De facto gab Pietro Supino (53) bei Tamedia schon bisher die Richtung vor, die Stärken von CEO Christoph Tonini lagen vor allem in der Umsetzung. Nun macht sich der Spross der Verlegerfamilie gänzlich zum Alleinherrscher: Per Juni 2020 tritt Tonini ab, Verwaltungsratspräsident und Verleger Supino übernimmt auf dieses Datum hin auch die Gruppenleitung.

Der Medienkonzern wird in vier eigenständige Einheiten mit je eigener Geschäftsleitung, eigenem Verwaltungsrat und eigener Erfolgsrechnung aufgeteilt. Supino wird als eine Art Holdingchef über den vier Einheiten schweben. Die Bezahlmedien – der Verlag fusst historisch auf bekannten Printprodukten wie dem «Tages-Anzeiger» – werden nur noch einen der vier Bereiche bilden.

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«Publizistik bleibt das zentrale verlegerische Anliegen»

Gross Geld verdient wird aber in den anderen Bereichen, vor allem mit den digitalen Marktplätzen wie etwa dem Stellenportal Jobs.ch. Kein Wunder, kamen in der Belegschaft Befürchtungen auf, die Neuorganisation sei ein erster Schritt hin zu einer möglichen Ablösung der unter Renditedruck stehenden Publizistik.

Dem widerspricht das Unternehmen allerdings vehement: «Die Publizistik als Ursprung der Gruppe bleibt das zentrale verlegerische Anliegen.» Ziel sei es vielmehr, unter­nehmerische Flexibilität zu schaffen.

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