«Es ist eine starke Geste: Die Nationalbank macht etwas und das gezielt», sagt Ökonom Janwillem Acket von der Bank Julius Bär. «Man soll nun endlich aufhören zu sagen, die Nationalbank handle nicht», so der Experte.

Die Währungshüter handelten in einer sehr schwierigen Situation, führt der Experte vor Augen: «Die Buchverluste der Nationalbank sind unpopulär und die Ausschüttungen an die Kantone sind angeknabbert.» Dass die Nationalbank trotzdem handle, verdiene Anerkennung, sagte er.

Ob nun die Gefahr abgewendet ist, dass der Euro zum Franken bald 1:1 gehandelt wird, wird sich laut Acket weisen: «Wenn die Märkte das wollen, werden sie es austesten.» Der Franken sei aber ohnehin schon hoffnungslos überbewertet. Der Euro legte am Mittwochmorgen um etwa 3 Rappen auf über 1.11 zu.

«Sie macht, was sie kann»

Auch für Fabian Heller von der Credit Suisse (CS) bleibt abzuwarten, wie sich der Euro-Frankenkurs weiter entwickeln wird. Die SNB habe mit dem Zinsschritt und der Erhöhung der Liquidität Massnahmen ergriffen, die ihr zur Verfügung stehen: «Sie macht, was sie kann», so das Urteil des CS-Ökonomen.

Auch Alexis Bill-Körber vom Forschungsinstitut BAK Basel wertet das Handeln der Währungshüter als psychologisch wichtigen Schritt. Durch die hohe Nachfrage sei der Franken zuletzt knapp geworden. Durch steigende Zinsen wäre er aber noch attraktiver geworden, was die Nationalbank mit dem Zinsschritt nun zu verhindern versuche.

Am Markt glaubt man nicht an einen Befreiungsschlag. Die Nationalbank könne kurzfristig eine Stabilisierung herbeiführen, sagten Händler. Die für das Frankenhoch hauptsächlich verantwortliche Schuldenkrise in Europa und den USA könnten die Schweizer Währungshüter aber nicht aus der Welt schaffen.

(laf/cms/sda)

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