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Haute Couture

Valentino Garavani – der König der roten Kleider ist im Alter von 93 Jahren gestorben

Mit seinem legendären Rot schrieb er Modegeschichte und machte Eleganz sichtbar. Die Glamour-Welt trauert um Designer und Stil-Ikone Garavani.

Valeska Jansen

Valeska Jansen

<p>Valentino mit dem russischen Topmodel Natalia Vodianova und weiteren Models auf dem Laufsteg bei der Valentino Fashion Show, während der Paris Fashion Week (Haute Couture) Spring-Summer 2008 am 23. Januar, 2008 im Museum Rodin in Paris. (Photo by Michel Dufour/WireImage)</p>

Valentino mit dem russischen Topmodel Natalia Vodianova (l. von Valentino) und weiteren Models auf dem Laufsteg bei der Valentino Fashion Show, während der Paris Fashion Week (Haute Couture) Spring-Summer 2008 am 23. Januar, 2008 im Museum Rodin in Paris.

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Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist das legendäre Valentino Red. Die leuchtende, warme Rotnuance ist mehr als ein Markenzeichen, sie wird zum emotionalen Symbol. «Rot ist die Farbe der Liebe, der Leidenschaft, der Stärke. Eine Frau in Rot ist immer im Mittelpunkt», sagt Valentino. In nahezu jeder Kollektion taucht das Rot auf und macht seine Abendkleider zu sofort erkennbaren Ikonen. «Rot ist nicht nur eine Farbe, es ist ein Gefühl.»

«Rot ist nicht nur eine Farbe, es ist ein Gefühl»

<p>Der Modedesigner Valentino kommt zur Eröffnung seiner Ausstellung im Ara Pacis Museum in Rom am 6. Juli 2007. Anlass ist sein 45-jähriges Jubiläum in der Modebranche. (Photo by Stephane Cardinale/Corbis via Getty Images)</p>

Der Modedesigner Valentino kommt zur Eröffnung seiner Ausstellung im Ara Pacis Museum in Rom am 6. Juli 2007. Anlass ist sein 45-jähriges Jubiläum in der Modebranche. 

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<p>Der Modedesigner Valentino kommt zur Eröffnung seiner Ausstellung im Ara Pacis Museum in Rom am 6. Juli 2007. Anlass ist sein 45-jähriges Jubiläum in der Modebranche. (Photo by Stephane Cardinale/Corbis via Getty Images)</p>

Der Modedesigner Valentino kommt zur Eröffnung seiner Ausstellung im Ara Pacis Museum in Rom am 6. Juli 2007. Anlass ist sein 45-jähriges Jubiläum in der Modebranche. 

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Valentino kleidet die Mächtigen und die Schönen. Jacqueline Kennedy, Elizabeth Taylor, Audrey Hepburn, später Julia Roberts oder Prinzessin Diana tragen seine Entwürfe bei grossen Auftritten. Seine Mode ist nie laut, sondern von Haltung und Würde geprägt. «Ich weiss, was Frauen wollen: Sie wollen schön sein», sagt er – ein Satz, der sein Schaffen zusammenfasst. Für seinen Einfluss auf Mode und Kultur wird er vielfach geehrt, darunter mit der Aufnahme in die französische Ehrenlegion als Ritter, eine seltene Auszeichnung für einen italienischen Designer.

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«Rot ist die Farbe der Liebe, der Leidenschaft, der Stärke. Eine Frau in Rot ist immer im Mittelpunkt»

<p>Diana, Prinzessin von Wales, trägt ein burgunderfarbenes Kleid aus Samt und Spitze von Valentino und besucht am 15. November 1992 in Lille, Frankreich, eine Aufführung von Paul McCartneys Oratorium „Liverpool” im Kongresszentrum Lille. (Photo by Anwar Hussein/Getty Images)</p>

Diana, Prinzessin von Wales, trägt ein burgunderfarbenes Kleid aus Samt und Spitze von Valentino und besucht am 15. November 1992 in Lille, Frankreich, eine Aufführung von Paul McCartneys Oratorium «Liverpool» im Kongresszentrum Lille.

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<p>Diana, Prinzessin von Wales, trägt ein burgunderfarbenes Kleid aus Samt und Spitze von Valentino und besucht am 15. November 1992 in Lille, Frankreich, eine Aufführung von Paul McCartneys Oratorium „Liverpool” im Kongresszentrum Lille. (Photo by Anwar Hussein/Getty Images)</p>

Diana, Prinzessin von Wales, trägt ein burgunderfarbenes Kleid aus Samt und Spitze von Valentino und besucht am 15. November 1992 in Lille, Frankreich, eine Aufführung von Paul McCartneys Oratorium «Liverpool» im Kongresszentrum Lille.

