Ein Fehler eines Journalisten hat Maerki Baumann & Co. zu einer neuen Strategie verholfen. In einem Schweizer Onlinemedium hatte der letztes Jahr fälschlicherweise berichtet, die Privatbank akzeptiere Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether. Rund 400 Anfragen von interessierten Investoren, Start-ups und Medien schlugen in Zürich auf. Man habe erklärt, dass man lediglich Zentralbankgeld annehme, das aus Investitionen in Kryptowährungen entstanden ist. «Durch den Fehler haben wir aber gemerkt, dass der Bedarf an Bankdienstleistungen im Kryptobereich riesig ist», sagt Maerki-Baumann-CEO Stephan Zwahlen.

Mehrere Monate hat sich die Geschäftsleitung von Maerki Baumann mit Experten in die Kryptowelt eingearbeitet. Im vergangenen März hat der Verwaltungsrat unter Präsident Hans G. Syz-Witmer eine Kryptostrategie verabschiedet.

Konten für Blockchain-Unternehmen

In der ersten Phase werden nun für Unternehmen, die im Blockchain-Bereich tätig sind, Geschäftskonten eröffnet. Da Schweizer Banken dem Kryptobereich kritisch gegenüberstehen, mussten solche Unternehmen bislang ins benachbarte Fürstentum Liechtenstein ausweichen, wo es entsprechende Angebote bereits gibt.

Ausserdem begleitet Maerki Baumann Initial Coin Offerings (ICOs) und Security Token Offerings (STOs) in Teilbereichen.

Der Fokus liegt auf STOs, die einem dezentral auf der Blockchain gespeicherten Börsengang gleichen. Details zu einem solchen STO, bei dem Maerki Baumann eine Rolle spielt, werden demnächst bekannt gegeben. Die Krypto-Unternehmer und Investoren will Bankenchef Zwahlen zudem auch gleich mit Private-Banking-Dienstleistungen versorgen.

Mit Kryptogeld handeln

In einem späteren, zweiten Schritt sollen der Handel von Kryptowährungen und die Verwahrung folgen. Bei der Verwahrung will Maerki Baumann mit Partnern wie InCore, Crypto Finance oder Sygnum zusammenarbeiten.

Die Zürcher setzen den Fokus zunächst bewusst auf Firmen. Der Anlagebereich werdebereits von Mitbewerbern besetzt. Überdies sieht Maerki Baumann Kryptowährungen noch nicht als Anlageklasse, da kaum verlässliche Prognosemodelle vorhanden sind. «Kryptowährungen müssen sich erst etablieren», sagt Bankchef Stephan Zwahlen. Das Finanzierungsgeschäft von Unternehmen könne man jedoch bereits gut beurteilen.

In einer dritten Phase will die Bank institutionellen und auch privaten Kunden Investitionen in Krypto-Unternehmen ermöglichen.

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