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Julius Bär: Collardis Vermächtnis ist ein Rekordgewinn

Das Logo der Bank Julius Bär
Julius Bär: Die Dividende soll auf 1,40 Franken je Aktie zulegen.Quelle: Keystone

Julius Bär hat 2017 seinen Gewinn deutlich gesteigert. Doch nicht nur das: Neugelder von 22 Milliarden Franken wurden eingeholt - die Basis künftiger Erträge.

Veröffentlicht 31.01.2018

Der Vermögensverwalter Julius Bär will auch künftig über Zukäufe wachsen. Mittelgrosse Übernahme könne die Privatbank aus eigener Kraft und ohne Kapitalerhöhung stemmen, sagte Finanzchef Dieter Enkelmann am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Zudem halte die Bank die Augen auch nach größeren Zukäufen offen, sagte der neue Chef Bernhard Hodler. «Wenn etwas verfügbar ist und die Qualität gut ist und der Preis anständig, würden wir uns das ansehen.»

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Damit hält Hodler grundsätzlich an der Strategie seines Vorgängers Boris Collardi fest, der zur Konkurrentin Pictet wechselt. Unter ihm war das Institut sowohl über Zukäufe als auch über die Einstellung neuer Kundenberater gewachsen. Die erste Akquisition unter neuer Führung ist die Übernahme des brasilianischen Vermögensverwalters Reliance mit Kundenvermögen von umgerechnet fünf Milliarden Franken, die Bär ebenfalls am Mittwoch ankündigte. Angaben zum Preis machte das Institut nicht.

Boris Collardi: Der langjährige Bär-CEO ist zur Konkurrentin Pictet gewechselt.

Mehr Gewinn und neue Gelder

Die Mischung aus Zukäufen und der Einstellung neuer Kundenbetreuer machte sich für Bär auch im vergangenen Jahr bezahlt: Die Bank steigerte ihren Gewinn um 14 Prozent auf 705 Millionen Franken. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 1,40 (Vorjahr: 1,20) Franken je Aktie erhalten.

Wenn Bär Kundenberater von der Konkurrenz abwirbt, dann bringen diese oft auch wichtige Kunden und damit neue Vermögen mit. Im vergangenen Jahr sammelte die Bank bei der reichen Kundschaft Neugelder von netto 22 Milliarden Franken ein - was 6,6 Prozent des Bestandes entspricht. Damit übertraf das Institut das selbst gesteckte Ziel eines Wachstums von vier bis sechs Prozent. Im laufenden Jahr will Bär die Zahl seiner Berater um rund 80 steigern. Im Vorjahr waren es 41 - allerdings sind 28 von ihnen intern gewechselt und haben nun eine Managementfunktion.

Die Experten von Baader Helvea sprachen von «soliden» Zahlen, die Bär vorgelegt habe. Allerdings hoben sie hervor, dass die Bank die Zahl ihrer neuen Berater im vergangenen Jahr nur um ein Prozent gesteigert habe. «Das bedeutet, dass es für Bär schwer sein wird, das starke Netto-Neugeldwachstum aufrechtzuerhalten, das durch umfangreiche Neueinstellungen im Jahr 2016 unterstützt wurde.» Im frühen Handel gab die Aktie um 2,4 Prozent nach.

(reuters/ccr)

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