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Diese Experten sollen den Prämienschock stoppen

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen und steigen. Bundesrat Alain Berset will dem nun einen Riegel vorschieben: Eine Expertengruppe soll bis Herbst Lösungen gegen den Kostenschub vorlegen.

Florence Vuichard

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen und steigen. Eine 14-köpfige Expertengruppe soll nun Lösungen gegen die steigenden Kosten finden. Diese sieben Experten gehören dazu:Alt-Ständerätin und Alt-Regierungsrätin Verena Diener, Zürich; Vorsitz der Expertengruppe
Dr. med. Brida von Castelberg, Ärztin, Zürich
Dr. Heinz Locher, Gesundheitsökonom, Bern
Stefan Meierhans, Preisüberwacher PUE
Serge Gaillard
Eric Scheidegger, Stv. Direktor Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Michael Jordi, Zentralsekretär der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und –Direktoren GDK Bilder: Keystone
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Jeden Herbst das gleiche Spiel: Der Bundesrat verkündet, dass die Kosten im Gesundheitswesen um vier, fünf oder sechs Prozent gestiegen sind - und folglich auch die Prämien um so viel angehoben werden müssen. Nun hat Gesundheitsminister Alain Berset auf den ungebremsten Kostenschub reagiert und eine neue Expertengruppe eingesetzt. Ihre Hauptaufgabe ist es, Massnahmen gegen die Mengenausweitung zu suchen, wie Katrin Holenstein vom zuständigen Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigt.
Die Expertengruppe wird von der ehemalige Zürcher Gesundheitsdirektorin und früheren Ständerätin Verena Diener geleitet und sich im ersten Halbjahr 2017 zu vier Sitzungen treffen. Der Bericht der Expertengruppe wird im Herbst 2017 erwartet.

Mit medizinischem und gesundheitsökonomischem Hintergrund

Bei den Mitgliedern der Expertengruppe handle es sich um Personen mit medizinischem und gesundheitsökonomischem Hintergrund, hält Holenstein fest. Konkret sind das: die Ärzte Brida von Castelberg und Dieter Conen, Yves Eggli vom Universitätsspital Lausanne (CHUV), Gesundheitsökomom Heinz Locher, Tilman Slembec von der School of Management and Law in Zürich, Michael Jordi von der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz sowie Preisüberwacher Stefan Meierhans.

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Bemerkenswert ist, dass auch zwei Mitglieder der Verwaltung Teil der Expertengruppe sind, die eigentlich nicht direkt mit der Gesundheitspolitik zu tun haben, ja nicht einmal in Bersets Innendepartement arbeiten: Eric Scheidegger, Chefökonom beim Staatssekretariat für Wirtschaft, und Serge Gaillard, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung.

