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Shitstorm, Aktieneinbruch, fehlende Agilität: Philipp Navratil hat viele Baustellen. Er geht diese mit Dampf an und kennt keine Tabus.
Philipp Navratil wollte schon immer anpacken – dasselbe verlangt er nun als Nestlé-Chef von seinen Angestellten.
www.sebanex.com - Sébastien AnexAm St. Galler Management-Symposium im Jahr 1998 war mal wieder viel Prominenz an der Hochschule versammelt. Der damalige Nestlé-Präsident Helmut Maucher war da, Hans Tietmeyer, der Präsident der Deutschen Bundesbank, Daniel Vasella, Novartis-Chef, Aussenminister Joschka Fischer, und aus Bern kam Bundespräsident Flavio Cotti angereist.
Das Symposium schloss mit der Rede eines Studenten, gewandet mit Krawatte und einem etwas weit geschnittenen Anzug. In seinem Schlusswort brach der junge Redner eine Lanze für seine Generation; diese sei keineswegs bequem, versicherte er. «Nein, wir wollen anpacken und mit unserer Leistung den Erfolg neu definieren.» Der Student, der vor Tatendrang brannte, hiess Philipp Navratil, damals 22-jährig, Betriebswirt im vierten Semester, Präsident des studentischen Symposiumkomitees.
Heute, fast dreissig Jahre später, darf der ambitionierte Redner das umsetzen, was er in St. Gallen für seine Generation in Anspruch nahm: Ärmel hochkrempeln. Navratil ist seit kurzem Chef von Nestlé, dem grössten Konzern der Schweiz. Die Herausforderung ist immens, denn die einst wertvollste Firma Europas verlor einen Drittel ihrer Marktkapitalisierung – ein Einbruch, wie ihn der Konzern in fünfzig Jahren nicht erlebt hat.
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