Der Ort war bewusst gewählt: Ins Hotel Victoria in Basel hatte Notenstein geladen. Zielgruppe des Kundenanlasses vom 23. Mai: ausgewählte Pensionskassenchefs. Sie sind zuständig für die Anlageentscheide und damit für den Bereich, wo die Privatbank Gas geben will – das Asset Management.

Nur wenige Tage zuvor hatten die St. Galler hochkarätige Zugänge vermeldet: Zwei Topbanker von ­Sarasin, Aris Prepoudis und Andreas Knörzer, verkündeten ihren Wechsel zu Notenstein: als Leiter Institutionelle Kunden und Leiter Asset Management. Sie sollen den Kern einer zukünftigen Superdivision bilden.

Provokative Themenwahl. Das Asset Management soll laut einem internen Wachstumsplan in den kommenden Jahren als gleich starke Säule neben dem Private Banking aufgebaut werden. Im angestammten Bereich verwaltet Notenstein Kundengelder von 17 Milliarden Franken, im Asset Management sind es erst 3 Milliarden. In fünf bis sieben Jahren sollen es je 25 Milliarden sein. «Wir gehen in grossen Schritten voran», bestätigt Notenstein-CEO Adrian Künzi. Asset Management sei der Wachstumsmarkt der Zukunft, da teile er die Meinung der Bankiervereinigung. Diese hat jüngst ein Strategiepapier veröffentlicht, in welchem sie das Anlage- und Fondsgeschäft als risikoarmes Business für das Schweizer Banking propagiert.

Spezialisieren will sich Notenstein dabei just in jenem Bereich, den bisher vor allem Sarasin besetzte: Nachhaltigkeit. Das Thema passe hervorragend zum bodenständigen Image von Notenstein und deren Mutter, der Genossenschaftsbank Raiffeisen, so Künzi.

Offenes Werben. Notenstein hofft denn auch auf weitere Zugänge aus der verunsicherten Sarasin-Belegschaft. Man suche fürs Asset Management Räumlichkeiten in Basel, lies Künzi in der «Basler Zeitung» provokativ wissen. Angesichts des offenen Werbens dürfte es für Sarasin schwierig werden, weitere Abgänge zu verhindern. Parallel zum In-house-Aufbau setzt Notenstein mit der jüngst gegründeten Holding TCMG (The Capital Management Group) gezielt auf Spezialthemen für grosse Kunden. Geleitet wird TCMG von Ex-Bär- und Clariden-Leu-Banker Beat Wittmann, der seine Dynapartners in die Holding einbringen wird. Ebenfalls Teil von TCMG soll die Notenstein-Tochter «1741 Asset Management» werden, die sich auf quantitative Strategien spezialisiert hat.

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