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Hugo Boss

Flauer Kursverlauf, Leerverkäufe und Unruhe im Aktionariat

CEO Daniel Grieder gibt sich trotz Börsenbaisse gelassen und verordnet Hugo Boss ein Zwischenjahr. Leerverkäufer wetten gegen den Modekonzern.

Ueli Kneubuehler Rinigier

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Die neue Strategie von Hugo-Boss-Chef Daniel Grieder verfängt nur bedingt. imago/Michael Weber
Gemessen an den Schlagzeilen liegt Hugo Boss auf der Intensivstation. Daniel Grieder (64), Schweizer Chef des deutschen Bekleidungshauses, gibt sich im Gespräch mit BILANZ gelassen. «Es ist nicht alles schlecht, nur weil der Aktienkurs noch nicht dort liegt, wo wir sein Potenzial sehen. In den vergangenen vier Jahren haben wir viel bewegt.» Er nennt das starke Umsatzwachstum, den Ausbau des Omnichannel-Vertriebs, die Neupositionierung der Marken, die weitere Digitalisierung der Wertschöpfungskette. Von Grieder werden gerne Wunderdinge erwartet, nachdem er zuvor Tommy Hilfiger auf Kurs gebracht hat. Die Messlatte liegt bei ihm immer etwas höher.
Grieder startete mit viel Elan. Das Umsatzziel erreichte Hugo Boss 2023 zwei Jahre früher als geplant. Doch seither hat die Dynamik nachgelassen. «Schnelles Wachstum bringt es mit sich, dass man einzelne Bereiche im Anschluss gezielt nachjustieren muss», so Grieder, der kürzlich ein Strategie-Update verkündete. Das sei normales Business. «Deshalb gehen wir 2026 bewusst einen Schritt zurück, um danach wieder nachhaltig zu wachsen.» Die Marke Hugo und die Damenbekleidung sollen neu ausgerichtet, das Sortiment der Kernmarke bereinigt werden, was auf Kosten von Wachstum und Gewinn geht. Grieder lässt indes ein Türchen für allfällige Akquisitionen offen: Attraktive Opportunitäten werde man selbstverständlich prüfen.
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