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Autosalon Genf

Apple-Gerüchte versetzen Autoindustrie in Unruhe

Apples iCar-Pläne treibt die Autoindustrie um. Dabei ist nicht einmal klar, ob der Konzern wirklich an einem Wagen arbeitet. Doch die Branche ist nervös. Alle wissen: Schlafen darf jetzt keiner.

Vom 5. bis am 15. März empfängt der Autosalon in Genf in der Palexpo-Halle rund 700'000 Besucher. Sehen Sie hier die Neuheiten.
Zenvo ST1
Der Zenvo ST1 ist ein Supersportwagen, der vom dänischen Kleinserienhersteller Zenvo Automotive hergestellt wird. Er soll nur in einer zweistelligen Stückzahl produziert werden.
Mc Laren 650 S
Der McLaren 650S ist ein von McLaren Automotive gebauter Sportwagen mit einem 3,8-Liter-V8-Mittelmotor. Das Auto wurde letztes Jahr auf dem Genfer Auto-Salon zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
Mansory Torofeo
Der Tuner Mansory veredelte den Lamborghini mit Carbon und steigerte seine Leistung von 610 auf 1'250 PS.  Über 340 km/h soll der Wagen damit erreichen.
Peugeot Quartz Concept
Mit dem Conceptcar Quartz zeigt Peugeot wie man sich ein sportliches Crossover-Modell vorstellt. Die SUV-Optik wird dabei mit einem Hybridantrieb gepaart.
DMC Huracan Stage2
Edel-Tuner DMC aus Düsseldorf präsentiert den Lamborghini Huracan mit einem aufgepimpten Body-Kit.
Koenigsegg Regera
Der Koenigsegg Regera wird mit mehr als 1500 PS bei seinem Marktstart zum stärksten Serienauto der Welt. Gebaut werden maximal 80 Exemplare.
Links: Porsche Cayman GT4 / Rechts: Porsche 911 GT3 RS
Porsche präsentiert als Weltnheuheit das neueste Modell der Cayman-Reihe sowie als Europapremiere den Porsche 911 GT3 RS.
Techart Porsche Macan Turbo
Porsche-Spezialist Techart verpasst dem Macan eine technische und optische Überholung. Der SUV wird um bis zu 50 PS stärker als die Serie.
Touring Superleggera Berlinetta Lusso
Der Leichtbausportwagen vom italienischen Karosserieschneider Carrozzeria Touring Superleggera basiert auf einem Ferrari F12 Berlinetta.
Lexus City Car Concept
Lexus hat in Genf mit dem LF-SA Concept gezeigt, wie ein City-Car der Premium-Marke ihrer Meinung nach aussehen könnte.
Audi R8 V-10 Plus
Das neueste Modell des R8 V10 wird vorgestellt. Der R8 V10 wurde bereits 2012 als Nachfolger des R8 GT etabliert.
McLaren 675 LT
McLaren präsentiert in Genf den 675LT. Das neue Modell soll stärker, aerodynamisch ausgefeilter und leichter sein als seine Vorgänger.
Dodge Viper GTS
Der Dodge Viper ist ein Sportwagen des amerikanischen Herstellers Chrysler Group LLC, der seit 1992 hergestellt wird. Die Viper ist derzeit Chryslers leistungsstärkstes Modell.
EDAG light Cocoon Konzept Auto
Mit dem Concept Car EDAG Light Car Cocoon zeigt EDAG auf dem Genfer Salon 2015 wie der Leichtbau der Zukunft aussehen könnte. Bionische Chassis-Strukturen erzeugt von einem 3D-Drucker überzogen mit einer Stoffhaut.
Lamborghini Aventador
Lamborghini Aventador ist ein Supersportwagen des Fahrzeugherstellers Lamborghini. Das erste Modell der Reihe hatte bereits im März 2011 auf dem Genfer Auto-Salon seine Premiere.
Scuderia Cameron Glickenhaus SCG003S
Hinter der langen Typenbezeichnung verbirgt sich der Autosammler und Rennstall-Besitzer Jim Glickenhaus mit seiner Scuderia Cameron Glickenhaus (SCG). Der strassentaugliche Rennwagen soll etablierten Fahrzeugen auf der Rennstrecke das Fürchten lernen.
Infiniti Concept
Infiniti stellt auf dem Genfer Autosalon die Studie zum QX30 mit Technik vom Mercedes GLA vor.
Rolls Royce Serenity
Rolls-Royce präsentiert zum diesjährigen Autosalon in Genf das Konceptcar Serenity. Das Fahrzeug will besonders mit den vielfältigen Möglichkeiten in der Individualisierung ab Werk auftrumpfen.
Alfa Romeo 4C Spider
Das Mittelmotorcoupé 4C feiert in Genf als offener Spider Europa-Premiere.
