Nach 15 Jahren in Los Angeles sind Sie im Sommer ins beschauliche Zürich gezogen. Politischer Verdruss, Heimweh, stockende Karriere oder Sens-Unik-Comeback?
Carlos Leal: Los Angeles ist eine Stadt, die viele Leute zu kennen glauben. Es ist eine Stadt der Freiheit, sehr liberal. Doch das oberste Ziel ist der Erfolg. Daran wird man gemessen. Das hat mir immer gefallen. Ich liebe Herausforderungen und bin ehrgeizig. Aber wo bleibt das Leben? Das Amüsieren, das Glück, der Genuss? Das gibt es dort nicht wirklich. Hollywood lässt uns glauben, es wisse, wie man feiert – aber das stimmt nicht. Berlin, Paris, Madrid, Zürich wissen, wie man feiert. Der 56-jährige Carlos Leal kehrt des Feierns wegen in die Schweiz zurück. Sérieux?
Nicht per se um des Feierns willen, sondern um des Lebens willen. Mir gefällt nicht, in welchem Zustand sich die Welt aktuell befindet. Und die Vereinigten Staaten als mächtigstes Land der Welt tun nichts, um sie besser zu machen. Im Gegenteil: Das Land treibt die Spaltung voran. Für mich war das ein Grund zu sagen: Es reicht, ich kann und will das nicht mehr.