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Votum

Das Feilschen um die «halbe Milchkuh» beginnt

Die Initiativen hatten am Abstimmungssonntag keine Chance - auch die Milchkuh-Initiative ist deutlich gescheitert. Die Finanzierung des Schweizer Strassennetzes wird dennoch neu verhandelt.

Der Abstimmungssonntag in Bildern: 
Betretene Gesichter bei den SVP-Mitgliedern, die gemeinsam die Bekanntgabe der Ergebnisse verfolgen. Mit dem Asylgesetz ist die Partei...
...bereits zum zweiten Mal bei einem Kernthema gescheitert. Im Februar hatten sie bereits mit der Durchsetzungsinitiative eine Niederlage erlitten. Dem neuen SVP-Präsidenten Albter Rösti, hier mit FDP-Präsidentin Petra Gössi, wurden entsprechend viele Fragen gestellt.
Spiegel Online bringt es auf den Punkt: Das deutsche Medium greift auch die Studie vom gfs.bern auf, nach der eine Mehrheit der Schweizer erwartet, dass das Grundeinkommen trotz des klaren Neins Thema bleibt.
Vorbereitung für das gemeinsame «Public Politics Viewing» der Operation Libero. Dort hat man die Entwicklungen des Sonntags verfolgt.
Laut Prognose des gfs.bern gingen 48 Prozent der Schweizer abstimmen. Das ist eine leicht überdurchschnittliche Beteiligung.
National standen fünf Vorlagen zur Abstimmung: Eine davon war der Entscheid über die Zulassung von Präimplantationsdiagnostik (PID). Im Fokus standen vor allem die Initiative «Pro Service Public», das Grundeinkommen, die Revision des Asylgesetzes und die Verkehrsfinanzierung (Milchkuh-Initiative).
Auch kantonal standen rund 30 Vorlagen zur Abstimmung – in St. Gallen und Thurgau zum Beispiel über die Bereitschaft zur Finanzierung der Expo27.
Auch die Welt...
... und die Frankfurter Allgemeine Zeitung thematisieren das Votum prominent. Auch in den englischsprachigen Medien...
... findet die Abstimmung Echo. Die BBC berichtet ebenfall über das Nein zum BGE. Bilder: Keystone/Screenshot
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RMS

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Die Initiative «für eine faire Verkehrsfinanzierung» ist mit 70,8 Prozent Nein-Stimmen deutlich gescheitert. Nun beginnt das Feilschen um die «halbe Milchkuh».

«Die Strassenbenützer bleiben die 'Milchkühe' der Nation», stellte die Vereinigung der Auto-Importeure nach der Abstimmung zu ihrer Initiative konsterniert fest. Die Initianten hatten gefordert, dass alle Einnahmen aus dem Strassenverkehr wieder der Strasse zugute kommen. Damit sollte das Strassennetz rascher ausgebaut werden.

Nötige Einsparungen

Heute fliesst die Hälfte der Mineralölsteuer – rund 1,4 Milliarden Franken – in die Bundeskasse. Die Autofahrer würden so «gemolken», hatten die Initianten erfolglos moniert.

Die Gegner fokussierten im Abstimmungskampf vor allem auf die nötigen Einsparungen, sollten die Bundeseinnahmen aus der Mineralölsteuer wegfallen. Bildung, Forschung, Armee, Landwirtschaft und Öffentlicher Verkehr müssten Federn lassen, so die Warnung.

Das sagen die Gegner, die sich durchsetzten:
Entsprechend deutlich abgelehnt wurde die Initiative unter anderem in ländlichen Kantone und Randregionen, wo wohl die Angst vor Einsparungen bei der Landwirtschaft oder im regionalen Personenverkehr überwog.
«Die Bevölkerung hat sich für ein Gleichgewicht der verschiedenen Bundesaufgaben ausgesprochen», sagte Finanzminister Ueli Maurer nach der Abstimmung vor den Bundeshausmedien. Die Probleme im Strassenverkehr könnten nun auf eine andere Art gelöst werden, sagte er mit Verweis auf den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF).

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«Halbe Milchkuh»

Mit dem neuen Fonds sollen Ausbau, Unterhalt und Betrieb des Nationalstrassennetzes langfristig finanziert werden. Der Ständerat hat die Vorlage bereits beraten, der Nationalrat ist am 15. Juni am Zug. Gemäss den Beschlüssen des Ständerats sollen 700 Millionen Franken in den Fonds fliessen, also halb so viel, wie die Initianten verlangt hatten. Der NAF wurde deshalb auch schon eine «halbe Milchkuh» genannt.

Im Feilschen um die Details der Vorlage sehen sich nach der Abstimmung sowohl Befürworter als auch Gegner im Vorteil. Die Verlierer betonten, die Gegner hätten den NAF im Abstimmungskampf als bessere Alternative angepriesen. Nun müssten die gemachten Versprechen eingehalten werden.

Das sagen die Verlierer:

«Absolute Schmerzgrenze»

Unter anderem will sich die Automobil-Lobby gegen eine Benzinpreiserhöhung wehren. Mit der vom Ständerat beschlossenen Erhöhung von 4 Rappen pro Liter sei «die absolute Schmerzgrenze erreicht«, teilten mehrere Organisationen mit.

Anders sehen dies die links-grüne Abstimmungsgewinner. Das Parlament müsse nochmals über die Bücher, sagte SP-Nationalrätin und VCS-Präsidentin Evi Allemann. Auch beim NAF dürfe es «keinen Raubzug auf die Bundeskasse geben«.

Das Abstimmungsresultat sei ein deutliches Zeichen an die Bürgerlichen, beim NAF nicht zu übertreiben, warnte auch Regula Rytz, Präsidentin der Grünen. Sonst würden sie bei der Volksabstimmung dazu wiederum scheitern.



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(sda/me)

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