Mercedes-AMG GT3
Mercedes präsentiert mit dem AMG GT3 die Rennversion seines neuen Sportlers AMG GT.
Mercedes Class G 500
Der «G» in der G Klasse bei Mercedes steht für Geländewagen. Seit 1979 produziert hat sich das Fahrzeug in seiner Grundform kaum verändert.
Skoda Superb
Auf dem Genfer Autosalon 2015 feiert die Limousine Messepremiere. Die dritte Generation des tschechischen Mittelklässlers soll die 750.000 verkauften Einheiten seiner beiden Vorgänger zu toppen. Dafür hat Skoda den Superb von Grund auf neu entwickelt
Morgan Aero 8
Die Morgan Motor Company ist ein britischer Autohersteller für Sportwagen in privater Hand. Der Aero 8 wurde im Jahre 2000 zum erstenmal am Genfer Autosalon vorgestellt.
Bugatti Veyron
Der von Volkswagen produzierte Kraftbolide fährt bei der Pre-Show auf die Bühne. Erst vor kurzem hat Bugatti das 450. und damit letzte Exemplar seines Prestige-Sportwagens verkauft. Der Preis: 2,3 Millionen Euro.
Lamborghini Aventador SV
Der Lamborghini feiert am Autosalon seine Premiere und wird wohl bei manchem Besucher Bubenträume wieder aufleben lassen.
Mercedes-Benz Maybach Pullman
Mit einer Länge von 6,50 Meter ist die Prestigemarke von Mercedes schon rein äusserlich eine imposante Erscheinung. Das Fahrzeug ist als Chauffeurs-Limousine konzipiert und bietet einen beeindruckenden Innenraum.
Range Rover Evoque SUV
Der Range Rover Evoque ist ein SUV des englischen Herstellers das unter dem Freelander angesiedelt wurde, um den Einstieg in die Marke Range Rover preiswerter zu gestalten.
Bentley Continental GT Speed
Der Bentley Continental GT ist ein Luxus-Coupé des englischen Herstellers Bentley Motors Limited und war der erste Bentley, der unter der Regie von Volkswagen entwickelt wurde. Im Jahre 2007 wurde die Coupé-Baureihe um die leistungsgesteigerte Variante Continental GT Speed erweitert.
BMW 220i Gran Tourer
Diese BMW-Modell bietet in seiner Ausführung bis zu sieben Sitzplätze.
Mercedes-Benz GLE 450 AMG Coupé
Der Mercedes-Benz kann als Mischung zwischen einem SUV und einem Coupé betrachtet werden.
Peugeot Onyx Konzept
Peugeot zeigt auf dem Genfer Salon die Studie eines künftigen Supersportwagens mit V8-Mittelmotor.
Porsche Cayman GT4
Porsche stellt auf dem Genfer Autosalon den neuen Cayman GT4 vor. Dabei handelt es sich um das künftige Topmodell sowie das schnellste Auto bisher der Baureihe.
Ford GT
Erst vor wenigen Wochen feierte der neue Ford GT 2015 in Detroit Weltpremiere, nun wird er auch in Genf einer Öffentlichkeit präsentiert.
Aston Martin Vulcan
Der Aston Martin Vulcan zeichnet sich durch seine Leistung von 800 PS und dem imposanten Heckflügel aus. Es handelt sich jedoch um ein ausschliesslich für die Rennstrecke konzipiertes Modell.
Bilder: Bloomberg/Keystone
Jaguar XJ 3.0 R-Sport
Der Jaguar XJ ist ein Pkw-Modell des britischen Automobilherstellers Jaguar und gleichzeitig auch das Spitzenmodell des Herstellers darstellt.
Lexus LF-C2 Concept Car
Nach seiner Premiere auf der Los Angeles Auto Show im vergangenen November gibt der Lexus LF-C2 nun sein Europadebüt. Mit der Studie des Roadsters will die Marke einen Ausblick auf ihre künftige Designrichtung geben.
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Bisher gibt es weder eine Bestätigung, noch einen Zeitplan und keine Details zu Apples angeblichen Autoplänen. Doch allein die Möglichkeit versetzt die Industrie in Aufregung. Auf dem Autosalon in Genf sind die Pläne des US-Riesen das Gesprächsthema.
Viele Konzernlenker geben sich zwar betont gelassen. Sorglos aber ist niemand.«Wir wissen genau, dass, wenn man den ersten Platz in der Champions League hat, man keine Sekunde schlafen darf», sagt der Präsident des deutschen Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann. «Es hängt alles von unserer Innovationskraft ab.»

