Der US-Präsident Donald Trump rühmt sich dafür, Kriege beendet zu haben und die Wirtschaft zu neuer Blüte zu führen. Sein von ihm entfachter Krieg im Persischen Golf kostet nun Menschenleben. Und ist eine echte Bedrohung für die fragile Weltwirtschaft – und damit auch für die Schweiz. Aus der Region stammen rund 30 Prozent des geförderten Erdöls und rund 20 Prozent des Erdgases, daher haben sich die wirtschaftlichen Sorgen von Beginn weg um diese Rohstoffe gedreht. Noch Anfang Jahr lag der Preis der für Europa wichtigsten Ölsorte Brent bei rund 60 Dollar pro Fass (159 Liter). In der Nacht auf den 9. März ist dieser Preis auf mehr als 115 Dollar angestiegen und hat damit den bisherigen Höhepunkt seit Beginn der Kampfhandlungen erreicht.
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Eine weitere Herausforderung für die Schweizer Wirtschaft
Die direkten Folgen der höheren Ölpreise zeigen sich in der Schweiz unmittelbar an den Kosten für Benzin und für Heizöl. Gemäss Daten des Portals Heizoel24.ch ist der Heizölpreis seit Kriegsbeginn bis zum vergangenen Wochenende um rund einen Drittel angestiegen. Wie der Erdölpreis ist er aber inzwischen wieder gesunken. Weniger stark als beim Heizöl schlagen die Ölpreise auf die Benzinkosten durch. Laut Daten des Touring Club Schweiz (TCS) ist Benzin bis zum 10. März um rund 4 Prozent teurer geworden. Die geringere Bedeutung des Ölpreises für den Spritpreis liegt daran, dass der Preis rund zur Hälfte von Steuern und Abgaben bestimmt wird. Die Folgen der höheren Erdölpreise reichen aber weiter. Zum einen verteuern sie die Produktion über höhere Energie- und Transportkosten. Zum anderen treiben sie die Preise vieler Importgüter nach oben, weil fossile Energien – insbesondere Erdgas – bei Handelspartnern eine grössere Rolle in der Energieversorgung spielen als in der Schweiz.
Partner-Inhalte
Werbung
Neben den Kosteneffekten spielt die weiter gestiegene Unsicherheit für Schweizer Unternehmen eine grosse Rolle, die mit dem Krieg und den Sorgen um den weiteren Verlauf der Energiepreise verbunden ist. Das kommt zur Ungewissheit hinzu, die Trump mit seiner Zollpolitik ausgelöst hat. In Sachen Zölle gibt es nach wie vor keine Klarheit. Anfang März kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, die auf 150 Tage befristeten Zölle von 10 Prozent auf alle Importe innert Tagen auf 15 Prozent anzuheben. Diese temporären Abgaben kommen zu jenen Importzöllen dazu, die das oberste US-Gericht nicht aufgehoben hat.
Schon ohne Krieg und neue US-Zölle zeigte sich die Schweizer Wirtschaft eher schwach. Die gewachsene Unsicherheit lastet zudem weiter auf der Konsumentenstimmung, die laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bereits vor dem Krieg deutlich unter dem langfristigen Mittelwert lag.
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Immerhin hat sie sich in den jüngsten Erhebungen von ihren tiefsten Niveaus gelöst. Die neue Bedrohungslage könnte diese leichte Aufhellung wieder zunichtemachen. Auf die Stimmung drückt bisher vor allem die Sorge um den eigenen Job. Das spiegelt sich in den Arbeitsmarktdaten: Seit Mitte 2023 ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz merklich angestiegen, von damals 1,8 auf nun 3,2 Prozent.
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Die Verdüsterung auf dem Arbeitsmarkt hat weniger mit den Folgen künstlicher Intelligenz zu tun als mit der generell schlechten Wirtschaftsdynamik. Die Schweizer Wirtschaft wächst seit längerem unter ihrem Potenzial. Und Ökonominnen und Ökonomen sehen weiterhin keine Besserung. Nun trüben sich unsere Wirtschaftsaussichten noch stärker ein – nicht zuletzt, weil sich die Ausgangslage für Schweizer Firmen im internationalen Wettbewerb verschlechtert.
