Die gute Konjunktur schlägt sich deutlich in den Löhnen nieder. Dies ist das Resultat des neusten BILANZ-Online-Lohnvergleichs, an dem sich bis Ende Februar rund 23000 Lohnbezüger mittels Eigendeklaration beteiligten – etwa 6400 mehr als bei der letzten Auswertung Mitte Juli 2007. Der durchschnittliche Bruttolohn ist in diesem Zeitraum um 2,8 Prozent von 6307 auf 6485 Franken gestiegen. Mit 11 017 Franken pro Monat beziehen Geschäftsführer das höchste durchschnittliche Monatssalär. Bei den Branchen führt die Telekomindustrie mit 8278 Franken vor der Beratungsbranche und dem Grosshandel.

Freilich profitieren nicht alle gleichermassen vom steigenden Lohntrend. Im Branchenvergleich verzeichnen das Autogewerbe und die chemische Industrie einen sinkenden Durchschnittslohn. Bei den Berufen mussten die Consultants, Product Managers, Architekten und Buchhalter Lohneinbussen in Kauf nehmen. Von den Bezügern tieferer Löhne mussten hingegen nur die Köche und Automechaniker leichte Einbussen verkraften.

Die Entwicklung bei den Boni ist schwierig zu deuten. Der durchschnittliche Jahresbonus ist bei den 21 betrachteten Branchen zwar von 16 795 auf 16 803 Franken leicht gestiegen. Doch er hat sich im Vergleich zur letzten Auswertung nur in sieben Bereichen nach oben entwickelt. Den Spitzenplatz nimmt neu der Grosshandel mit 24 167 Franken ein.

Weniger Bonus verteilen die Branchen, die typischerweise hohe Beträge zahlen und bei denen ein grosser Teil der Beschäftigten von solchen Benefits profitiert. Von den rund 3000 eingetragenen Bankern etwa erhalten gut die Hälfte einen Bonus, und der ist im Durchschnitt von 22 860 auf 22 837 Franken gesunken. Den grössten Rückgang verzeichnet die Pharmaindustrie mit einem Minus von 6206 Franken.

Parallel entwickelt haben sich die Männer- und die Frauenlöhne. Seit der letzten Erhebung sind sie im Durchschnitt um 1,9 Prozent gewachsen – die Frauen werden mit 5153 Franken entlöhnt, und die Männer kommen auf 7084 Franken. Die Lohnschere hat sich somit nicht weiter geöffnet.

Der BILANZ-Lohnvergleich zeigt einmal mehr: Eine gute Ausbildung zahlt sich aus. Und wer in der richtigen Gegend wohnt, verdient mehr. Genf, Zürich und Tessin lautet die Rangfolge der Regionen. In der Rhonestadt sind die Saläre am höchsten, in der Ostschweiz am tiefsten – Differenz rund 2000 Franken. Die Akademiker kassieren monatlich 8252 Franken brutto, Fachhochschulabgänger müssen sich mit 500 Franken weniger zufrieden geben. Und wer 50 Jahre oder älter ist, kriegt doppelt so viel Lohn wie ein unter 20 Jahre alter Angestellter, der lediglich 3384 Franken verdient. Der grösste Lohnsprung nach Altersgruppen findet zwischen 29 und 39 Jahren statt. Hier steigt der Lohn von 4957 auf 7117 Franken.

Zum BILANZ-Dossier "Lohn & Karriere"

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