Es gibt Chancen, dass wieder Flugzeuge mit dem Logo von Air Berlin auf der Heckflosseabheben. Unter der altbekannten Internet-Adresse www.airberlin.de könnten Reisende dann auch wieder Tickets buchen. Denn Insolvenzverwalter Lucas Flöther bietet jetzt die Markenrechte und Internet-Domains der Pleite-Airline an. Nach dem Verkauf der Flugrechte, des operativen Geschäfts und des Inventars folgt damit jetzt der nächste Schritt.
Bei den Internet-Adresse sind nicht nur die Air Berlin- und LTU-Domains im Angebot, sondern auch Adressen ohne direkten Bezug zum Air Berlin-Konzern, etwa we-fly-europe.com, mallorca-shuttle.com oder city-shuttle.com. Selbst die Adresse ichbineinairberliner.com wird angeboten.
Die vollständige Liste der zum Verkauf stehenden Marken und Domains ist nur für Bieter mit unterschriebener Vertraulichkeitserklärung einsehbar. Die Unternehmensberatung Roland Berger, die den Verkauf abwickeln soll, hat zu rund 25 Investoren Kontakt aufgenommen, die ihr Kaufinteresse angezeigt hatten. Der Gläubigerausschuss muss dem Verkauf zustimmen, wobei erste Abschlüsse bereits im Frühjahr erwartet werden.
Gläubiger könnten leer ausgehen
AirBerlin droht kurz nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens das Geld auszugehen. Die verfügbaren Mittel reichten voraussichtlich nicht aus, um alle finanziellen Verpflichtungen zu decken. Die Lufthansa, der irische Konkurrent Ryanair oder auch der Nürnberger Unternehmer Rudolf Wöhrl wollen sich an der Ausschreibung nicht beteiligen, teilten die Firmen auf WELT-Anfrage mit.
Bei der österreichischen Fluggesellschaft Lauda Motion des Unternehmers Niki Lauda, der den Zuschlag für die Air Berlin-Ferienfluggesellschaft Nikierhalten hat, heisst es, dass die neuen Flugzeuge wie angekündigt unter der Marke Laudamotion abheben und die Flüge werden auch über laudamotion.com zu buchen sein werden. Der Unternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda benötige nicht den Markennamen Air Berlin.
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Über die möglichen Einnahmen aus dem Verkauf der Marken- und Internet-Adressen will Insolvenzverwalter Flöther nicht spekulieren. «Wir geben keine Prognose ab», sagt Flöther. «Aber wir erwarten durch den Verkauf der Markenrechte und Domains substanzielle Erlöse zugunsten der Insolvenzmasse.»
In einem Gutachten vom Oktober 2017 hatte Insolvenzverwalter Flöther den Wert der Internet-Adressen mit mindestens 100’000 Euro beziffert. Die mehreren Tausend Gläubiger der Air-Berlin-Insolvenz haben von einem Verkauf der Markenrechte nichts – denn der Erlös wird auch zur weiteren Rückzahlung des staatlichen 150-Millionen-Euro Überbrückungskredits aus Berlin zur zeitweiligen Fortsetzung des Flugbetriebs im Sommer 2017 genutzt.