Die heftige Kritik von Grossaktionär Cevian zeigt Wirkung: Panalpina-Verwaltungsratspräsident Peter Ulber nimmt den Hut. Ulber stehe an der nächsten Generalversammlung vom 9. Mai 2019 nicht zur Wiederwahl zur Verfügung, teilte der Logistikkonzern am Montagabend in einem Communiqué mit.

«Die Entscheidung ist im besten Interesse von Panalpina und allen Anspruchsgruppen», sagt Ulber in der Mitteilung: «Den langfristigen Zielen wird mit der Wahl eines unabhängigen Präsidenten des Verwaltungsrates am besten gedient.»

So verbessere Panalpina die Corporate Governance weiter. Die Rücktrittsankündigung Ulbers stehe im Einklang mit der bereits kommunizierten Verpflichtung, die Zusammensetzung des Verwaltungsrats zu überprüfen, schrieb Panalpina weiter. Der Vergütungs- und Nominierungsausschuss des Unternehmens werde einen gründlichen und zügigen Prozess für die Suche nach einem unabhängigen Präsidenten durchführen.

Harsche Kritik von Grossaktionär

Vor knapp einem Monat hatte Cevian an Ulber kein gutes Haar gelassen und erneut den Rücktritt des Deutschen gefordert. «Es braucht einen neuen Chairman an der Spitze von Panalpina. Peter Ulber ist untragbar», hatte Cevian-Mitgründer Lars Förberg in einem Interview gesagt. Im Interview mit «Bilanz» sagte Förberg kürzlich: «Es fehlt eine Performance-Kultur, die Strukturen sind aufgebläht, die Kosten zu hoch, die Umsätze zu niedrig, man schreckt vor den nötigen harten Massnahmen zurück.» Die Hauptursache dafür liege beim Präsidenten und beim Vizepräsidenten von Panalpina.

Peter Ulber weigere sich seit Jahren, die notwendigen Massnahmen einzuleiten, um Panalpina wettbewerbsfähig aufzustellen. «Wir hatten lange viel Geduld.» Die sei jetzt aufgebraucht, sagt der Cevian-Mitgründer zu «Bilanz».

Ulber von Schärfe der Kritik überrascht

Ulber seinerseits hatte sich überrascht gezeigt von der Schärfe der an ihn gerichteten Rücktrittsforderung. «Ich nehme diese doch sehr vehement vorgebrachte Kritik sehr ernst», hatte Ulber ebenfalls in einem Interview gesagt.

Zu den Vorwürfen, Panalpina sei in den vergangenen Jahren unter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte er: «Die Performance ist sicherlich nicht da, wo wir sie uns wünschen.» Die Kritik sei «in mehreren Punkten auch berechtigt».

Gleichwohl seien signifikante Fortschritte erzielt worden. Und die Ziele seien klar definiert und auch kommuniziert worden. «Wir wissen, wo wir die Profitabilität verbessern können.» Der Handlungsbedarf sei also eruiert. «Nun müssen wir natürlich liefern.» Der Knackpunkt sei die IT.

(awp/bsh)

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