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Technologie

Die Schweiz spielt bei künstlicher Intelligenz eine Schlüsselrolle

Keine Technologie hat die Welt jemals so schnell umgekrempelt wie künstliche Intelligenz. Die Schweiz ist ein internationaler KI-Hotspot.

Marc Kowalsky

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In der Schweiz spriessen die KI-Start-ups aus dem Boden. Tessy Ruppert
Pascal Kaufmann erinnert sich noch genau an jene Wochen im Jahr 2010, als er in Meilen ZH sein Start-up Starmind gründete. Der Gehirnforscher entwickelte Software, die das Wissen innerhalb eines Unternehmens mithilfe künstlicher Intelligenz selbstständig katalogisiert. Doch sein Verwaltungsrat untersagte ihm, für die Firma den Begriff oder die Abkürzung KI überhaupt zu benutzen: «Es war damals ein Schimpfwort, galt als unseriös», so Kaufmann: «Man sagte mir, das hätte eh keine Zukunft.»
Heute sieht die Lage ganz anders aus, nicht nur was Starmind betrifft, die zu einer erfolgreichen Firma wurde: Inzwischen nutzen hierzulande 34,8 Prozent aller Personen im erwerbstätigen Alter KI-Tools, so ergab eine Untersuchung von Microsoft, deutlich mehr als der Durchschnitt des globalen Nordens (24,7 Prozent). Im Global AI Index von Tortoise Media, der KI-Fachwissen, Forschung, Akzeptanz und andere Indikatoren berücksichtigt, rangiert die Schweiz in der Gesamtwertung gleich hinter den KI-Giganten USA und China und bei der Pro-Kopf-Bewertung ganz vorne mit Israel und Singapur. Die Schweiz publiziert auf GitHub, der weltweit wichtigsten Onlineplattform für Softwareentwicklung, von allen Ländern den zweitmeisten KI-Code. Kein Wunder, haben sich so gut wie alle wichtigen KI-Firmen, von OpenAI (Entwickler des Sprachmodells ChatGPT) über Anthropic, Meta, Palantir, die französische Mistral bis hin zu NVIDIA, in den letzten Jahren in der Schweiz niedergelassen. Und zwar nicht nur mit Verkaufsstellen, sondern mit Forschungs- und Entwicklungszentren. Sogar Sony arbeitet in Schlieren an Gaming-KI und Machine Learning für Bild- und Sensorsysteme.

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