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Hauptstadt des Handels

Im Rohwarenhandel hat Genf London als Nummer eins abgelöst.

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Jahrelang buhlten London und Genf um die Vormachtstellung im Weltmarkt für frei gehandeltes Rohöl. Seit bald zwei Jahren ziehen immer mehr Handelsfirmen von der Themse an die Rhone oder verlegen Handelsabteilungen in die Westschweiz. Auch russische Händler zieht es an den Genfersee. Inzwischen hat die Calvinstadt samt der Region bis nach Lausanne dem britischen Finanzzentrum den Rang abgelaufen. Vom weltweiten Fluss an frei gehandeltem Rohöl und Ölprodukten laufen 35 Prozent über Genf, aber nur noch ein Viertel über London.

Auch bei weiteren Rohstoffen ist Genf führend. So ist die Stadt die Nummer eins bei Getreide, Reis und Ölsaaten; etwa ein Drit­tel des weltweiten freien Handels von 75 Millionen Tonnen laufen über die Genfersee­region. Beim physischen Handel von Zucker hält Genf mit London den ersten Platz; beide Orte wickeln ein Drittel des globalen Zuckerhandels ab. Bei Baumwolle kontrolliert die Genferseeregion 22 Prozent des Welthandels, den inneramerikanischen Warenverkehr ausgeklammert, und ist damit gleich stark wie der ewige Konkurrent London.

Im Geschäft mit Kaffee haben sich die grossen Konzerne und unabhängigen Händler traditionell in der Deutschschweiz niedergelassen, vor allem in Zug. Vom gesamten Welthandel läuft rund die Hälfte über die Schweiz, davon ein guter Teil via Genf. Eine starke Stellung hält die Rhonestadt ferner im Handelsverkehr mit Ethanol.

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Alles zusammengenommen, hat Genf London als grössten Rohwarenhandelsplatz der Welt abgelöst.

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