Die Herausgabe von Daten Schweizer Bankangestellter an die US-BehΓΆrden hat ein weiteres juristisches Nachspiel. Ein Mitarbeiter der Credit Suisse hat eine Strafklage bei der Bundesanwaltschaft eingereicht.
Dies sagte der Genfer Anwalt Alec Reymond, der den Mitarbeiter vertritt, dem Westschweizer Radio RTS. Zudem sei ein Genfer Gericht eingeschaltet worden, um die Dokumente und AuskΓΌnfte zu erhalten, die an die USA geliefert worden waren.
Es gehe auch darum, den schriftlichen Beweis zu sehen, dass der Bundesrat die Autorisation gegeben haben, auf die sich die Banken berufen, erklΓ€rte der Anwalt. Weitere Klagen kΓΆnnten laut Reymond folgen. Β«Andere unserer Klienten schicken sich an, den gleichen Weg zu gehenΒ», sagte Reymond. Man kΓΆnne daher weitere juristische Schritte in den nΓ€chsten Wochen und Monaten erwarten.
Im Mai hatte ein ehemaliger Kaderangestellter der HSBC Private Bank (Suisse) in Genf bereits eine Strafanzeige eingereicht. Ehemalige Angestellte der CS und der HSBC reichten zudem bei den Genfer und ZΓΌrcher JustizbehΓΆrden Gesuche ein, um die Dokumente, die sie betreffen, sowie die Autorisation zur Lieferung der Daten zu erhalten.
Die Credit Suisse berief sich in einer Stellungnahmen am Montagabend erneut auf den Bundesratsentscheid vom April. Β«Wir haben die rechtlichen Grundlagen dafΓΌr umfassend geprΓΌft und sowohl mit dem SIF (Staatssekretariat fΓΌr internationale Finanzfragen) als auch der Finma (EidgenΓΆssische Finanzmarktaufsicht) abgesprochenΒ», schrieb die CS. Dabei habe sich gezeigt, dass Β«diese Kooperation zulΓ€ssig istΒ».
Die CS wies weiter darauf hin, dass seit Anfang April 2012 Β«in der Steuerangelegenheit keine Schweizer Bankmitarbeitenden von den USA mehr angeklagtΒ» wurden. Die DatenΓΌbergabe sei auch im Β«Interesse der BankmitarbeitendenΒ». Sie kΓΆnne Β«zu einer Entspannung der SituationΒ» beitragen, schreibt die Grossbank.
Die grosse Mehrheit der CS-Angestellten habe sich an Gesetze und Regeln gehalten und habe deshalb nichts zu befΓΌrchten, selbst wenn ihr Name auftauche in den an die USA gelieferten Unterlagen, versicherte die CS weiter. Man habe die Mitarbeiter mehrfach entsprechend informiert.
Β«Bei der allergrΓΆssten Mehrheit von Mitarbeitenden fΓΌhrte diese Information zu einer realistischen EinschΓ€tzung der SituationΒ», schrieb CS-Sprecher Marc Dosch.