Erhöhter Druck auf die leidende Exportindustrie
Die für die Gesamtwirtschaft wichtige Exportindustrie steht schon seit längerem unter Druck. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) zeigt als wichtigstes Barometer für die Geschäftslage der Branche seit Januar 2023 eine Rezession an. Mit Blick auf die jüngste Vergangenheit hat Martin Hirzel, Präsident des Industrieverbands Swissmem, das Jahr 2025 «als verlorenes Jahr» für seine Branche bezeichnet. Wie bei den Konsumenten hatte sich die Stimmung auch bei den Unternehmen vor dem Iran-Krieg etwas aufgehellt.
Werbung
Fast schon prophetisch wies Swissmem- Präsident Hirzel auf die anhaltenden Risiken hin: «Ich denke dabei an die generell unsichere Weltlage mit vielen offenen und schwelenden Konflikten, die unberechenbare US-Zollpolitik, den starken Schweizer Franken und die jüngsten Abschottungstendenzen der EU.» Die jüngste Entwicklung gibt ihm recht. Ein von der Handelszeitung befragter Unternehmer bringt die Gefühlslage der Branche auf den Punkt: «Seit Corona ist immer etwas los: Da waren die Lieferkettenprobleme, dann kam der Ukraine-Krieg, und auf ihn folgten schon damals höhere Preise für Energie und Transport. Darauf folgte das Zolldebakel. Mit dem Iran-Krieg kommt es zu erneuten Lieferkettenproblemen, erneut höheren Preisen für Energie und weitere Rohstoffe, und über allem verteuert sich noch der Franken. Man ist immer am Problemelösen, immer herrscht Stress im System – und das seit Jahren.»
Im Zuge des Krieges hat der Franken gegenüber dem Euro wieder neue Höchstwerte erreicht. Der Kurs der Gemeinschaftswährung ist zwischenzeitlich auf unter 0.90 Franken gefallen.
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Werbung
Zum ersten Mal seit 2016 hat daher die Schweizerische Nationalbank verbal eingegriffen, indem sie auf Anfragen von Medien erklärt hat, ihre «Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren», sei «angesichts der internationalen Entwicklung erhöht (...), um eine rasche und übermässige Aufwertung des Frankens abzudämpfen». Der teure Franken ist ein Dauerthema für die Exporteure. Einerseits nützt er der Branche langfristig, weil er sie zu Effizienz, Innovation und zur Herstellung von Produkten zwingt, die weniger dem unmittelbaren Preiswettbewerb ausgesetzt sind. Anderseits sind rasche Aufwertungsschübe nicht leicht zu bewältigen: Kostenstrukturen und Investitionen lassen sich nicht innert Tagen neu kalibrieren.
Eine relativ geringe Bedeutung für die Schweizer Exportbranche hat der direkte Handel mit den betroffenen Ländern der Golfregion. Laut einer Zusammenstellung von David Marmet, dem Chefökonomen der Zürcher Kantonalbank, gehen nur rund 5 Prozent aller Schweizer Exporte in den gesamten Nahen Osten. Wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von Saudi-Arabien, Ägypten und Israel.
Beunruhigende Parallelen zu einstigen Erdölschocks
Trotz der Debatte zur Energiewende hat Erdöl noch immer einen dominierenden Anteil von mehr als 30 Prozent am weltweiten Energiemix.
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Der Anstieg des Ölpreises weckt daher Erinnerungen an frühere Krisen. Als Warnung dient vor allem die Ölkrise der 1970er-Jahre, die damals ebenfalls die Folge von Kriegen und politischen Umwälzungen im Nahen Osten war, darunter die Mullah-Revolution im Iran im Jahr 1979. Die Ölknappheit und der Ölpreisanstieg hatten damals eine weltweite Wirtschaftskrise zur Folge. In jener Zeit hatten die arabischen Länder zusammengenommen mit rund 34 Prozent den grössten Anteil an der weltweiten Erdölförderung, heute ist der Anteil mit 31 Prozent nur unwesentlich kleiner. Der Anteil des Iran liegt aktuell bei rund 5 Prozent, damals bewegte er sich bei knapp 9 Prozent.
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Im Vergleich zu damals gibt es aber wesentliche Unterschiede. Zum einen ist seither die Energieeffizienz in der Nutzung von Erdöl um ein Vielfaches höher: Für gleiche Leistung braucht es heute sehr viel weniger Öl. Zum anderen sind vor allem die USA dank Schieferöl mittlerweile mit einem Anteil von rund 20 Prozent zur grössten Ölfördernation der Welt aufgestiegen. Dennoch wirken sich höhere Ölpreise auch auf den US-Markt aus.
