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Novartis: Reputationsrisiko

Novartis-Verwaltungsrat und Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking droht eine Anklage wegen Marktmanipulation.

Kristina Gnirke

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Vom Strahlemann zum Buhmann: Wendelin Wiedeking. RMS

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Porsche und die Schweiz – eine glΓΌckliche Beziehung. Hier kann die Autofirma auf loyale Kunden bauen. Selbst der unrΓΌhmliche Abgang des frΓΌheren Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking tat dem Image keinen Abbruch. Dieser hatte 2009 nach verlorenem Übernahmekampf mit Volkswagen gehen mΓΌssen. Nun bricht allerdings ein Gerichtsprozess ΓΌber Wiedeking herein, der sogar einen Schweizer Grosskonzern betreffen kΓΆnnte: das Pharmaunternehmen Novartis, in dessen Verwaltungsrat Wiedeking sitzt.
Wegen Marktmanipulation droht Wiedeking eine Anklage. Der Vorwurf: Er soll bei der VW-Übernahme durch falsche oder verschwiegene Informationen den Finanzmarkt getÀuscht haben. Dubiose OptionsgeschÀfte brachten Porsche damals an den Rand der Insolvenz; VW übernahm den Sportwagenbauer. Ab November erwarten Insider eine Anklage. Wiedeking drohen bis zu fünf Jahre Haft. Er weist die Anschuldigungen zurück, und bis Ende Oktober haben seine AnwÀlte Zeit, ihre Gegenargumente erneut vorzubringen.
Novartis dΓΌrfte den Prozess genau beobachten. Sollte Wiedeking angeklagt oder gar schuldig gesprochen werden, wΓ€re der Imageschaden gross und er kaum als VR zu halten. Novartis will jedoch keinen Kommentar dazu abgeben.
UnlΓ€ngst rΓΌckte Wiedeking nΓ€her an die Schweiz heran. Im Juni siedelte er in Meggen LU die Vialino an, den Ableger eines italienischen Restaurantkonzepts aus Stuttgart, an dem er beteiligt ist. Wiedeking tobt sich als Investor aus: Er hΓ€lt Anteile an einem Edelschuhmacher und einer PR-Firma, ist im Online-ReisegeschΓ€ft investiert und bei der Signa Holding des Kaufhof-Interessenten RenΓ© Benko aus Γ–sterreich. Auch sitzt er im Beirat des DΓΌbelherstellers Fischer im Schwarzwald. Teile seines VermΓΆgens gehen zudem in Stiftungen fΓΌr Kinder.

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Auch fΓΌr weitere Investitionen dΓΌrfte ihm genug VermΓΆgen bleiben. Bei Porsche verdiente er zuletzt bis zu 90β€…Millionen Franken. Das VerwaltungsratssalΓ€r bei Novartis, wo er 2011 inklusive des Werts seiner Aktien am Pharmakonzern rund 530 000 Franken einstrich, ist ein schΓΆner Zuverdienst – auch an Reputation.

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