Auf neue Wettbewerber einstellen

Das sieht auch BMW-Chef Norbert Reithofer so. Früher sei auf mechanischen Schreibmaschinen geschrieben worden. Dann habe die Schreibmaschinenindustrie eine riesige Innovation erreicht: die elektrische Schreibmaschine. «Und dann haben völlig andere Unternehmen die PCs auf den Markt gebracht, dann Laptops und auf denen schreiben wir heute.»

Auch die Autobranche sei nicht sicher davor, dass andere Spieler auftauchen. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Zukunft Wettbewerber Autos bauen, die bisher nicht am Markt waren», sagte Reithofer am Dienstag in Genf.

Trend zur Digitalisierung

Gerade der anhaltende Trend zur Digitalisierung, Vernetzung oder dem automatisierten Fahren locke Unternehmen wie Google, Apple oder andere. «Wir müssen diese Unternehmen sehr ernst nehmen», sagte Reithofer. Allerdings sei der Fahrzeugbau sehr komplex - von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Händlernetz und dem Ersatzteilgeschäft.

Für neue Spieler in der komplexen Autobranche gebe es viele Hausaufgaben zu machen, sagte auch Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. «Man muss zwei, drei Jahre entwickeln - auch wenn man Apple heisst.» Und diverse Fabriken braucht es auch, um die Märkte im grossen Stil aufzumischen. Aber diese Infrastruktur könnte Apple auch kaufen.

Mit 178 Milliarden Dollar in der Kasse könnte der Konzern theoretisch fast jeden Autobauer der Welt mit seinem Produktionsnetz übernehmen. Der Börsenwert von Ford etwa beträgt derzeit rund 57 Milliarden Euro. «Es ist schon Drohpotenzial genug wegen der schieren Grösse dieser Unternehmen», sagte Pieper. Er sieht die Autopläne der IT-Riesen derzeit aber noch als «Versuchsballon».



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Selbstfahrendes Google-Auto

Google hat bereits ein selbstfahrendes Auto vorgestellt. Was Apple plant, ist unbekannt. Berichten zufolge werkelt der Konzern unter dem Projektnamen «Titan» an einem Wagen. Ein Team aus mehreren hundert Leuten arbeite abgeschieden an einem Auto mit Elektroantrieb. Ob dies stimmt, ist unklar. «Das sind sehr seriöse Häuser - wenn die etwas planen, machen die auch was», sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne in Genf.

Und auch ohne Apple-Auto ringt die Branche um die Zukunft. Alternative Antriebe, Abgasgrenzwerte, eine schwindende Autobegeisterung bei jungen Kunden, Digitalisierung, Vernetzung, selbstfahrende Autos - die Liste der Baustellen ist lang.

Kundschaft zeigt Elektroautos die kalte Schulter

Da die Abgasvorschriften in aller Welt immer strenger werden, müssen die Hersteller mit Milliardenaufwand alternative Antriebe auf den Markt bringen. Doch die verwöhnte Kundschaft zeigt Elektroautos oft die kalte Schulter und kauft lieber teure und spritfressende Geländewagen. Und viele Junge lassen sich von der oft beschworenen Faszination Auto erst gar nicht mehr anstecken. Bei der Generation bis Mitte 30 habe das Automobil "als Statussymbol ausgedient, es wird zum Gebrauchsgegenstand", hieß es in einer Studie der Beratungsfirma Prophet.

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Bleiben Autos technische und emotionale Produkte, die viel Geld bringen? Oder werden Apple oder Google künftig mit der Software das neue Herz von Autos liefern? Oder gleich die Autos mit?

Lieferant einer «leeren Kiste»

Didier Leroy, Europa-Chef des derzeit weltgrössten Autobauers Toyota, machte in Genf klar: «Wir wollen nicht nur der Lieferant einer leeren Kiste sein.» Ob er denn das Risiko sehe, dass es so kommen könne? «Das hängt von den Kunden ab, was die unter Mobilität und Auto verstehen.» Angst vor Apple habe er nicht. Dennoch sagt er: «Sie können sehr harte Konkurrenten in einigen Bereichen sein.»

Daimler-Chef Dieter Zetsche glaubt nicht, dass die Autobranche irgendwann nur noch Zulieferer für Internet-Konzerne sein wird. «Wir haben momentan die gesamte Wertschöpfungskette in unserer Hand», betonte er in Genf. Vor den Veränderungen habe er keine Angst. «Das kann uns nur stärker machen.» Wenn beide Industriezweige enger zusammenwüchsen, böte dies zudem ganz neue Möglichkeiten, so Zetsche weiter.

Auch VW-Chef Martin Winterkorn sieht eher Chancen als Risiken: Er sei sich sicher, dass Autos dadurch bei jungen Menschen mehr Akzeptanz finden werden. «Auch wenn es Sie vielleicht überrascht: Ich begrüsse ausdrücklich das Engagement von Apple, Google & Co beim Thema Automobil.»

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(sda/reuters/ccr)

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