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Airline-Branche: Marktbereinigung steht bevor

Fusionen, Clusterbildung, Lowcost-Versuche auf der Langstrecke – die Fluggesellschaften haben einiges vor sich.

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Einerseits kennt die Luftfahrt Konjunkturschwankungen wie kaum eine andere Branche, andererseits aber auch eine klare Grundrichtung: nach oben. Die Branche wΓ€chst. Und zwar global, nicht nur in den Boomregionen Indien und China, wo gigantischer Nachholbedarf herrscht. Auch fΓΌr Europa prognostiziert die FlugsicherungsbehΓΆrde Eurocontrol krΓ€ftiges Wachstum: Bis 2012 dΓΌrfte die Zahl der Flugbewegungen um rund 30 Prozent zunehmen. Boeing rechnet damit, dass der innereuropΓ€ische Luftverkehr bis 2025 um jΓ€hrlich dreieinhalb Prozent wΓ€chst, der von Europa ausgehende Interkontinentalverkehr gar um fΓΌnf bis sechs Prozent. Das weltweite Wachstum sieht Boeing bei 4,9 Prozent pro Jahr. Γ„hnliche Prognosen stellen die WeltverbΓ€nde der Airlines (IATA) und der FlughΓ€fen (ACI).
Trotz Marktwachstum steht die Branche vor einer Konsolidierungsrunde: Die grossen Gewinner der Luftfahrt sind AusrΓΌster und Dienstleister wie FlughΓ€fen, Flugzeugbauer, Zulieferer – viele sind schlicht unerlΓ€sslich. Extrem teure, aber wichtige Airports wie Tokio-Narita nicht mehr anzufliegen, ist fΓΌr Airlines keine echte Option. So kommt es, dass die meisten Fluglinien eher dΓΌrftige Renditen einfahren und in schlechten Zeiten oft gar keine.

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Am Ende der Konsolidierung dΓΌrften in Europa jeweils drei beherrschende Player ΓΌbrig bleiben. Aufseiten der Flag Carrier werden sich um British Airways, Air France / KLM und Lufthansa Cluster bilden. Wie diese aussehen kΓΆnnten, zeigt die Lufthansa schon heute mit ihren TΓΆchtern Swiss, Germanwings, CityLine, Eurowings oder Air Dolomiti. Austrian Airlines und die skandinavische SAS dΓΌrften nach einer gewissen Schamfrist dazukommen. Auch bei den Lowcost-Fliegern sieht es nach dem Sieg eines Triumvirats aus, bestehend aus den stΓ€rksten Anbietern Ryanair, EasyJet und Air Berlin. Auch auf Langstrecken sind die ersten Billigflieger am Start oder rollen an – zuerst in Asien, wo die Personalkosten niedrig sind. Europa wird nachziehen.
Am Horizont stehen auch Airline-Fusionen ΓΌber Kontinente hinweg. Noch verhindern rechtliche Limiten wie Β«goldene AktienΒ», der staatliche Einfluss auf die Landerechte an FlughΓ€fen oder auch gewerkschaftlicher Widerstand solche ZusammenschlΓΌsse. Β«Aber das wird kommenΒ», sagt Martin Koehler von Boston Consulting.
Im Gegenzug werden die Allianzen Star, OneWorld und SkyTeam an Bedeutung verlieren. Sie dienen als Hilfskonstruktion, um die rechtlichen BeschrΓ€nkungen zu umgehen. Die Allianzen schaffen im Wesentlichen Umsatzsynergien durch das gegenseitige ZufΓΌhren von Kunden, aber nur marginale Kostenersparnisse. Deshalb werden Fusionen den Allianzen ΓΌberlegen sein.

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Offensichtlich noch einen Schritt weiter denkt die Geldsammelstelle Texas Pacific Group (TPG). GrΓΌnder David Bonderman war schon bei America West (heute US Airways) und Ryanair investiert, bei Continental hat er das eingesetzte Geld fast verzehnfacht. Derzeit unternimmt TPG die ersten Schritte, um einen globalen Airline-Verbund zu schmieden. Vor kurzem hat TPG die australische Qantas ΓΌbernommen und bietet nun fΓΌr Alitalia.
GrundsΓ€tzlich zeigt der Luftfahrtmarkt Γ€hnliche Tendenzen wie andere Konsumzweige, sei es fΓΌr Reisen, Lebensmittel oder Bier: Wachstum entsteht im Niedrigpreissegment und in der Luxusklasse, die Mitte dΓΌnnt aus. Dank den Billigfliegern nehmen Kunden den Lufttransport von A nach B als Commodity wahr und verzichten auf kulinarisches Begleitprogramm. Am anderen Ende stehen hoch veredelte Angebote in Business und First Class, bis hin zu Einzelabteilen mit SchiebetΓΌr und Sternekochmenu. Auch Liniendienste, die keine Holzklasse anbieten, werden immer stΓ€rker nachgefragt.
FΓΌr die Premiumfluglinie Swiss sind das keine schlechten Aussichten.

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