Werbung
Die extremen Ausschläge der Ölpreise seit Kriegsbeginn stehen für das Auf und Ab in den Erwartungen bezüglich des weiteren Kriegsverlaufs und vor allem hinsichtlich der Länge des Konflikts. Im Fokus steht von Anfang an die Strasse von Hormus. So heisst die Meerenge, durch die ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion transportiert wird. Kann sie für eine längere Zeit nicht mehr passiert werden, hat das massive Auswirkungen auf die weltweite Erdölproduktion.
Tatsächlich ist der Tankerverkehr durch die Meerenge schon kurz nach Kriegsbeginn zum Erliegen gekommen. Grund dafür waren Sicherheitsbedenken der Reeder und massiv höhere Versicherungsprämien. Teilweise haben Versicherungen Deckungen für Passagen durch die Meerenge verweigert. Angriffe auf einzelne Tanker und auf Erdölanlagen in arabischen Ländern durch die Iraner und die im Raum stehende Drohung einer Verminung des Seewegs machen klar, was drohen kann.
Kurzfristig lässt sich der Ausfall abfedern, weil Abnehmerländer über strategische Erdölreserven verfügen und die arabischen Förderländer Lagerkapazitäten für nicht unmittelbar verkauftes Rohöl haben. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate können auch auf Pipelines ausweichen, mit denen sie Öl ebenfalls auf die Weltmärkte bringen können. Doch die Kapazität dieser Pipelines kommt bei weitem nicht an jene heran, die der Seeweg durch die Strasse von Hormus bietet.
Werbung
Die grosse Bedeutung der Lagerkapazitäten
Die Lagerkapazitäten der arabischen Länder sind enorm wichtig, weil sonst die Ölförderanlagen stillgelegt werden müssen. Das hätte drastische Konsequenzen. Die Bedeutung der Region beim Öl ergibt sich nicht nur aus ihrem hohen Anteil an der weltweiten Erdölförderung. Die arabischen Länder können das Öl auch billiger aus dem Boden pumpen als Ölförderer in anderen Teilen der Welt. Damit sind sie sogenannte Swing Producers: Sie können unter normalen Umständen schneller als alle anderen Länder die Erdölförderung hochfahren und damit Preisausschlägen entgegenwirken.
Wenn aber die Förderanlagen komplett ausgeschaltet werden, entweder weil sie angegriffen wurden oder weil kein Öl mehr ausgeliefert und gelagert werden kann, ist es ausserordentlich schwierig, sie wieder zu starten, und es dauert lange. In diesem Fall fehlt nicht nur ein wesentlicher Teil der Weltölförderung, es ist auch teuer und zeitraubend, den Ausfall zu kompensieren. Abnehmende Lagerbestände bei den Verbraucherländer verschlimmern die Lage dann noch zusätzlich.
Die Lagerkapazitäten der Förderländer und die Erdölreserven der Verbraucherländer erklären die Bedeutung des Faktors Zeit für die Erdölpreise. Je länger der Krieg dauert, desto stärker drohen Engpässe. Daher schlagen sich die sich ändernden Erwartungen zur Länge des Krieges in stark schwankenden Ölpreisen nieder, was wiederum die Aktienmärkte durchschüttelt.
Werbung
Mit den Angriffen gleich zu Beginn des Kriegs wurden der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei und weitere Führungsfiguren getötet. Das hat die Hoffnung auf ein rasches Kriegsende noch geschürt. Donald Trump hatte offenbar darauf gesetzt, dass eine ihm genehme Regierung die Macht im Iran übernehmen würde. Diese Erwartungen sind am zweiten Märzwochenende zerplatzt, als der Sohn des getöteten Ali Chamenei, Mojtaba Chamenei, zu seinem Nachfolger ernannt wurde. Er gilt als Hardliner, der mindestens so kompromisslos ist wie sein Vater.
imago/ABACAPRESS
imago/ABACAPRESS
Gegen ein rasches Kriegsende sprachen auch Aussagen von Donald Trump, dass höhere Ölpreise ein kleiner Preis für das Ziel seien, die Bedrohung der Welt und der USA durch den Iran zu beenden.
Die dadurch befeuerte Aussicht auf einen langen Krieg war der Auslöser für den massiven Anstieg des Ölpreises in der Nacht auf den 9. März.
Seither gelingt es Donald Trump deutlich besser, die Erwartungen und damit den Ölpreis mit seinen Aussagen zu beeinflussen. Der US-Präsident hat angesichts der anstehenden «Midterms» – der Parlamentswahlen im Herbst – allen Grund, die Lage schönzureden: In den USA schlagen höhere Ölpreise viel unmittelbarer als in der Schweiz auf die Benzinpreise durch, und steigende Benzinpreise beeinflussen die Stimmung der Amerikanerinnen und Amerikaner massiv – und damit ihr Urteil über die Regierung. Donald Trump hatte stets erklärt, seine Regierung werde die Preise an den Tankstellen senken. An diesem Versprechen wird er jetzt gemessen.