Auch ausländische Experten

Für eine Sitzung sind auch ausländische Experten mit gesundheitsökonomischen Wissen mit dabei. Sie kommen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Die Idee dahinter: Die Schweiz könnte allenfalls die eine oder andere Regelung im Gesundheitswesen einführen, die sich im Ausland bewährt hat.
Bei den Experten aus dem Ausland handelt es sich um Rudolf Blankert vom Center for Health Economics der Universität Hamburg, Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin, Zeynep Or von der Universität Paris sowie um Patrick Jeurissen, von der Radboud University Medical School in Holland.
In welchen Ländern es die besten Gesundheitssysteme gibt, sehen Sie in der Bildergalerie:
Das Londoner Legatum Institute hat die Gesundheitssysteme in mehreren Ländern untersucht und miteinander verglichen. Die 16 Länder mit den besten Gesundheistssystemen:
Platz 16: Kanada Kanada etablierte per Gesetz einen kostenlosen Zugang zum Gesundheitswesen, der als staatliche Krankenversicherung bekannt wurde. Kanadas System ist nicht perfekt, weshalb in den vergangenen Jahren viele Kanadier in den Süden zogen, um eine private Versicherung in den USA abzuschliessen.
Platz 15: Katar Den besten Standard im Gesundheitswesen des Mittleren Ostens kann in der reichen Nation Katar gefunden werden. Die Nation hat erst kürzlich Schritte dazu übernommen, ein universelles Gesundheitssystem im Land zu implementieren.
Platz 14: Frankreich Das Land ist berühmt für die Qualität des Gesundheitssystems, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass Frankreich vorne mit dabei ist. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Frankreich liegt bei 82 Jahren.
Platz 13: Norwegen Norwegen und seine skandinavischen Gegenstücke, kommen bei den weltweiten Lebensqualitätsrankings immer ganz gut weg, nicht zuletzt wegen der Gesundheit seiner Einwohner. Das Gesundheitssystem ist für Kinder unter 16 Jahren kostenlos, Erwachsene müssen aber dafür bezahlen. Das Land gibt mehr Geld pro Person für die Gesundheitsversorgung aus, als jedes andere Land auf der Welt.
Platz 12: Neuseeland Neuseeland ist eines der aktivsten Länder auf der Welt, wobei die Nation bei internationalen sportlichen Veranstaltungen stets über seiner Gewichtsklasse antritt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt dort bei etwa 81,6 Jahren.
Platz 11: Belgien Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Belgien bei etwa 81,1 Jahren und verfehlt somit nur knapp die Top 20 der Welt. Das Land hat ein universelles Gesundheitssystem, welches zwingend eine Gesundheitsversicherung für alle Bürger vorsieht.
Platz 10: Deutschland Trotz der Liebe zu Bier und Würstchen, gehören die Menschen in Deutschland zu den gesündesten der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 81 Jahren.
Platz 9: Israel Israel ist das am höchsten bewertete Land des mittleren Ostens des Legatum Institute Subindexes. Israel hat mit 82,5 Jahren die achthöchste Lebenserwartung des Planeten.
Platz 8: Australien Dank grossartigem Wetter und wenig Verschmutzung, überrascht es wenig, dass Australien die gesündeste Nation in der südlichen Hemisphäre ist.
Platz 7: Hong Kong Der kleine Stadtstaat Hong Kong hat 11 private und 42 öffentliche Krankenhäuser, die seinen über 7,2 Millionen Einwohnern zur Verfügung stehen. 2012 hatten die Frauen in Hong Kong die längste Lebenserwartung von allen Ländern der Erde.
Platz 6: Schweden Nordeuropäische Länder wie Schweden, schneiden in der Regel gut ab, wenn es um die Lebensqualität und das Gesundheitssystem geht. Schwedische Männer haben die vierthöchste Lebenserwartung der Welt. Diese liegt im Schnitt bei 80,7 Jahren.
Platz 5: Niederlande Zum Vergleich - 2015 hatte Holland Platz 1 in Europa beim jährlichen Consumer Index erlangt, der die Gesundheitssysteme in Europa vergleicht. Dabei haben die Niederlande 916 von maximal 1000 Punkten erreicht.
Platz 4: Japan Die durchschnittliche Lebenserwartung in Japan liegt bei 83,7 Jahren, was die höchste der Welt ist. Das hat demografische Probleme mit sich gebracht, weil die Bevölkerung enorm altert.
Platz 3: Schweiz Die Schweiz ist reich, schön und unglaublich gesund. Sie hat so ziemlich alles, was man von einem Land erwarten kann. Das Gesundheitssystem ist allumfassend und basiert auf einer verpflichtenden Versicherung aller Bürger.
Platz 2: Singapur Ein weiterer kleiner Stadtstaat hat es auf die Liste geschafft. Singapurs 5,6 Millionen Einwohner haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,1 Jahren.
Platz 1: Luxemburg Das reiche Land zwischen Belgien, Frankreich und Deutschland führt die Liste des Legatum Institutes im Bereich Gesundheitswesen an. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt dort bei 82 Jahren.Bilder: Keystone/ Flickr/CC
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