von 2007 bis 2010 als Cheftestpilot der Armasuisse in der Luft.
Seit fünf Jahren ist Schmid Bildungsdirektor des Kantons Nidwalden. Da die Nidwaldner Regierungsräte nur im 80-Prozent-Pensum arbeiten, hat er auch noch Zeit, als Berater von Bundesrat Ueli Maurer tätig zu sein.

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Militärische Führungsgrundsätze würden immer helfen, sagt Schmid, schränkt aber ein, dass diese nicht immer gleich anzuwenden seien. Sein Credo, das er auch als Vorsteher der Nidwaldner Bildungsdirektion anwende, sei Verantwortung und Kompetenzen an die Direktuntergebenen zu delegieren, bei Problemen aber als Chef hinzustehen.

Als Regierungsrat geachtet

Dass Schmid die Auseinandersetzung nicht scheut, hat er gezeigt, als er im sogenannten Sprachenstreit in den Medien der Romandie in französischer Sprache seine Absicht verteidigte, in den Nidwaldner Schulen den Französischunterricht auf die Oberstufe zu konzentrieren.
Die Nidwaldner Stimmberechtigten sprachen sich indes für den vorläufigen Erhalt des Frühfranzösisch aus. Sonst stehen sie aber hinter dem Bildungsdirektor, der etwa in der dritten und vierten Klasse wieder Noten eingeführt hat und Schulreformen skeptisch gegenübersteht. 2014 wurde Schmid mit dem zweitbesten Resultat aller Kandidaten im Regierungsamt bestätigt.

Trotz Spezialexpertise für alles offen

Sicherheits- und Bildungspolitik sind die Schwerpunkte von Schmid. Bei einer Wahl in den Bundesrat wäre dies aber bei der Departementsverteilung irrelevant, sagt er. Niemand habe für ein Departement ein Gesamtwissen.

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In der Sicherheitspolitik sei zu lange renoviert und gespart worden, sagt Schmid. Wichtig ist ihm, dass die Landesregierung Lösungen zur Einwanderung vorlegt. Das Volk werde ungeduldig, sagt er. Mit den Terroranschlägen von Paris habe sich das Thema akzentuiert.

Der Volkswille hat Vorrang

Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative möchte Schmid die bilateralen Verträge so weit wie möglich verteidigen. Noch wichtiger als der Erhalt der Verträge sei aber, dass der Volkswille umgesetzt werde. Es seien nicht die Bilateralen allein, die für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz wichtig seien.
Bei den Menschenrechten setzt Schmid auf die Verfassung der Schweiz und nicht auf die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK). Die Bundesverfassung sei der Humanität verpflichtet und enthalte die Menschenrechte.
Skeptisch ist Schmid bezüglich der Energiewende. Er vermisst erfolgsversprechende Ansätze. Es bringe nichts, wenn die Schweiz wegen AKW-Abschaltungen in eine neue Auslandabhängigkeit gerate.

Voll und ganz hinter der Partei-Grundhaltung

In Nidwalden gibt es die SVP seit 1999. Schmid ist seit der Gründung einer SVP-Sektion an seinem Wohnort Emmetten Mitglied. 2002 gehörte der Familienvater zu den ersten sieben Parteimitgliedern, die für die SVP ins Kantonsparlament gewählt wurden.

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Er sei kein «Büechligänger», der ständig im Parteiprogramm nachschaue, sagt Schmid. Er teile aber die Grundhaltung der Partei voll und ganz. Schmid sieht sich als Brückenbauer. Er sei konsensfähig und deshalb kein Hardliner.
Wird Schmid gewählt, wäre er der erste Bundesrat des Kantons Nidwalden. In der Zentralschweiz stellten bislang auch Uri und Schwyz kein Mitglied der Landesregierung.
(sda/jfr)

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