Werbung
Als Trump nach dem Preisschock am 9. März erklärte, die wichtigsten Kriegsziele seien erreicht und die Auseinandersetzung werde bald enden, führte dies unmittelbar zu einer deutlichen Senkung des Ölpreises auf rund 90 Dollar pro Fass. Die seither weiter intensivierten Kriegshandlungen, Berichte über militärische Massnahmen in der Strasse von Hormus, Meldungen zur Nutzung von strategischen Ölreserven in den Abnehmerländern und Angriffe auf die arabischen Erdölförderländer lassen aber die Erwartungen bezüglich der Dauer des Krieges ebenso wie den Ölpreis weiter schwanken. Unter dem Strich bleibt er weiterhin deutlich höher als vor Kriegsbeginn, und das vergangene Wochenende hat gezeigt, was droht, wenn sich die optimistischen Aussagen von Donald Trump als falsch erweisen sollten.
Die Verlierer und Gewinner in der Weltwirtschaft
Noch mehr als die Schweiz leiden andere Volkswirtschaften unter den Folgen des Krieges. Das gilt für die stärker von Erdöl abhängigen asiatischen Länder und vor allem auch für Europa. Europa leidet seit dem Versiegen der Gaslieferungen aus Russland und den Einschränkungen beim Öleinkauf von dort unter hohen Energiepreisen. Das hat die Volkswirtschaften auf dem alten Kontinent schon vor dem Krieg geschwächt, die zudem an Überregulierung, Importüberschüssen aus China und Zollaufschlägen durch die Amerikaner leiden. Der jüngste Anstieg der Ölpreise macht alles noch schlimmer.
Werbung
Dazu kommen die kriegsbedingte Knappheit und der damit einhergehende Preisanstieg bei einer Reihe weiterer Rohstoffe wie Erdgas, Dünger und Aluminium. Die Preise von Erdgas haben sich zwischenzeitlich rund verdoppelt. Die drohende Knappheit und die steigenden Preise bei Erdöl und Erdgas führen zu einem Rückgriff auf Kohle, dessen Preis ebenfalls zulegt. Eine kriegsbedingte Knappheit und die Verteuerung von Düngemittel verteuert die Nahrungsmittelproduktion.
Während damit die klassischen Verbündeten der USA wirtschaftlich auf der Verliererseite des Kriegs stehen, gilt das Gegenteil für Russland. Das Land profitiert von höheren Ölpreisen, zudem gelingt es Wladimir Putin dank gelockerten Sanktionen wieder deutlich besser, seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. So haben die USA Indien eine befristete Ausnahmebewilligung für den Kauf von russischem Erdöl erteilt, und US-Finanzminister Scott Bessent liess durchblicken, dass die USA ein weiteres Entgegenkommen bei russischem Erdöl erwägen.
Die höheren Rohstoffpreise drohen in vielen Ländern die Inflation anzuheizen. Im Euro-Raum liegt sie mit 1,9 Prozent schon nahe am 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank. In den USA ist die Teuerung mit 2,4 Prozent bereits höher als der Zielsatz der US-Notenbank Fed von 2 Prozent. Ohne rasche Entspannung im Krieg werden diese beiden und noch weitere Notenbanken ihre Leitzinsen nicht senken können. Im schlimmsten Fall sind sie sogar gezwungen, die Zinsen zu erhöhen. Solche Befürchtungen schlagen sich bereits in höheren Marktzinsen nieder. Was letztlich droht, ist eine Stagflation: eine weltweit lahmende Wirtschaft bei steigenden Preisen. Die Leute verdienen nicht nur weniger, von ihrem Geld können sie sich auch weniger kaufen.
Werbung
Für die Schweiz ist das Risiko einer steigenden Inflation geringer. Diese lag zuletzt bei 0,1 Prozent und ist damit praktisch inexistent. Höhere Preise für Importe schlagen zwar auch auf die Teuerung in der Schweiz durch. Doch die Aufwertung des Frankens kompensiert diesen Effekt ganz oder teilweise, da er Güter in Franken wieder verbilligt. Die Nationalbank steht deshalb unter einem geringeren Handlungsdruck als andere Notenbanken der Welt.