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Mit dem House of Switzerland will die Schweiz am WEF in Davos Präsenz zeigen. Dafür zahlt der Bund dem Hockey Club Davos 130'000 Franken.
Organisiert wird das House of Switzerland von Präsenz Schweiz – quasi die PR-Organisation der Schweiz im Ausland.
Carlo LardiWerbung
Früher galt die Devise: Das World Economic Forum (WEF) in Davos GR ist ein privater Anlass. Die offizielle Schweiz tritt nicht als Gastgeberin auf und nutzt das Treffen nur für bilaterale Treffen mit Staatschefs und Ministern aus aller Welt.
2019 wurde mit dieser Tradition gebrochen. In den Logen, in denen sonst VIP-Gäste des Hockey Club Davos (HCD) den Eishockeymatch verfolgen, mietet sich die Schweiz seither mit dem House of Switzerland ein. Das Land soll damit sichtbarer werden – schliesslich wird das WEF international und medial stark wahrgenommen. Organisiert wird der Auftritt von Präsenz Schweiz. Das ist quasi die PR-Organisation des Bundes fürs Ausland.
Die Image-Politur hat ihren Preis: 130'000 Franken zahlte der Bund allein vergangenes Jahr dem Hockey Club, wie ein Blick in die zuletzt veröffentlichten Beschaffungszahlen zeigt.
Auch dieses Jahr nutzen Bundesräte und Vertreter der Schweiz das House of Switzerland für den eigenen Auftritt. In den Logen treffen sich Bundesräte mit ausländischen Amtskollegen. In einem anderen Bereich des Stadions finden die Medienkonferenzen der Bundesräte statt und auf einer weiteren Etage Panel-Diskussionen.
Dieses Jahr diskutiert beispielsweise Helene Budliger Artieda (60), Staatssekretärin für Wirtschaft, zusammen mit Severin Schwan (58), Verwaltungsratspräsident von Roche, über die Pharmaindustrie.
Im Gästehaus der Schweiz werden Raclette und andere hiesige Spezialitäten serviert. «Das House of Switzerland ist die Vitrine der Schweiz am WEF», sagte Alexandre Edelmann (46), Chef von Präsenz Schweiz, einst zu Blick. Firmen und Organisationen können darin dort ihr Engagement für Nachhaltigkeit oder ihre Innovationskraft präsentieren. Mit dem Haus wolle man zeigen, «dass die Schweiz ein wichtiger Player ist».
Ähnliche Gasthäuser gibt es ausserdem an den Olympischen Spielen, wo jeweils Sportler, Sponsorinnen, Politiker und Wirtschaftsvertreterinnen zusammenfinden. Auch an der Expo 2025 in Osaka war die Schweiz präsent. Ansonsten kümmert sich Präsenz Schweiz zum Beispiel um die Präsente, die der Bund verschenkt: Für die Periode 2025 bis 2028 wurden etwa Victorinox-Taschenmesser für 500'000 Franken eingekauft.
Dieser Artikel erschien zuerst bei Blick.
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