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Müller vs. Rossmann

Das Duell der Drogerien

Die beiden deutschen Ketten buhlen um attraktive Standorte. Die Migros spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Erich Bürgler, Redaktor BILANZ - fotografiert im September von Paul Seewer für BILANZ

<p>Die beiden Drogerieketten (hier eine Rossmann-Filiale) kämpfen um den Schweizer Markt.</p>

Die beiden Drogerieketten (hier eine Rossmann-Filiale) kämpfen um den Schweizer Markt.

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Wenn die Migros im Rahmen ihrer Schrumpfkur gleich ganze Ladenketten schliesst, ist das für andere Händler wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Zuletzt geschehen mit dem Ende der Alnatura-Filialen, die zur Genossenschaft Migros Zürich gehören: An zehn Standorten gibt es statt Bio-Lebensmitteln bald Kosmetik- und Pflegeprodukte der Drogeriekette Müller zu kaufen. Gleichzeitig ist das ein Dämpfer für den Konkurrenten Rossmann, der sich eine rasche Expansion in der Schweiz auf die Fahne geschrieben hat, dabei aber langsamer vorankommt als geplant. Migros-Chef Mario Irminger spielt im hiesigen Duell der deutschen Drogerie-Magnaten Erwin Müller und Raoul Rossmann eine bedeutende Rolle.

Müller ja, Rossmann nein, lautet die Devise des orangen Riesen. Angesichts der hart umkämpften Standorte ein ernst zu nehmender Faktor. Nicht nur bei Alnatura, sondern auch bei den aufgegebenen Fachformaten Do it, Melectronics und SportX bekam Müller in verschiedenen Regionen den Zuschlag. Die Logik bei der Auswahl erschliesst sich nicht auf den ersten Blick, erteilte der Migros-Chef ausländischen Drogerieketten doch ursprünglich generell eine Absage. «Wir würden uns selber konkurrenzieren mit einem Drogerieanbieter wie Rossmann im Haus», sagte Mario Irminger Ende 2024 zu «Blick», als Rossmann die erste Schweizer Filiale eröffnete. Dies gelte für das Angebot im Supermarkt, aber auch für die zur Migros gehörenden Medbase-Apotheken.

Mit Unterstützung der Migros gelingt Müller in der Schweiz nun schon der zweite Expansionscoup. Bereits vor über zwei Jahren kaufte der Konzern die Spielwarenkette Franz Carl Weber dem FDP-Nationalrat Marcel Dobler ab. Der Digitec-Mitgründer versprach damals, die neuen Eigentümer würden die traditionsreichen Spielwarenhäuser weiterführen. Für die Kundschaft ändere sich nichts.

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Erich Bürgler, Redaktor BILANZ - fotografiert im September von Paul Seewer für BILANZ
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