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Privat bleibt Valentino kontrolliert und zurückhaltend. Er heiratet nie, hat keine Kinder. Der wichtigste Mensch in seinem Leben ist über Jahrzehnte Giancarlo Giammetti, Lebens- und Geschäftspartner zugleich. Aus einer Liebesbeziehung wird eine lebenslange Verbundenheit. «Eine solche Beziehung lässt sich nicht definieren», sagt Giammetti. Während Valentino die kreative Seele ist, führt Giammetti das Unternehmen – gemeinsam formen sie eines der bedeutendsten Modehäuser der Welt.

«Eine solche Beziehung lässt sich nicht definieren»

<p>Der Modedesigner Valentino und sein Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giametti veranstalten am 15. November 2006 in New York City einen Cocktailempfang zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation «Keep A Child Alive» in der Valentino Boutique. (Photo by Evan Agostini/Getty Images)</p>

Der Modedesigner Valentino und sein Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giametti veranstalten am 15. November 2006 in New York City einen Cocktailempfang zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation «Keep A Child Alive» in der Valentino Boutique. 

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<p>Der Modedesigner Valentino und sein Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giametti veranstalten am 15. November 2006 in New York City einen Cocktailempfang zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation «Keep A Child Alive» in der Valentino Boutique. (Photo by Evan Agostini/Getty Images)</p>

Der Modedesigner Valentino und sein Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giametti veranstalten am 15. November 2006 in New York City einen Cocktailempfang zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation «Keep A Child Alive» in der Valentino Boutique. 

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Abseits des Rampenlichts sucht Valentino Ruhe und Diskretion. Besonders die Schweiz spielt dabei eine Rolle. In Gstaad verbringt er regelmässig die Wintermonate, fährt Ski und geniesst das zurückhaltend elegante Leben des Ortes. Neben dem Skifahren liebt er Schokolade, Kunst, Architektur und seine Mops-Hunde. In seltenen Momenten spricht er über sein Bedauern, keine Kinder zu haben – ein leiser Kontrapunkt zu seinem sonst so kontrollierten Auftreten. 

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<p>Regelmässig kommt Valentino zum Skifahren nach Gstaad, wo er auch ein Chalet besass. (Photo by James Andanson/Sygma via Getty Images)</p>

Regelmässig kommt Valentino zum Skifahren nach Gstaad, wo er auch ein Chalet besass. 

Sygma via Getty Images
<p>Regelmässig kommt Valentino zum Skifahren nach Gstaad, wo er auch ein Chalet besass. (Photo by James Andanson/Sygma via Getty Images)</p>

Regelmässig kommt Valentino zum Skifahren nach Gstaad, wo er auch ein Chalet besass. 

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Geboren am 11. Mai 1932 im norditalienischen Voghera, geht Valentino früh nach Paris, lernt das Handwerk der Haute Couture von Grund auf und gründet 1960 in Rom sein eigenes Modehaus. Es ist der Beginn einer Karriere, die ihn an die Spitze der internationalen Gesellschaft führt. 2008 verabschiedet sich Valentino mit einer vielbeachteten Haute-Couture-Show vom Laufsteg. 

«Mode ist für mich kein Geschäft, sondern eine Form von Hingabe»

«Mode ist für mich kein Geschäft, sondern eine Form von Hingabe », sagt er rückblickend. Auch danach bleibt er kulturell präsent. 2016 gründet er gemeinsam mit Giammetti die Fondazione Valentino Garavani e Giancarlo Giammetti, die Mode als Teil der europäischen Hochkultur versteht und sich der Bewahrung seines Lebenswerks widmet. Valentino Garavani hinterlässt kein klassisches Familienerbe, wohl aber ein ästhetisches Vermächtnis von weltweiter Strahlkraft. Seine Kleider geben Frauen Haltung, Würde und Selbstbewusstsein. Mit seinem Tod endet ein grosses Kapitel der Modegeschichte. Doch das Rot, das er zur Legende macht, bleibt.

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<p>Der italienische Modeschöpfer Valentino Garavani mit seinem Hund in seiner Villa in Rom am 29. September 2000, Italien. (Photo by Gianni GIANSANTI/Gamma-Rapho via Getty Images)</p>

Der italienische Modeschöpfer Valentino Garavani mit seinem Hund in seiner Villa in Rom am 29. September 2000, Italien.

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<p>Der italienische Modeschöpfer Valentino Garavani mit seinem Hund in seiner Villa in Rom am 29. September 2000, Italien. (Photo by Gianni GIANSANTI/Gamma-Rapho via Getty Images)</p>

Der italienische Modeschöpfer Valentino Garavani mit seinem Hund in seiner Villa in Rom am 29. September 2000, Italien.

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