Rekord, Rekord. Letztes Jahr erreichten die Löhne der europäischen Manager ein neues Höchst. Lindsay Owen-Jones, bis April Chef des Kosmetikgiganten L’Oréal, führt die Liste der bestverdienenden Manager von Europa an. Er kassierte 32 Millionen Dollar, ein Zuwachs gegenüber 2004 von neun Prozent. Daniel Vasella folgt mit 20 Millionen auf Platz zwei. Henri de Castries, Chef der französischen Versicherungsgruppe Axa und neuer Besitzer der «Winterthur», legte um 52 Prozent zu.

Im Schnitt schafften die 25 Bestverdiener einen Zuwachs von 7 Prozent. Während ein CEO in Europa ungefähr 25-mal mehr verdient als sein durchschnittlicher Mitarbeiter, ist das Verhältnis in den USA mehr als 100 zu 1.

Der grosse Sprung der letzten Jahre in Europa basiert auf erfolgsbezogener Entlöhnung. Vasella bezog seine Kompensation in Form von Optionen und nur einen kleinen Anteil in Form eines fixen Saläres (11 Prozent). Dazu erhielt er – in der Statistik nicht einberechnet – eine langfristige Erfolgsbeteiligung über 11 Millionen.

Aktionäre pochen nun auf mehr Rechte, auch bei der Festlegung der Managerlöhne. Vasella ist skeptisch, Aktionäre könnten der Komplexität eines Managements nicht gerecht werden, um daraus Löhne abzuleiten. Zudem könnte die Debatte die Manager dazu bringen, von börsenkotierten Konzernen in Privatfirmen zu wechseln, wo es diese Kontrollen nicht gibt, warnt der Novartis-Chef.

Anmerkung: Die Kompensation 2005 beinhaltet Lohn, Bonus, Reisespesen, Aktien, Aktienoptionen. Nicht eingerechnet sind in der Studie von BoardEx Leistungen an die PK und langfristige Erfolgsbeteiligungen.

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