Mit einem Kapitaleinsatz von knapp 200 Millionen US-Dollar (fΓΌr 52 Prozent der Masisa-Aktien) hat Schmidheiny seinen lateinamerikanischen Waldbesitz mit dieser Akquisition um Tausende von Quadratkilometern erweitert. Unter ΓΆkologischen Gesichtspunkten erscheint es dabei nicht unproblematisch, dass die ΓΌbernommene Firma an verschiedenen Standorten in der Region die fΓΌr die Pressspanproduktion benΓΆtigten Zusatzstoffe wie Formaldehyd und Kunstharz in Eigenregie herstellt.
Bei der Auswahl seiner GeschΓ€ftspartner zeigt sich der Β«Prediger von RioΒ» (BILANZ 2/2001) nicht zimperlich. So wird etwa der chilenische Chemiekonzern Oxiquim, mit dem Schmidheiny seit 1999 im Rahmen eines Joint Venture (Oxinova) zusammenarbeitet, von den lokalen NGOs als notorischer Umweltverschmutzer bezeichnet, der das Γkosystem im Umfeld seiner Fabriken mit Stoffen wie Pentaerythritol und Formaldehyd belaste.
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Ein anderes, kaum weniger verfΓ€ngliches Joint Venture betreibt der Schweizer im Nordosten Venezuelas mit der Trillium Corporation. Der amerikanische Holzgigant geriet unter anderem mit der geplanten Rodung von PrimΓ€rwald im Γ€ussersten SΓΌden Chiles ins Visier der UmweltschΓΌtzer. Auch in den USA, wo der Konzern zu den grΓΆssten privaten Waldbesitzern gehΓΆrt, stiess dieser mit seinen Methoden verschiedentlich auf Opposition: Β«Die Firma nutzt das Versprechen auf ein ΓΆkologisch verantwortungsvolles Vorgehen als Rechtfertigung fΓΌr ihre PlΓ€ne, Schneisen in alte BaumbestΓ€nde zu schlagenΒ», heisst es dazu im Bericht einer nordamerikanischen NGO. Zwecks Profitmaximierung sei der Konzern von jeher Β«im Bereich der Waldliquidation tΓ€tigΒ», anstatt eine verantwortungsvolle, langfristige Nutzung anzustreben, wird unter Verweis auf diverse FΓ€lle im US-Bundesstaat Washington bemΓ€ngelt. Nach einer Β«Dekade der EnttΓ€uschungenΒ» lΓ€sst sich die Strategie des Konzerns im Urteil seiner Kritiker wie folgt resΓΌmieren: Β«Kahlschlag, Strassenbau, Herbizideinsatz.Β»