Zwischen Raiffeisen und Vontobel bestehen enge Bande, ist die Genossenschaftsbank doch mit 12,5 Prozent an der Privatbank beteiligt. Dass Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz parallel zu seinem Einsitz im Vontobel-VR eigene Private-Banking-Pläne verfolgte und um ­Sarasin mitbot, belastete das Vertrauensverhältnis. Mit dem Kauf von ­Notenstein kommen neue Interessen­konflikte hinzu, amtet Vincenz doch als Präsident der neuen Tochter. Deshalb trat er kürzlich seinen Vontobel-Sitz an seinen Finanzchef ab.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Vincenz gerne eine engere Kooperation im Dreieck Raiffeisen–Vontobel–Notenstein sähe. Auch Künzi sieht «sehr viele Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit», will aber nicht vorpreschen. Bestehende Verträge würden eingehalten. Zudem liefere Vontobel für Raiffeisen Dienstleistungen, die Notenstein nicht ­erbringen könne, etwa die Wertpapier­abwicklung. Eine Chance für eine Verbesserung des Verhältnisses stellen die guten Beziehungen von Vontobel-CEO Zeno Staub zu Wegelin dar: In jungen Jahren arbeitete er bei Wegelin und hat ein gutes persönliches Verhältnis zu den Partnern der Bank, vor allem zu Konrad Hummler.

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