Skepsis gegenüber Tidjane Thiam wächst
Der Aktienkurs der Credit Suisse ist seit Monaten im Sinkflug; auch, weil ein Ende der Durststrecke kaum abzusehen ist. Seit Jahresbeginn hat der Titel mit leichten Erholungsphasen 38 Prozentpunkte verloren. Zudem wandelt sich die
Euphorie über die Nominierung von Tidjane Thiam zunehmend in Skepsis. «Wir können bei der Credit Suisse von einem Vertrauensverlust sprechen», sagt ZKB-Analyst Brun. «Die Erwartungen gegenüber Tidjane Thiam waren zu Beginn überhöht, weil er den Investoren vieles versprochen hat. Jetzt ist er in der Bringschuld.»
Thiams Vorgehen wirft bei Anlegern Fragen auf. Zunächst einmal aufgrund des Nachbesserns beim Sparprogramm im März. Neu sollen 4,3 Milliarden Franken bis 2018 eingespart werden, statt wie vorher geplant 3,5 Milliarden Franken. Die Zahl der Stellenstreichungen ist um 2000 auf 6000 Arbeitsplätze gestiegen, die vor allem in der Schweiz, in New York und London gekürzt werden sollen. Berichten zufolge sind in London bereits erste Jobs gestrichen worden, von dort meldete Reuters vergangene Woche 80 abgebaute Arbeitsplätze. Der Fortschritt bei der Neustrukturierung der Bank dürfte morgen im Fokus der Analysten stehen.