1. Home
  2. Unternehmen
  3. Kering macht Schluss mit Yoox Net-a-Porter

E-Commerce 
Kering macht Schluss mit Yoox Net-a-Porter

LOS ANGELES, CALIFORNIA - NOVEMBER 03: Francois-Henri Pinault attends the 2018 LACMA Art + Film Gala at LACMA on November 03, 2018 in Los Angeles, California. (Photo by Axelle/Bauer-Griffin/FilmMagic)
Kering-Chef François-Henri Pinault: Künftig ohne Yoox Net-a-Porter unterwegs.Quelle: 2018 Axelle/Bauer-Griffin

Online verkauft Kering die meisten seiner Marken über Yoox Net-a-Porter. Doch damit ist jetzt Schluss, denn der Konzern hat eigene digitale Pläne.

Veröffentlicht 27.11.2018

Der französische Luxusgüterkonzern Kering kündigt seine Partnerschaft mit dem Onlinehändler Yoox Net-a-Porter (YNAP) auf. Dieser wurde im Mai dieses Jahres vollständig vom Schweizer Kering-Rivalen Richemont übernommen.

Im Wettrüsten um die Dominanz im Onlinehandel mit Luxusgütern versetzt Kering dem Rivalen Richemont damit einen Schlag. Denn absehbar ist: Ohne Kering wird YNAP weniger umsetzen. Kering will dem E-Commerce nicht den Rücken kehren, sondern eine eigene E-Commerce-Plattform aufbauen, wie diverse Medien berichten.

Zurzeit lässt Kering den Onlineverkauf für die meisten seiner Marken – darunter etwa Saint Laurent oder Balenciaga – über Yoox Net-a-Porter abwickeln. Kering gründete 2012 ein Joint Venture mit YNAP, um das Onlinegeschäft voranzutreiben.  Dem Unternehmen fehlte damals das Know-how, selbst eine Luxus-Plattform aufzubauen und zu betreiben.

Onlinehandel wächst rasant

Die Partnerschaft von Kering und Yoox Net-a-Porter umfasst aktuell Marken wie Bottega Veneta, Saint Laurent, Alexander McQueen oder Balenciaga. Die Cashcow von Kering – die zurzeit sehr erfolgreiche Marke Gucci – wird jedoch nicht auf über Net-a-Porter vertrieben.

Bei Kering ist E-Commerce der am schnellsten wachsende Verkaufskanal. Trotzdem machte er in der ersten Jahreshälfte 2018 nur 6 Prozent des Umsatzes aus. Im Vergleich dazu wurden laut dem Beratungsunternehmen Bain im vergangenen Jahr 10 Prozent der weltweiten Luxusverkäufe online getätigt.

Die Partnerschaft von Kering und YNAP wird noch bis ins erste Halbjahr 2020 fortgeführt und dann beendet.

Bis zu zehn Prozent weniger Umsatz bei YNAP

YNAP drohen bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes verloren zu gehen, wenn sich die Kering-Marken verabschieden. John Guy, Analyst bei der MainFirst Bank, rechnet mit bis zu 340 Millionen Dollar Umsatzeinbusse.

Kompensieren kann das YNAP in China: Richemont ist ein Joint Venture mit Alibaba eingegangen, um den Online-Markt im grössten Luxusmarkt der Welt zu knacken.

Aber auch Kering will digital vorwärts machen: Am Montag gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit Apple bekannt, um eine Reihe von Apps zu entwickeln, die das Verkaufspersonal in den Filialen seiner Marken unterstützen. Laut Kering soll die App den Vertriebsmitarbeitern ermöglichen, in Echtzeit auf Lagerbestände zuzugreifen, um den Kunden einen personalisierten Service mit massgeschneiderten Styling-Empfehlungen zu bieten.

(spm/tdr)

Anzeige