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Gefordert: Grossbaustellen im Hause CS

Die Integration in die CS führt zu ­grossen Unsicherheiten: Clariden Leu an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Investment Banking, Private Banking, Clariden Leu: An mehreren Fronten besteht für CS-Chef Brady Dougan Handlungsbedarf.

Veröffentlicht 21.02.2012

Problemzone Investment Banking:
Hier arbeiten 40 Prozent der Mitarbeiter, doch sie steuern nur 3 Prozent zum Vorsteuergewinn bei. 99 von 100 erwirtschafteten Dollar werden von den Kosten wieder weggefressen. Nun sind die Erträge im Investment Banking generell stärker schwankend als in der Vermögensverwaltung, doch dieser Effekt hätte mit der verstärkten Nutzung des integrierten Modells eigentlich abnehmen sollen. Nun zeigt sich, dass auch ein weniger auf schnelle Trades als vielmehr auf Kundenbedürfnisse zurechtgestutztes Investment Banking nicht krisenresistent ist, weil die Wealth-Management-Kunden die Dienstleistungen in unsicheren Zeiten gar nicht nutzen. Dougan muss die Kosten weiter senken.

Problemzone Private Banking:
Das Vermögensverwaltungsgeschäft soll stärker zum Kern des Bankkonzerns werden. Doch der Bereich ­arbeitet immer weniger profitabel. Die Margen sind weiter gesunken, von 114 auf 109 Basispunkte. Die verwalteten Vermögen nahmen ab, der Geldzufluss ist zwar noch positiv, aber deutlich tiefer als in der Vergangenheit. Zudem macht der Bank der Steuerstreit mit den USA zu schaffen, was für Unsicherheit bei den Kunden sorgt. Der neue Spartenchef Hans-Ulrich Meister soll nun das Ruder herumreissen. Auch hier gilt die Vorgabe von Verwaltungsratspräsident Urs Rohner, dass kein Geschäft betrieben werden soll, das die Kapitalkosten nicht einspielt.

Problemzone Clariden Leu:
Im Herbst hat die CS beschlossen, ihre Privatbankentochter Clariden Leu in das Mutterhaus zu integrieren. Damit verbunden ist der Abbau von 550 Stellen. Seither herrscht Unruhe bei den 1770 Mitarbeitenden der Traditionsbank. Die Konkurrenz hat Blut geleckt und versucht die besten Kundenberater samt ihren Kunden abzuwerben. So wurde jüngst bekannt, dass das ganze Middle-East-Team zu Julius Bär wechselt. Andere Teams sollen ebenfalls vor dem Absprung stehen, heisst es in Zürcher Bankenkreisen. Mit Abgängen habe die Bank ­gerechnet, hiess es anlässlich der Jahrespressekonferenz der Credit Suisse. Die Bank signalisierte, die Verluste seien allerdings marginal, die Integration verlaufe nach Plan. Die Frage, wie viele der besten Kundenberater man künftig halten kann, ist entscheidend für den ­Erfolg der Übung.

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